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ETC: Weniger Fördergeld als erhofft

Timmendorfer Strand ETC: Weniger Fördergeld als erhofft

Die 8,4 Millionen Euro teure Sanierung des ETC muss die Gemeinde Timmendorfer Strand zum Großteil aus eigener Tasche zahlen. Touristische Fördermittel werden nicht fließen. Allerdings könnten zwei Millionen Euro Zuschuss von der Sportförderung des Landes kommen.

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Im ETC geht es laut Analyse um Sport, nicht um Tourismus: Der Blick richtet sich deshalb jetzt auf die Sportförderung.

Quelle: Fotos: F. König, Latzel

Timmendorfer Strand. Still ist es im Timmendorfer Tourismusausschuss nur selten, am Dienstagabend aber trat dieser Fall ein. „Eine touristische Nutzung der Eis- und Tennishalle ist unrealistisch. Und kein Tourismusprojekt bedeutet: keine Tourismusförderung.“ Mit diesen Worten beendete Andreas Konrath vom Büro „fwi – Beratung für die Freizeitwirtschaft“ seine Analyse der Möglichkeiten, für die Sanierung des Timmendorfer Eissport- und Tenniscentrums (ETC) Geld aus touristischen Fördertöpfen einzuwerben – und diese Nachricht mussten die Ausschuss-Mitglieder erst einmal sacken lassen.

LN-Bild

Die 8,4 Millionen Euro teure Sanierung des ETC muss die Gemeinde Timmendorfer Strand zum Großteil aus eigener Tasche zahlen. Touristische Fördermittel werden nicht fließen. Allerdings könnten zwei Millionen Euro Zuschuss von der Sportförderung des Landes kommen.

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Auf Fördermittel von bis zu 60 Prozent der Sanierungskosten von 8,4 Millionen Euro war spekuliert worden, nachdem die Timmendorfer beim Bürgerentscheid mit großer Mehrheit für Erhalt und Sanierung der maroden Anlage gestimmt hatten. „Sie bekommen aus dem ETC kein touristisches Projekt gebastelt“, machte Konrath diesen Hoffnungen ein Ende. Untersuchungen der Besucher-Herkunft und der Besucher-Zahlen haben demnach ergeben, dass das ETC überwiegend von Einheimischen aus der Region genutzt werde. Die touristische Nachfrage sowohl beim Eislaufen als auch beim Tennis bezifferte der Betriebswirt auf magere 2,5 Prozent. Außerdem sichere die Sanierung zwar den Status quo, der Schwerpunkt liege eben auf der „technischen Ertüchtigung“. Es seien aber keine größeren Veränderungen in den Bereichen Besucher-Service, „Event-Atmosphäre“ und Barrierefreiheit vorgesehen – auch derlei Argumente können also für die Beantragung touristischer Fördermittel nicht ins Feld geführt werden.

Konraths Empfehlung: ETC-Sanierung am jetzigen Standort, „eventuell mit einigen konzeptionellen Änderungen“. Denkbar sei beispielsweise, die Zahl der Zuschauerplätze von 1500 später auf 2000 zu erhöhen, um damit eine Anforderung der zweiten Eishockey-Liga zu erfüllen.

„Das Tourismus-Projekt ist eine Illusion“, fasste der Ausschuss-Vorsitzende Kai Ingo Menke-zum Felde (CDU) zusammen. Ein Neubau der Eishalle würde laut Konrath um die zehn Millionen Euro kosten, plus zwei Millionen Euro für die Tennishalle plus Kosten für Grundstück, Erschließung und Parkplatz. Das aber sei keine Option, sagte Menke-zum Felde: „Im Bürgerentscheid ging es eindeutig um den Erhalt.“

Bei einer Sanierung im Bestand kann zudem Geld aus anderen Töpfen fließen: Nach der neuen Richtlinie des Landes für die Förderung von Sportstätten stehen „für den Bereich der Eishockey-Spielsportstätten Mittel von bis zu zwei Millionen Euro zur Verfügung“. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte im September eine dementsprechende Millionen-Förderung fürs ETC in Aussicht gestellt. Hinzukommen könnten 400000 Euro Fördergeld für die energetische Sanierung. Diese Zuschüsse würde es für einen Neubau nicht geben. Weiteres Geld wäre eventuell über die Tennis-Leistungsförderung abzugreifen.

„Wenn wir Fördermittel erhalten, ist das toll“, meinte Menke-zum Felde. „Aber wir haben mit dem schlechtesten Fall kalkuliert – damit, dass die Gemeinde die Sanierung allein zahlen muss.“ Im Wirtschaftsplan des Kurbetriebes für 2018 sind für den ersten ETC-Bauabschnitt 2,5 Millionen Euro aufgelistet, die Arbeiten sollen im Mai 2018 beginnen.

Von Sabine Latzel

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