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Ostholstein Edeka-Raub: Textil-Gutachten beantragt
Lokales Ostholstein Edeka-Raub: Textil-Gutachten beantragt
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22:12 26.01.2017

Der Auftritt von Sven S. blieb aus. Der mutmaßliche Mörder seiner Freundin, der im vergangenen Sommer auf seiner Flucht Bargteheide in Angst und Schrecken versetzt hatte, sagte gestern nicht als Zeuge im Prozess um den Edeka-Überfall von Hutzfeld aus. Dennoch drehte sich beim vierten Prozesstag wegen seiner Verbindung zu den beiden Angeklagten fast alles um Sven S..

Behar T. und Kastriot K. (beide 27) sollen laut Anklage am 19. Oktober 2015 frühmorgens den Edeka-Markt in Hutzfeld überfallen und 73 Euro Beute gemacht haben. Ihr Pech: Etwa 24 Stunden zuvor hatten Einbrecher den Supermarkt geplündert und nichts für die Räuber übrig gelassen. Zu dem Tatvorwurf schweigen die Angeklagten. Deshalb spielen Zeugen und Gutachten in dem Verfahren eine große Rolle.

Die Wahrheitsfindung hat sich mittlerweile ein gutes Stück von Hutzfeld wegbewegt. So sollen die Angeklagten nicht nur mit einem aus dem Besitz von Sven S. stammenden, hochklassigen BMW aus Bargteheide gekommen sein. Von Sven S. soll es auch Angaben zum Überfall gegeben haben. Das hatte Carlos T. ausgesagt, ein Zeuge, der zusammen mit den beiden Angeklagten und Sven S. in der Lübecker Justizvollzugsanstalt einsitzt. Aber wie glaubwürdig ist dieser Zeuge? Was hat Sven S. wirklich gesagt oder geschrieben?

Seine Zeugenaussage sollte Klarheit bringen. Doch Sven S. wollte nicht ohne seinen Anwalt vor Gericht erscheinen, und der hatte gestern keine Zeit. Damit ist Sven S. aber nicht raus aus der Sache, er soll später noch gehört werden. Angaben von ihm gab es gestern trotzdem. Der Vorsitzende Richter Kai Schröder verlas einen Brief, den Sven S. an Carlo T. geschrieben hatte. Darin heißt es, dass „die Jungs“, also die Angeklagten, mit dem BMW nur zu einem Treffen, aber nicht zu einer Straftat gefahren seien.

Die Verteidiger Arne Timmermann und Olaf Reinecke verfolgen zurzeit im Interesse ihrer Mandanten zwei Richtungen: Sie wollen die Glaubwürdigkeit von Carlo T. erschüttern, der am vorangegangenen Verhandlungstag davon berichtet hatte, dass der Überfall und das auf dem Weg dorthin entstandene Blitzerfoto im Gefängnis Gesprächsthemen gewesen seien. Und sie wollen nachweisen, dass die im BMW geblitzten Männer und die Räuber von Hutzfeld nicht identisch sind. Gestern wurde im Prozess das Video aus der Überwachungskamera im Hutzfelder Edeka-Markt gezeigt. Reinecke sah insbesondere in der Kleidung der Männer deutliche Unterschiede, etwa zwischen einem Kapuzenpulli mit Jacke darüber (im geblitzten BMW) und einem einteiligen Overall (auf dem Video). Er beantragte, ein „textiles Gutachten“ einzuholen, bei dem ein Sachverständiger Foto und Video vergleicht.

Damit machen die Anwälte eine zweite Verteidigungslinie auf. Vor einer Woche hatten Gutachter für Gesichtserkennung darüber ausgesagt, ob es Behar T. gewesen sein könnte, der auf dem Beifahrersitz des geblitzten BMW saß. Der eine sagte so, der andere so. Kastriot K. hatte gegenüber einem Polizeibeamten zugegeben, dass er der Fahrer war. Der BMW war nach dem Blitzen vor dem Hutzfelder Edekamarkt gesehen worden, samt Kennzeichen.

Susanne Peyronnet

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