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Ostholstein Ehe endet mit Gewalt und Beleidigungen
Lokales Ostholstein Ehe endet mit Gewalt und Beleidigungen
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21:10 16.10.2015
Eutin

Zwei heillos zerstrittene Ex-Eheleute, gegenseitige Beschuldigungen und allerlei schmutzige Wäsche beschäftigten diese Woche das Amtsgericht Eutin. Dort musste sich der 60-jährige Wolfgang M. (Name geändert) wegen Körperverletzung verantworten: Er soll die mittlerweile von ihm geschiedene Ingrid K. (67, Name geändert) während eines Streits in der damaligen gemeinsamen Wohnung in Ostholstein mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sie geschubst und die am Boden liegende Frau getreten haben.

„Ich müsste hier der Kläger sein, nicht der Angeklagte“, hielt Wolfgang M. direkt und sehr aufgebracht dagegen. In der nur zwei Jahre währenden Ehe sei er mindestens 20 mal von seiner Frau verprügelt worden: „Sie schlägt mit Flaschen, Handys — mit allem, was sie in die Finger bekommt.“ Ingrid K. sei „unwahrscheinlich gewalttätig“ und habe ihn einmal sogar mit einem Messer bedroht. Während der Auseinandersetzung, um die es vor Gericht ging, habe sie mit einem Bild auf ihn eingedroschen, wobei es sich um ein Relief mit dem Motiv „Letztes Abendmahl“ gehandelt haben soll.

Tatsächlich hatte offenbar ein Gericht eine sogenannte Gewaltschutzanordnung gegen Ingrid K. verhängt, nach der sie sich Wolfgang M. nicht mehr nähern sollte. Eine solche Anordnung gab es allerdings auch umgekehrt gegen den Angeklagten und zum Schutz von Ingrid K., was eine Klärung der Sachlage vor Gericht zusätzlich erschwerte. Sie sei von ihrem eifersüchtigen Ex-Mann mehrfach zusammengeschlagen worden, berichtete Ingrid K., er habe sie verfolgt und bedroht. Nach oben genanntem Streit wurde sie mit Hämatomen, Prellungen und einem gebrochenen Handgelenk in die Notaufnahme gebracht.

Gleichzeitig hat Ingrid K. offenbar nach der Trennung Wolfgang M. mindestens zwei SMS geschickt, die vor Gericht verlesen wurden und in denen sie ihn in unflätiger Weise beschimpfte. Die Beziehung sei „problematisch“ gewesen, erklärte der als Zeuge geladene Sohn von Ingrid K. sehr zurückhaltend, und er habe seiner Mutter mehrfach zur Trennung geraten. Von wem die Konflikte jeweils ausgegangen seien und in welcher Form es zu den Auseinandersetzungen kam, könne er aber nicht beurteilen.

Keine Zeugen, völlig gegensätzliche Darstellungen: Auf dieser Grundlage wollte das Gericht kein Urteil fällen. Das Verfahren wurde dementsprechend eingestellt, gegen eine Zahlung von 300 Euro an eine gemeinnützige Organisation, zu der sich Wolfgang M. schließlich widerstrebend bereit erklärte. „Ich will nur noch meine Ruhe haben“, meinte er am Ende. latz

LN

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