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Ostholstein Ehefrau getötet? Ostholsteiner in Haft - Polizei veröffentlicht Foto
Lokales Ostholstein Ehefrau getötet? Ostholsteiner in Haft - Polizei veröffentlicht Foto
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19:59 09.01.2018
In Wulfsdorf, dem kleinen Ort mit rund 210 Einwohnern, in der Gemeinde Scharbeutz ist es offenbar zu einem Familiendrama gekommen.  Quelle: Beke Zill
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Wulfsdorf.

Am zweiten Weihnachtstag hatten Nachbarn noch gesehen. Seit dem 29. Dezember wird Andrea Lehrmann (41) aus Wulfsdorf vermisst. Die Staatsanwaltschaft Lübeck bestätigte am Dienstag, dass ihr Ehemann (39) wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft sitzt.

Die vermisste Andrea Lehrmann.

Die Wulfsdorfer – das beschauliche Dorf in der Gemeinde Scharbeutz hat rund 210 Einwohner – sind seit vergangenen Freitag aufgewühlt. Da nahm die Kripo den 39-Jährigen, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wulfsdorf, zum Verhör mit. „Als ich mittags von der Arbeit nach Hause kam, standen hier diverse Autos, lauter Zivilfahrzeuge. Aber es gingen auch Polizeibeamte in Uniform herum“, berichtet eine Anwohnerin. Sie habe zunächst angenommen, es sei bei Nachbarn eingebrochen worden. Am Nachmittag sei sie dann von einem Polizeibeamten befragt worden. Da hatte sich im Dorf längst herumgesprochen, worum es bei dem Einsatz tatsächlich ging. „Seitdem überschlagen sich hier die Gerüchte“, sagt die Frau.

Bitte um Mithilfe

Die Lübecker Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Lübeck suchen dringend Zeugen:

Vermisst wird Andrea Lehrmann. Sie ist 41 Jahre alt, knapp 170 Zentimeter groß und von kräftiger Statur. Die Gesuchte hat blonde Haare.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Mordkommission unter Telefon 04 51/13 10 zu melden, falls sie Hinweise zum Verbleib der Frau haben.

Seit circa drei Jahren lebt die kleine Familie – das Ehepaar mit dem zehnjährigen Sohn – in Wulfsdorf. „Mit dem Mann habe ich mich nie unterhalten, aber häufiger mit seiner Frau“, erzählt die Nachbarin, die von einem liebevollen Verhältnis zwischen Mutter und Sohn spricht. Auch deshalb habe keiner im Dorf nachvollziehen können, dass sie plötzlich weggegangen sei und ihr Kind verlassen habe, wie es der Ehemann und Vater habe glauben machen wollen.

Kollegen der Frau, die im Hotel „Seehuus“ in Niendorf beschäftigt war, hatten sie am 29. Dezember als vermisst gemeldet. „Sie war nicht zur Arbeit erschienen, was völlig untypisch für sie war“, erläutert Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst. Polizeibeamten, die aufgrund der Vermisstenmeldung ermittelt hätten, seien rasch „Ungereimtheiten“ aufgefallen. „Es ist der Verdacht entstanden, dass die Frau sich nicht aus freien Stücken wegbegeben hat“, so Hingst. Seit dem 5. Januar, dem vergangenen Freitag, ermittele die Lübecker Mordkommission wegen eines Tötungsdelikts. Durchsuchungen des Hauses und die Vernehmung des 39-jährigen Ehemannes hätten zu seiner vorläufigen Festnahme geführt. „Er bestreitet die Tat“, sagt die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Diese beantragte am vergangenen Sonnabend Untersuchungshaft, das Amtsgericht Lübeck erließ Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags. Der Beschuldigte sitzt jetzt in der Justizvollzugsanstalt Lübeck. „Die Suche nach dem Leichnam der Frau dauert an“, sagt Ulla Hingst.

Über Facebook hatten seit dem 5. Januar auch Schwägerin und Schwager der Wulfsdorferin nach ihr gesucht: „Wenn jemand sie gesehen hat oder weiß, wo sie ist, dann gebt uns oder der Polizei bitte Bescheid!... Wir machen uns riesige Sorgen.“

Was in der Nachbarschaft für großes Aufsehen gesorgt hat, ist die Tatsache, dass in das Einfamilienhaus des Ehepaars bereits die neue Freundin des Beschuldigten eingezogen ist. Und das sehr schnell nach dem Verschwinden der 41-Jährigen. „Ich kann bestätigen, dass dort eine neue Frau wohnt“, heißt es auch von der Oberstaatsanwältin.

Von Ulrike Benthien

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