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Ehrenbürgervorsteher gestorben: Trauer um Karl-Heinz Weigt

Scharbeutz Ehrenbürgervorsteher gestorben: Trauer um Karl-Heinz Weigt

Scharbeutzer Gründungsmitglied der Kreis-CDU wurde 98 Jahre alt.

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So kannten ihn viele Menschen: Karl-Heinz Weigt als großen Gartenfreund und immer freundlich lächelnd. Am Donnerstag vergangener Woche ist der Scharbeutzer Ehrenbürgervorsteher gestorben.

Quelle: Christina Düvell-Veen

Scharbeutz. Die Gemeinde Scharbeutz trauert um ihren Ehrenbürgervorsteher. Am vergangenen Donnerstag schlief Karl-Heinz Weigt zehn Tage nach seinem 98. Geburtstag friedlich ein.

Weigt, der bis zu seinem Rückzug aus der aktiven Politik zu den dienstältesten Kommunalpolitikern im Kreis zählte, kam als Landwirtssohn in Breslau zur Welt. In den Kriegswirren wurde er als Patient im April 1945 verlegt vom Lazarett in Wismar nach Scharbeutz. Dort erlebte er im Mai 1945 die Cap-Arcona-Katastrophe in der Neustädter Bucht als Augenzeuge mit. 1946 heiratete er, mit Ehefrau Gerda bekam er die beiden Töchter Ingrid und Renate.

Karl-Heinz Weigt arbeitete zunächst im Speditionsgeschäft seines Schwiegervaters, machte sich 1950 als Handelsvertreter einer Margarinefabrik selbstständig und war bis 1970 in diesem Bereich tätig.

Von 1970 bis 1975 wirkte er als Geschäftsführer eines Scharbeutzer Hotels. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1982 leitete er das Kirchenbüro in Scharbeutz.

Weigt war das einzige noch lebende Gründungsmitglied der CDU in Ostholstein. 1959 wurde er erstmals in die Gemeindevertretung gewählt. Ihr gehörte er 31 Jahre lang an, davon 20 Jahre als Bürgervorsteher und damit als höchster Repräsentant der Kommune. Außerdem leitete er 16 Jahre lang den Ausschuss Sozial- und Gesundheitswesen, war acht Jahre lang Mitglied im Hauptausschuss sowie Angehöriger in diversen anderen Fachausschüssen.

Zum 60-jährigen Parteijubiläum zeigte der frühere Landes-Justizminister Heiko Hoffmann drei herausragende Eigenschaften von Weigt auf, indem er „die patriotische Gesinnung, die Überzeugungskraft sowie die noble Menschlichkeit“ nannte. Ehrgeiz und Eigensucht seien dem Jubilar vollkommen fremd, sagte Hoffmann damals.

In seiner Amtszeit hatte es der Kommunalpolitiker mit fünf Bürgermeistern zu tun. Zu ihnen zählte der heute 92-jährige Gerhard Ehrke (CDU). Beide lernten einander schon kennen, als Ehrke noch Kurdirektor in Timmendorfer Strand war. „Karl-Heinz Weigt war ein echter Menschenfreund. Er hatte überhaupt keine Berührungsängste und war wirklich ein Bürgervorsteher zum Anfassen“, beschreibt Ehrke den Verstorbenen.

Karl-Heinz Weigt selber hatte einmal ausgerechnet, dass er sich in seiner Amtszeit weit mehr als 3000 Mal in eine Schar von Gratulanten eingereiht hat, um bei Geburtstagen, zu besonderen Hochzeiten und Jubiläen ungezählte Hände zu schütteln, viele Präsente zu überreichen und die besten Glückwünsche der Gemeinde zu übermitteln.

In einem LN-Interview blickte Weigt einmal auf sein kommunalpolitisches Wirken zurück. „Ich habe mich stets um Liebe, Frieden und Eintracht zwischen den verschiedenen Fraktionen bemüht“, bilanzierte er damals. Und er sagte: „Ich habe in den Jahren viele Entbehrungen auf mich nehmen müssen. Besonders meine Familie hat manchmal darunter gelitten.“

Außerordentlich am Herzen lagen dem Kommunalpolitiker, der bei Kommunalwahlen acht Mal hintereinander direkt gewählt worden war, die Interessen der Senioren und die der Kinder. So machte sich Weigt 1984 für eine Elterninitiative stark, die den Kindergarten „KiKo“ in Haffkrug gründen wollte. Zu den Initiatorinnen gehörte die heutige CDU-Kreisgeschäftsführerin Petra Kirner (59).

„Karl-Heinz Weigt war mein politischer Ziehvater. Er hat die CDU, mehr noch aber die Menschen geliebt“, beschreibt sie ihn.

Die Trauerfeier für Karl-Heinz Weigt beginnt am Freitag, 21. August, um 13 Uhr in der Scharbeutzer Strandkirche.

„Karl-Heinz Weigt war wirklich ein Bürgervorsteher zum Anfassen.“
Gerhard Ehrke, ehemaliger Bürgermeister

Christina Düvell-Veen

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