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Ostholstein Ehrung der Mutigen: Erinnerung an den Widerstand
Lokales Ostholstein Ehrung der Mutigen: Erinnerung an den Widerstand
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22:10 27.08.2018
Pastor Thomas Vogel, hier vor dem Bild Hans Osters, lobt die informative Wanderausstellung der Stiftung 20. Juli 1944. Quelle: Foto: Janke-Hansen
Ahrensbök

„Gottvertrauen stärkt Selbstvertrauen“, da ist der Timmendorfer Theologe Prof. Thomas Vogel ganz eins mit vielen der Frauen und Männer im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit dem Schreiner Georg Elser und dem Berufsoffizier Hans Oster wählte Vogel für seinen Vortrag zwei Männer aus, die trotz aller sozialen Unterschiede eines verbindet: Ihre Gradlinigkeit, innere Freiheit und Unbeugsamkeit, die sie aus der Kraft des Glaubens schöpfen.

„Ich wollte ja auch durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern“, hatte Elser während der Verhöre im November 1939 gesagt. „Der Gedanke der Beseitigung der Führung (. . .) ließ mich nicht mehr zur Ruhe kommen.“ Elser, dessen Mut und Entschlossenheit bis auf einen kürzlich ausgestrahlten TV-Film laut Vogel viel zu wenig gewürdigt würden, hatte im Münchner Bürgerbräukeller nach gefahrvollen Monaten der Vorbereitungen einen selbstgebauten Sprengsatz deponiert. Am 8. November 1939 sprach Adolf Hitler dort wie geplant auf einer NSDAP-Kundgebung, beendete seine Rede aber vorzeitig, sodass der Zeitzünder die Bombe zu spät explodieren ließ. Elser, der in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau inhaftiert wurde, wurde am 9. April 1945 in Dachau erschossen.

Thomas Vogel arbeitet und forscht seit vielen Jahren zum Widerstand in Nazi-Deutschland. Etliche der Angehörigen und Familien der Widerständler lernte er persönlich kennen. Und so ist sein Vortrag, dem die Besucher der Gedenkstätte gebannt folgen, angereichert mit persönlichen Begegnungen, kleinen Einschüben zu Leben, Werdegang und Privatem der Mutigen, die fast eine Nähe zu ihnen entstehen lassen. Dr. Ingaburgh Klatt (Trägerverein der Gedenkstätte) hatte in ihrer Begrüßung gefragt: „Ob wir wohl so mutig gewesen wären?“

Hans Oster gehörte als Mitglied der Abwehr zur Widerstandsgruppe um Admiral Canaris. Er wurde erst später, im Zuge der Verhaftungen nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und anderen Offizieren, festgenommen und am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg gehängt. Vogel beschreibt, wie Haltung und Auftreten Osters seinen Mitgefangenen Mut und Stärke gaben. Er habe seine Bewacher weder besonders zur Kenntnis genommen, noch sich an deren Anweisungen, beispielsweise ein striktes Redeverbot, gehalten. Der Spruch „Ein Adler fängt keine Fliegen“ sei typisch für ihn gewesen und habe einst in seinem Arbeitszimmer gehangen. Oster selbst wird, auch in der Ausstellung, mit diesem Satz zitiert: „Man kann nun sagen, dass ich Landesverräter bin, aber das bin ich in Wirklichkeit nicht. Ich halte mich für einen besseren Deutschen als alle die, die hinter Hitler herlaufen. Mein Plan und meine Pflicht ist es, Deutschland und damit die Welt von dieser Pest zu befreien.“

Öffnungszeiten

Die Ausstellung porträtiert Menschen, die in vielfältigster Weise Widerstand gegen den Nationalsozialismus übten. Ob Studenten, Ärzte, Offiziere, Sozialdemokraten oder Sozialisten, die Regimegegner einte, die Nazi-Herrschaft beenden zu wollen. Dafür gaben sie sogar ihr Leben.

Die Gedenkstätte ist sonntags von 14 bis 18 Uhr und dienstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Besuche nach Absprache, per Telefon oder E-Mail, sind möglich. (Flachsröste 16, Tel. 045

25/493060, E-Mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de

Martina Janke-Hansen

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