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Eier, Glocken und Reusen: Die Strandkörbe von morgen

Timmendorfer Strand/Scharbeutz Eier, Glocken und Reusen: Die Strandkörbe von morgen

Entscheidung der Jury im Designer-Wettbewerb steht schon fest.

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Modell „Redondo“: Es erinnert an eine Reuse und hat Rollen – die aber blockiert werden, sobald jemand drin liegt.

Quelle: Fotos: S. Latzel, Grafiken: Tsnt

Timmendorfer Strand/Scharbeutz. Das Ufo, die Tonne oder doch das Beduinenzelt? Die Spannung beim Design-Wettbewerb für Strandmöbel in Timmendorfer Strand und Scharbeutz steigt. Die Jury hat entschieden, welche vier der 16 Alternativen zum Strandkorb als Prototypen gebaut werden – aber Timmendorfs Tourismuschef Joachim Nitz verrät noch nicht, welche es sind. Die offizielle Prämierung ist für den 9. September angesetzt, bis dahin läuft auch noch die Abstimmung über den „Publikumsliebling“.

LN-Bild

Entscheidung der Jury im Designer-Wettbewerb steht schon fest.

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Abstimmung per Post

Über den Publikumspreis kann noch bis Anfang September abgestimmt werden – aber nicht mehr im Internet. „Unser Online-Voting ist leider gehackt worden“, bedauert Tourismuschef Joachim Nitz. Postkarten für die Wahl können bei der Tourismus GmbH unter Telefon 04503/35770 bestellt werden. Unter allen Teilnehmern werden drei Nächte im Schlafstrandkorb verlost.

Das Interesse an den Entwürfen, die an der Trinkkurhalle zu sehen sind, scheint rege zu sein. Die Grafiken prangen an herkömmlichen Strandkörben – die somit ja für ihre Konkurrenz werben müssen, oder? „Nein“, sagt Nitz, „der klassische Strandkorb wird nicht verdrängt. Es soll nur ein zusätzliches Angebot geben – luxuriöser, bequemer oder hipper.“ 3500 Strandkörbe stehen seinen Angaben nach an den acht Kilometern Strand in Niendorf und Timmendorf, „da wäre es denkbar, dass ein Abschnitt auf lange Sicht einen anderen Charakter bekommt“.

Stundenlang habe die Jury über die Entwürfe diskutiert, so der Tourismuschef. „Es ging um die potenzielle Lagerfähigkeit im Winter, um die Absicherung gegen Vandalismus oder auch um die Frage, wie die Modelle Salzwasser, Sand oder eine Ladung Pommes vertragen.“ Neben Touristikern und Designern saßen Strandkorb-Vermieter in der Jury. „Es waren witzige Sachen dabei“, erklärt Thomas Voß, Vorsitzender des Timmendorfer Strandkorbvermieter-Vereins, „wenngleich einige Entwürfe für die Vermietung unbrauchbar sind.“ Der Wettbewerb sei eine tolle Idee, „es ist doch gut, wenn wir auch mal etwas Anderes anbieten können“.

Dass Interesse an Alternativen besteht, zeigt der Erfolg des Schlafstrandkorbes, von dem in diesem Sommer erstmalig acht Modelle an der Ostseeküste aufgestellt wurden, die so gut wie ausgebucht waren. 80 Anfragen für die nächste Saison lägen bereits vor, berichtet Mechthild Alves von der „Stiftung Mensch“, deren Mitarbeiter die Sonderanfertigungen in Meldorf (Dithmarschen) produzieren. Während ein Schlafstrandkorb mit 6000 Euro und ein herkömmliches Modell mit 1000 Euro zu Buche schlagen, liegen die Wettbewerbs-Modelle irgendwo dazwischen, schätzt Tourismuschef Nitz. Der gesamte Wettbewerb inklusive Prototypen-Bau koste etwa 20000 Euro. Nach der Prämierung am 9. September sollen die Prototypen im Winter angefertigt und in der Saison 2017 vermietet werden. „Dabei werden die Vermieter Informationen sammeln“, meint Nitz. Wie groß ist die Nachfrage? Wie bewährt sich das Strandmöbel bei Wind und Wetter?

„Aus diesen Ergebnissen entwickeln wir optimierte Typen, die dann in Serie gehen.“

Demnach könnte der geneigte Strandbesucher in der Saison 2018 in oder auf einer stylischen Strandinsel, einer Art aufgeschnittenem Stein, einer überdimensionalen Hängematte oder einem garagenähnlichen Bau samt Hollywood-Schaukel ruhen – wobei tatsächlich nicht alles praktikabel erscheint. Für Thomas Voß ist das keine Überraschung: „Am Strandkorb kann man nicht mehr viel verbessern.“ Was für den Klassiker ja auch ein schönes Kompliment ist.

Sabine Latzel

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