Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ein Arbeitsleben nach Noten
Lokales Ostholstein Ein Arbeitsleben nach Noten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:17 16.02.2016
Ein Ständchen für die Nachfolgerin: Markus Föhrweißer unterhält Petra Marcolin am Flügel im Ostholstein-Saal des Kreishauses. Quelle: Benthien
Mehr als sein halbes Leben lang hat Markus Föhrweißer (65) die Kreismusikschule Ostholstein geleitet. „Mit 32 Jahren habe ich mich in Eutin beworben, da wollte ich mal gucken, was ich musikalisch so wert bin und wollte die weite Welt entdecken“, sagt er verschmitzt, um anzufügen: „Naja, ziemlich hausbacken: von Münster nach Eutin.“ Er hätte nie geglaubt, so lange hier zu bleiben. „Aber das ist meine Heimat geworden, hier habe ich meine Freunde und die wunderbarste Landschaft.“ Die wird er weiter genießen — die Leitung der Kreismusikschule aber gibt er zum 1. März ab: an Petra Marcolin (34). Offiziell verabschiedet wird Markus Föhrweißer am morgigen Donnerstag in einer Feierstunde im Kreishaus.

„Wir sind eine Einrichtung, die willkommen heißen muss.“

Markus Föhrweißer

Beim Vater, der ein Theologiestudium abbrach, sich der Musikwissenschaft zuwandte, um dann in Journalismus zu landen, lernte Föhrweißer schon im Grundschulalter Klavier und Orgel zu spielen. „Das war die große Leidenschaft meines Vaters: am Sonntag an der Orgel zu sitzen.“ Auch er habe mit 12, 13 Jahren schon kleinere Gottesdienste begleitet, erzählt er. Im streng katholischen Elternhaus im Münsterland sei viel musiziert worden. Die geistliche Musik habe ihn sein Leben lang begleitet. Später schwebte dem jungen Föhrweißer vor, „der Benny Goodman meiner Straße zu werden“, dann eiferte er Louis Armstrong nach. Aber so richtig warm wurde er mit Klarinette und Trompete nicht.

Er studierte — neben Klavier und Musiktheorie — Gesang. Seine „Allerweltsstimme“ (Bariton) führte ihn allerdings nicht auf die Bühne, „aber meine Gesangsausbildung hat sich beim Dirigieren doch als nützlich erwiesen“. Die Bühne war auch nie Föhrweißers Ziel. Für ihn galt damals — wie auch heute für seine Schüler: „Man muss seinen Talenten und Begabungen folgen und das machen, was man sich zutraut.“

Markus Föhrweißer wurde nach seinem Studium Dozent für Theorie und Gehörbildung an der Musikschule Münster. Dort gründete er auch den Westfälischen Kammerchor Münster, den er bis zum vergangenen November 37 Jahre lang leitete. Zum Abschied gab es im Landesmuseum für Kunst und Kultur ein umjubeltes Konzert. „Alles hat seine Zeit“, sagt er. Seine offizielle Verabschiedung von der Spitze der Kreismusikschule Ostholstein wird morgen im großen Rahmen im Kreishaus stattfinden — seiner Arbeit wird er aber bis Ende des Monats nachgehen: „Ich gebe noch am 29. Musiktheorie und Klavier! Dieses Jahr hat der Februar extra einen Tag mehr“, scherzt er. Dass er neben der Verwaltungstätigkeit auch regelmäßig unterrichten konnte, sei ein wunderbarer Ausgleich gewesen.

Die Musikschule habe sich in ihren Aufgaben und Zielen sehr verändert, „weil die Gesellschaft sich verändert hat“. Vom früheren Instrumental- und Vokalunterricht und der elementaren Musikerziehung habe sie sich hin zu vielen Projekten mit allgemeinbildenden Schulen, Senioreneinrichtungen und anderen im sozialen Bereich entwickelt. „Wir sind eine Einrichtung, die willkommen heißen muss. Wir müssen Zugang für jeden bieten, ohne Diskriminierung“, sagt Föhrweißer entschieden. „Und wir müssen modern bleiben, vielleicht die Samstagsmusikschule anbieten.“ Seine Parole heißt:

„Wo Musik gemacht werden kann, da machst du sie!“ So hat er häufig morgens im Büro auf seinem E-Piano für die Kolleginnen eine flotte Weise gespielt.

Momentan arbeitet Föhrweißer seine Nachfolgerin Petra Marcolin ein. Sie stammt aus dem Saarland, hat Schulmusik studiert, spielt Bratsche mit Diplom für Orchester, Jazz und Popmusik. Er übergibt ihr ein bestelltes Haus mit 1250 Schülern und 45 Dozenten. „Ich habe ein tolles Verwaltungs- und Lehrerteam geleitet und gehe erfüllt von dem, was ich hier erfahren durfte“, sagt Markus Föhrweißer.

„Jetzt bin ich neugierig auf etwas Neues.“ ben

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Anfang Februar vor Staberhuk gesunkene Fischkutter „Condor“ soll nun doch aus der Ostsee gehoben werden.

16.02.2016

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die naturschutzfachliche Betreuung für die Küstenlandschaft zwischen Pelzerhaken und Rettin auf den BUND übertragen.

16.02.2016

Umweltausschuss des Kreises befürwortet Antrag der Gemeinde, die Lebatzer Kiesgruben als geschützten Landschaftsbestandteil auszuweisen.

16.02.2016
Anzeige