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Ostholstein So wird das Denkmal für Dichter Klaus Groth
Lokales Ostholstein So wird das Denkmal für Dichter Klaus Groth
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14:00 12.03.2019
Der Bildhauer Raik Vicent aus Stralsund fertigt die Skulptur an. Quelle: (HFR)
Landkirchen a. F

Dem Dichter Klaus Groth (1819 bis 1899) soll in Landkirchen auf Fehmarn ein Denkmal gesetzt werden. Denn sechs Jahre lang hat der Schriftsteller, der die plattdeutsche Sprache salon- und literaturfähig gemacht hat, in dem Inselort gelebt und gedichtet. Am 24. April 2019 wäre Groth 200 Jahre alt geworden. Dieses Ereignis will der Förderverein der Landkirchener Kirche mit Walter Meß und Wiebe Zander zum Anlass nehmen, um auf dem Kirchengelände St. Petri beim Turm ein Denkmal zu enthüllen.

Ob er auch sein berühmtestes Gedicht „Lütt Matten de Has“ auf Fehmarn verfasst hat, darüber streiten sich heute noch die Gelehrten. Sicher ist nur, dass sein Hauptwerk, das Buch „Quickborn“, in weiten Teilen in Landkirchen geschrieben wurde. Auch „Lütt Matten“ ist darin enthalten.

Dichter Klaus Groth (1819 – 1899). Quelle: HFR

Wegen Burnout auf die Insel

In Heide/Dithmarschen geboren, hat sich Groth in den Jahren von 1847 bis 1853 nach Landkirchen zurückgezogen, um sich, wie man heute sagen würde, von einem heftigen Burnout zu erholen. Der engagierte Schulmeister war damals völlig ausgebrannt und schrieb später über seine Fehmarnzeit: „Was ich hier an Leib und Seele gelitten, wag’ ich nicht vor die eigene Erinnerung zu führen.“ Lange Zeit habe er sich bei seinem Freund und Gastgeber, dem Landkirchener Organisten und Lehrer Leonhard Selle, buchstäblich verkrochen und sei manchmal monatelang nicht aus Schlafrock und Pantoffeln herausgekommen.

Die Insulaner beäugten den durchgeistigten und etwas weltfremd wirkenden Fremden zunächst verwundert als „komischen Kauz“, respektierten ihn später jedoch. Er wurde sogar zum „ratgebenden Mittelpunkt“ über die Dorfgrenzen hinaus, nicht zuletzt, weil er der dänischen Sprache mächtig war.

Groths Gedichte wurden vertont

Auch dichterisch blieb Klaus Groth in seinen sechs Fehmarn-Jahren nicht untätig. So entstanden hier unter anderem seine bekannten Gedichte wie „Mien Moderspraak“ oder „Ik wull, wi weern noch kleen Jehann“, ebenfalls im „Quickborn“ enthalten. Einige Gedichte wurden sogar von Leonhard Selle vertont.

Wiebe Zander und Walter Meß, Initiatoren der Klaus-Groth-Stube in Landkirchen, setzen sich schon lange für die Würdigung Klaus Groths ein. Quelle: Michael Kirchner

Gewürdigt wurde der Dichter auf Fehmarn zunächst im Jahre 2005, als in der Landkirchener Schule in der früheren Lehrerwohnung im Obergeschoss eine „Klaus-Groth-Stuuv“ eingerichtet wurde. Ein altes Schreibpult, Bilder, Karten und viel Literatur erinnern hier an seine Person und sein Wirken. In einem Gästebuch haben sich bereits eine Reihe prominenter Besucher verewigt und wegen ihrer plattdeutschen Bestrebungen im Unterricht wurde die Grundschule Landkirchen bereits vom Land Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Denkmal wird 2,50 Meter hoch

Mit dem Denkmal zum Thema „Lütt Matten de Has“ an exponierter Stelle bei der Kirche sollen jetzt auch die breite Öffentlichkeit und Touristen auf das Wirken Klaus Groths aufmerksam gemacht werden. Nach einem Entwurf von Heinrich Albers aus Burg gestaltet der Bildhauer Raik Vicent aus Stralsund aus einem massiven Eichenstamm mit einem Durchmesser von etwa 70 Zentimeter die etwa 2,50 Meter hohe Skulptur.

Unten tanzen wie im Gedicht Fuchs und Hase, obendrauf soll die Krähe sitzen, die nach dem tragischen Ausgang des Gedichts, wo der Hase vom Fuchs verspeist wird, „een vun de achtersten Been“ kriegt. Ein Text soll das Geschehen erklären.

Spenden sind willkommen

Für die Realisierung des Denkmals gibt es ein Spendenkonto. Dieses verwaltet der Förderverein Kirche Landkirchen. Das Stichwort „Klaus Groth“ ist anzugeben. Die IBAN lautet DE 4421 3522 4000 9101 7566, die BIC Nola DE 21 HOC.

Michael Kirchner

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