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Ein Eutin für alle: Stadt geht Inklusion an

Eutin Ein Eutin für alle: Stadt geht Inklusion an

Verwaltung erstellt Aktionsplan – Bürger bringen sich bei Workshops mit ein.

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Vor Eutiner Bürgern stellt die Verwaltung mit Jutta Harter den ersten Entwurf des Aktionsplanes vor und sammelt Anregungen.

Quelle: Foto: Beke Zill

Eutin. Die UN-Behindertenrechtskonvention beschäftigt Eutin: Nachdem das Land und der Kreis Ostholstein mit gutem Beispiel vorangegangen sind, hat die Stadt nun einen Aktionsplan zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit auf den Weg gebracht. Damit will Eutin das 2009 in Kraft getretene Gesetz, nachdem Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt und unbehindert am gesellschaftlichen Leben teilhaben sollen, umsetzen. Um die Eutiner Bürger in das Projekt einzubeziehen, lud die Verwaltung dazu ein, sich aktiv zu beteiligen. Etwa 40 Eutiner vor allem aus der Politik, aus Vereinen und Verbänden folgten der Einladung und äußerten Anregungen und Meinungen zum ersten Entwurf in den Räumen der „Ostholsteiner“ in Eutin.

„Jede Meinung ist wichtig“, sagte Eutins Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) zum Auftakt der Gesprächsrunde. Am 10. Mai hatte der Hauptausschuss einstimmig beschlossen, einen Aktionsplan Inklusion aufzustellen. „Es geht darum, Hemmnisse und Barrieren abzubauen“, erklärte Behnk, der es für wichtig hält, „sich dem Thema zu stellen“. Er hofft mit der Umsetzung des Aktionsplanes und der aktiven Beteiligung der Bürger, dass in Eutin ein verstärktes Miteinander entstehen wird. Er wisse zwar, dass sie einen langen Weg vor sich hätten. „Es ist aber ein Prozess, der notwendig ist“, sagte Behnk. Auch Jutta Harter, Verantwortliche der Eutiner Stabsstelle Inklusion, freute sich, dass mithilfe der folgenden Workshops, aufgeteilt in verschiedene Themen, Eutin auch für behinderte und beeinträchtigte Menschen erlebbar werden soll. „Die UN-Behindertenrechtskonvention nehmen wir als Grundlage, um Inklusion voranzubringen. Ende des Jahres soll der Aktionsplan dann beschlossen werden“, sagte Jutta Harter.

Nach der Begrüßung teilten sich die die Teilnehmer in drei verschiedene Gruppen auf, um mit den Gesprächsführerinnen Kerstin Stein- Schmidt, Annette Rudolph sowie Karin Dyck und Susanne Stange über die Felder „Bewusstseinsbildung, Kommunikation, Information“ , „Bildung, Kultur, Freizeit“ und „Mobilität und Barrierefreiheit“ zu diskutieren. In allen drei Gruppen wurde deutlich, dass zunächst das Bewusstsein für die Probleme beeinträchtigter Menschen geschärft werden muss. Im Bereich Kommunikation regten die Teilnehmer unter anderem an, dass mithilfe von Piktogrammen auf Schildern Sprach- und Verständlichkeits-Barrieren abgebaut werden können. Außerdem wurden Gütesiegel für Gastronomen, die besondere Hilfe anbieten, Veranstaltungen für alle Generationen und Mehr-Generationen-Häuser vorgeschlagen. Im Bereich „Bildung, Kultur und Freizeit“ wurden von den Gästen gemischte Kitas, exemplarische Inklusions-Angebote wie Stadtführungen und für alle zugängliche Veranstaltungen aufgeführt. Behinderten-Toiletten waren das Hauptthema der dritten Gruppe. Es gäbe in Eutin keine Möglichkeit, rund um die Uhr in einem Behinderten-WC auszutreten, betonte ein Teilnehmer. „Das ist ein Problem in der Stadt, das vorhanden ist“, räumte Gruppenleiterin Karen Dyck einen „Handlungsbedarf“ ein. Aber nicht nur Probleme wie die Kosten, auch Lösungen wurden im Bereich Mobilität vorgeschlagen. So könnten Begehungen mit Betroffenen bei Neubaumaßnahmen stattfinden.

Am Ende der Veranstaltung wurden in großer Runde noch einmal alle Punkte von den Workshop-Leitern zusammengefasst und präsentiert. Jutta Harter sammelte anschließend alle Anregungen ein, um sie im Aktionsplan-Entwurf mit aufzunehmen.

Nach dem Projekt des Kreises „Ostholstein – erlebbar für alle“ zieht also Eutin nach. „Mit dem Aktionsplan ist der nächste Schritt getan“, sagte Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt.

Jeder Fünfte beeinträchtigt

In Schleswig-Holstein leben etwa 500 000 Menschen, bei denen eine Behinderung festgestellt wurde. 260000 von ihnen sind sogar schwerbehindert (Stand 2015). Fast jeder fünfte Einwohner in Schleswig-Holstein lebt also mit einer Behinderung.

Im Kreis Ostholstein gibt es knapp 22 000 Menschen mit einer Behinderung mit einem Grad von mindestens 50 Prozent. Das sind etwa elf Prozent der Bevölkerung.

Beke Zill

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