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Ostholstein Ein Leben für die Keramik
Lokales Ostholstein Ein Leben für die Keramik
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20:37 26.07.2017
Keramik-Ingenieur Ulfila Peltner betrachtet den eben geformten Krug. Quelle: Foto: Peter Mantik

Erst führten sie in Sachen Töpferei ein Leben auf der Straße, nun sind sie im Norden Ostholsteins sesshaft geworden. Ulfila und Kornelia Peltner sind gerade dabei, ihre Strandtöpferei auf Gut Görtz für die Kunden zu öffnen und ihre Waren – Pflanzgefäße, Skulpturen, Tassen und Krüge – neben dem Eingang zu dekorieren.

Familie Peltner betreibt Töpfereien in Süssau, auf Gut Görtz und Heiligenhafen.

Nach jahrelanger Teilnahme an bundesweiten Kunsthandwerkermärkten – für sechs Jahre hatte es sie sogar nach Österreich verschlagen – haben sie in Ostholstein jetzt ein festes Domizil mit neuen Perspektiven gefunden. Sie leben an der Promenade in Süssau, wo sie auch einen zweiten Laden betreiben. Seit diesem Jahr ist mit der schwedischen Töpferei in Heiligenhafen sogar ein drittes Standbein hinzugekommen. Die ehemalige Besitzerin Lilo Jansson war vor mehr als 30 Jahren aus Schweden in die Warderstadt gekommen. Die 92-Jährige nahm kurz vor ihrem Tod im Vorjahr Kontakt zu den Peltners auf. Seither betreiben sie die alte Töpferei gemeinsam mit Verwalterin Ulla Mojer. „Allein können wir das nicht bewerkstelligen“, sagt Peltner. Er und seine Frau könnten nicht gleichzeitig an drei Standorten sein. In Heiligenhafen bieten sie mittwochs und sonnabends Kurse an, sie haben auch Flyer verteilt, und sie nehmen an der Heiligenhafener Kult(o)urnacht teil, machen weiter auf sich und ihre Kunst aufmerksam.

Wie das alles vom Aufwand und auch wirtschaftlich zu machen sei, darüber sind sich die Peltners noch nicht zu 100 Prozent im Klaren. Ihr Herz schlägt für die Keramiktöpferei, doch für drei parallele Geschäfte reicht die Zeit nicht aus.

Der 63-jährige Ulfila Peltner ist in der Töpferei seines Vaters im Westerwald aufgewachsen. „Ich wollte auch nie etwas anderes werden“, sagt er. Eines Tages habe seine Frau Kornelia (heute 60 Jahre) im Laden gestanden und eine Ausbildung bei seinem Vater begonnen. Gemeinsam machten sie sich 1983 selbstständig.

Ulfila Peltner hat einen Abschluss als Keramik-Ingenieur, ist immer neugierig auf neue Ideen seiner Kunst. So hat er beispielsweise auch bei Jan Kollwitz, der japanische Keramik-Kunst anbietet, besucht. Das sei sehr interessant gewesen, auch wenn der Herr des Hauses da nicht anwesend gewesen sei. Derzeit liegt der Schwerpunkt der Peltners auf Gut Görtz. Dort können die Gäste nicht nur beim Drehen des Tons zuschauen, sondern auch selbst die manuell mit dem Fuß angetriebene Drehscheibe in Bewegung setzen, während im Hintergrund der Ofen die neuen Kunstwerke mit 900 bis 1200 Grad Celsius brennt.

Peter Mantik

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