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Ein Leben gerettet, das Zuhause verloren

Haffkrug Ein Leben gerettet, das Zuhause verloren

Ole Lars Dymowski holte bei einem Hausbrand einen bewusstlosen Mieter aus dem Dachgeschoss ins Freie. Doch dabei verlor der Retter alles: Das Haus muss abgerissen werden.

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Auf dieser Hausmauer erholte sich Ole Lars Dymowski nach der Lebensrettungsaktion.

Quelle: Christina Düvell-Veen

Haffkrug. Den 4. Oktober 2016 wird Ole Lars Dymowski garantiert nie vergessen. Es war der Dienstag, an dem er in der Straße Lütt Brook in Haffkrug zum Lebensretter wurde. Er handelte ebenso spontan wie richtig, indem er einen bereits bewusstlosen älteren Mitbewohner vor den Flammen bewahrte und ihn aus dem Dachgeschoss ins Freie beförderte.

„Als ich ihn in seiner Wohnung fand, dachte ich, er sei tot.“ Lebensretter Ole Lars Dymowski

Der 30-jährige Kellner in einem Haffkruger Restaurant hatte an diesem Tag frei. Er erzählt: „Ich saß um kurz vor 22 Uhr vor dem Fernseher und hörte plötzlich die Nachbarin von oben rufen: „Feuer! Feuer! Raus aus dem Haus!“ Dymowski, Mieter von einer der beiden unteren Wohnungen, traf die Frau auf dem Flur. Sie hielt sich eine Sauerstoffmaske vors Gesicht, übergab diese aber sofort an Dymowski: „Schnell, oben ist noch jemand.“

Der Haffkruger alarmierte zuerst die Feuerwehr und bahnte sich dann einen Weg durch tiefschwarzen Rauch. Er fand den etwa 60-Jährigen auf dem Boden liegend, packte ihn zunächst an den Füßen, griff ihm dann unter die Arme und schleppte ihn so die steile und enge Treppe hinunter. „Der Mann wiegt bestimmt 90 Kilogramm“, schätzt er. Auf den letzten Metern half ihm seine Nachbarin. Und im Freien kümmerte sich eine Frau aus dem Nachbarhaus, eine gelernte Krankenschwester, um den Mann. Dymowski : „Als ich ihn in seiner Wohnung fand, dachte ich, er sei tot. Unten an der Tür hat er aber gestöhnt, und da wusste ich, dass er noch da ist.“ Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. „Er schwebt wohl nicht mehr in Lebensgefahr und ist inzwischen auch wieder wach“, hat Dymowski erfahren.

Nachdem der Patient versorgt war, setzte sich der Lebensretter erleichtert und erschöpft auf die Mauer des Nachbarhauses. Jetzt erst bemerkte er, wie angespannt er doch war. „Ich steckte voller Adrenalin. Meine Knie haben gezittert, und mir war kalt, weil ich ja nichts übergezogen hatte.“ Eine wärmende Jacke brachte ihm erst viel später seine Mutter vorbei. Sie lebt mit ihrem Mann nur wenige Kilometer entfernt vom Lütt Brook. Bei ihr hat Ole Dymowski zunächst einmal Unterschlupf gefunden.

An dem Dienstagabend gehörte Ole Lars Dymowski zu den gefragtesten Männern am Ort des Geschehens. Er führte die Einsatzkräfte auch zum Hauseigentümerpaar, das Zimmer im Erdgeschoss bewohnte. Die Senioren hatten schon geschlafen und retteten sich, nur mit Nachtzeug bekleidet, auf die Terrasse des Hauses im hinteren Bereich. Unklarheiten gab es zunächst noch über das Schicksal des im Dachgeschoss in der dritten Wohnung lebenden jungen Paares. Es hatte bei Ausbruch des Feuers sofort das Haus verlassen und sich vom Einsatzort entfernt.

Inzwischen ist wieder ein wenig Ruhe in das Leben von Ole Lars Dymowski zurückgekehrt. Er hat seine eigene Bilanz gezogen. Das Allerwichtigste: Er hat ein Menschenleben gerettet, und er würde es immer wieder tun. Allerdings hat er sein Zuhause verloren, das Haus muss komplett abgerissen werden. Und er musste sich von für ihn wertvollen Erinnerungsstücken trennen, von alten Fotos ebenso wie von Schulheften und Basteleien aus der Kinderzeit. Dies alles ist für immer verloren. Eine kleine bezahlbare Zwei-Zimmer-Wohnung in Haffkrug, so hofft er, findet er bald wieder. Die Brandursache scheint inzwischen geklärt. Polizei-Pressesprecher Stefan Muhtz: „Wir gehen von einem fahrlässigen Umgang mit dem Elektroherd in einer Wohnung aus.“

Christina Düvell-Veen

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