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Ostholstein Ein Leitfaden für Rettungsschwimmer
Lokales Ostholstein Ein Leitfaden für Rettungsschwimmer
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20:50 02.08.2017
Sven Nitsche, Felix Hoffmann und Abschnittsleiter Rainer Lehmkuhl (v.l.) mit der neuen Puppe, an der die Wiederbelebung geübt wird. Quelle: Fotos: Binder

Erste Hilfe, Knotenkunde und Rezepte: Felix Hoffmann und Sven Nitsche von der DLRG Weissenhäuser Strand haben einen Leitfaden für Rettungsschwimmer an der Ostseeküste verfasst. Unterstützt wurden sie dabei von Ehrenamtlern aus ganz Deutschland.

Handbuch umfasst Themen von der Ausbildung bis zu Freizeitmöglichkeiten.

Der „Rescue- und Freizeitguide für Wasserretter“ mit dem Titel „Wasserrettungsdienst an der Ostseeküste“ ist ein Gemeinschaftswerk. DLRG-Mitglieder vieler verschiedener Ortsvereine, die im Sommer im Norden im Einsatz sind, haben Texte und Infos beigesteuert. Und das Projekt soll fortgeführt werden: Aktuell ist die zweite Auflage des Buches mit 280 Seiten auf dem Markt – „wir hoffen, dass die dritte noch umfangreicher wird“, sagt Sven Nitsche. Alle Rettungsschwimmer entlang der Ostseeküste seien eingeladen, ihre jeweiligen Wachstationen in dem Werk zu präsentieren. Aktuell stellen sich neben der DLRG Weissenhäuser Strand selbst noch Eckernförde und Hohwacht vor.

Der Inhalt des Handbuchs ist entsprechend vielfältig. Nicht nur allgemeine Verhaltensregeln für Wachdienste und Einsätze werden erläutert, auch Tipps für gemeinsame Ausflüge oder Rezepte für die „schnelle Mannschaftsküche“ gibt es. Per QR-Code können die Leser zudem Youtube-Videos als Anleitung für Knoten finden.

Die Idee zu dem Buch sei im Prinzip „aus einer Bierlaune heraus“ entstanden, erinnert sich Ortsgruppen-Vorsitzender Felix Hoffmann. An seiner Wachstation habe lange eine Zettelsammlung als „Handbuch“

für die Retter gedient. „Irgendwann haben wir uns gedacht, dass wir stattdessen einen richtigen Leitfaden machen könnten“, erzählt Hoffmann.

Der 36-jährige Arzt aus Duisburg verbringt seit 2002 jeden Sommer als Rettungsschwimmer in Weissenhäuser Strand. Auch Sven Nitsche opfert regelmäßig seinen Jahresurlaub, um ehrenamtlich an der Küste zu helfen. „Für mich ist das ein guter Ausgleich zum Büroalltag“, sagt der 35-jährige Einkaufsleiter aus dem Münsterland. Inzwischen zählt zu ihren Aufgaben längst nicht mehr „nur“ der Wachdienst am Strand, sondern auch die Jugendarbeit inklusive Animation und Aufsicht. Denn in der Regel sind die Rettungsschwimmer zwischen 16 und Anfang 20 und verbringen ihre Sommer- oder Semesterferien an der Küste. Für sie organisieren die beiden erfahrenen DLRGler auch ein Freizeitprogramm: Gemeinsames Kochen oder Ausflüge gehören abends fest dazu.

Auch Aus- und Weiterbildungseinheiten gibt es regelmäßig. Zwar seien alle Rettungsschwimmer bei ihrem ersten Wachdienst natürlich bereits ausgebildet, sagt Felix Hoffmann. Gerade bei schlechtem Wetter, wenn keine Badegäste am Strand seien, könnten Übungen aber eine gute Beschäftigungsmöglichkeit sein. Dafür hat die Ortsgruppe jetzt auch eigens eine spezielle Puppe angeschafft, mit der die Wiederbelebung trainiert werden kann. Insbesondere die Anwendung eines sogenannten Beatmungsbeutels als Alternative zur Mund-zu-Mund-Beatmung. „Das ist effektiver und hygienischer“, erklären die Fachmänner.

Das Handbuch „Wasserrettungsdienst an der Ostseeküste“ gibt es für zwölf Euro im Handel. Wer etwas zur nächsten Auflage beisteuern möchte, kann sich per E-Mail an Rescueguide@

WHS.DLRG.de melden.

Jennifer Binder

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