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Ostholstein Ein Nachfolger für Hassendorfs Oldtimer
Lokales Ostholstein Ein Nachfolger für Hassendorfs Oldtimer
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22:21 11.12.2015
Der stellvertretende Wehrführer Wolf-Heinrich Schumacher beherrscht noch die Kunst, das alte Auto mit Zwischengas zu fahren. Quelle: Fotos: Peyronnet

Die Feuerwehr Hassendorf soll ein neues Fahrzeug vom Typ TSF-W bekommen. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, wäre das alte nicht fast 52 Jahre alt.

„Mit dem Fahrzeug kann man sehr schön beim Oldtimer-Treffen in Hutzfeld auftrumpfen“ stellte denn auch Thomas Ehlers (CDU) im Hauptausschuss der Gemeinde Bosau fest. Die Hassendorfer Feuerwehrleute hatten den Kommunalpolitikern das Fahrzeug zum Angucken vor die Gemeindeverwaltung in Hutzfeld gestellt. „Wir sollten dankbar dafür sein, dass es von Hassendorf bis hierher gekommen ist. Ich bin dafür, es ins Museum zu bringen“, sagte Jürgen Storm (SPD).

Dass sich der Ausschuss überhaupt mit dem Thema befasste, lag an einem Antrag von Gemeindewehrführer Andreas Riemke. Er regte an, den Kauf von Digitalfunkgeräten (für 2016 vorgesehen, aber auf 2017 verschoben) gegen den Kauf eines neuen Feuerwehrautos für Hassendorf (für 2017 vorgesehen) zu tauschen. Zumal es vom Kreis Ostholstein Zuschüsse gebe, die die 80000 Euro aus dem Bosauer Haushalt auf rund 110 000 Euro aufstocken. „Dafür würden wir ein nagelneues Fahrzeug bekommen“, argumentierte Riemke.

Damit löste er angesichts weiterer recht alter Feuerwehrfahrzeuge in der Gemeinde eine Grundsatzdebatte aus. Matthias Botzet (Grüne) regte den großen Wurf an. Eine Arbeitsgruppe oder ein Ausschuss solle über den Kauf von gleich fünf Feuerwehrfahrzeugen verhandeln, mögliche Rabatte ausloten und über eine seriöse Gegenfinanzierung nachdenken.

Ein Vorschlag, der bei Alfred Jeske (CDU) wenig Gegenliebe fand. „Vernünftig gegenfinanzieren werden wir auf Jahre nichts können, das ist nur über Kredite zu finanzieren.“ Die Gemeinde habe aber noch andere Aufgaben. „Der Straßenbau liegt uns schwer auf dem Magen.“ SPD-Fraktionschefin Birgit Steingräber-Klinke erinnerte daran, dass bereits der Haushalt 2015 nur dank lukrativer Immobilienverkäufe ausgeglichen werden konnte, was für 2016 nicht zu wiederholen sei. Auch fehlten noch die Eckdaten.

Mit sechs Stimmen von CDU und SPD beschloss der Ausschuss, dass ein neues Fahrzeug für die Hassendorfer Wehr angeschafft werden soll. Gleichzeitig solle die Verwaltung ausloten, welchen Rabatt es beim Kauf von drei Fahrzeugen gebe. Der Antrag, in einem Extraausschuss die große Lösung zu planen, bekam nur zwei Stimmen von FDP und Grünen.

Den personellen und technischen Zustand der acht Bosauer Ortswehren hatte Riemke zuvor beim Feuerwehrbedarfsplan erläutert. Darin sind die zwei Hassendorfer Fahrzeuge (Baujahr 1964 und 1986) genauso rot vermerkt wie die von Hutzfeld-Brackrade (1986/ 1988) und das von Bichel-Wöbs-Löja (1990). Insgesamt sind sieben Fahrzeuge älter als Baujahr 1990.

Temperamentsausbrüche
Mit einer Ermahnung begann der Vorsitzende Manfred Wollschläger (CDU) die Sitzung des Hauptausschusses. Er bat, sich gesittet zu benehmen, da er angesprochen worden sei, was denn in den Sitzungen los sei.



Vergaloppiert hat sich dann aber doch einer. Ernst-Günther Schneider (FDP) fühlte sich im Zuge der Debatte um neue Fahrzeuge von der Feuerwehr vera . . . Darauf konterte Gemeindewehrführer Andreas Riemke: „Das lasse ich nicht auf der Feuerwehr sitzen. Das lasse ich mir und meinen Kameraden nicht nachsagen.“ Die Zuhörer quittierten das mit Applaus.

Susanne Peyronnet

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