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Ostholstein Ein Ort im Wandel der Zeit
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20:21 26.02.2016
Diese historische Aufnahme zeigt eine Schülerklasse aus dem Jahr 1949 mit Lehrer Robert Hamer.
Uwe Stock hat keine Quelle ausgelassen. Der Lensahner Gemeindechronist hat in Zeitungsarchiven gestöbert, das Lensahner Archiv und die Topografie Schleswig-Holsteins durchforstet sowie Daten und Bilder von der heimischen Feuerwehr und der Dorfbevölkerung zusammengetragen. Aus dem mit viel Fleiß zusammengestellten Material ist jetzt eine über 90 Hochglanz-Seiten starke Chronik über die Ortschaft Sipsdorf entstanden.

Kontakte und Rufnummern

Sputen muss sich, wer eine Sipsdorfer Chronik haben möchte. Von den 60 Exemplaren, die er auf eigene Rechnung hat drucken lassen, ist bereits ein Großteil verkauft. Restexemplare sind bei Stock (Tel. 04363/1202) oder über Margrit Resthöft (04361/2685) erhältlich.

Stock zeichnet dabei die Entwicklung des Dorfes von seiner Gründung (um das Jahr 1200) bis in die Neuzeit nach. Immer wieder gelingt es dem Archivar dabei, nicht nur Daten und Fakten aneinander zu reihen, sondern Historisches anhand der Schicksale und Erlebnisse einzelner Personen auf interessante Weise zu vermitteln.
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Alte Schmiede — 1890 im Besitz eines Eigenkätners.

Hin und wieder gibt es auch etwas zum Schmunzeln: Vom Voigt ist da die Rede, der nach einem Saufgelage einige Knechte zur Zeit der Leibeigenschaft über Gebühr züchtigte. Der Richter, dem auch die Aufgabe zukam, für eine Erhaltung des Arbeitspersonals zu sorgen, verdonnerte den Voigt, „sich des Vollsaufens hinführo gänzlich zu enthalten“.

Uwe Stock berichtet in seiner Chronik über die Rolle Sipsdorfs im Laufe der Jahrhunderte — er weist sogar Verbindungen zur russischen Zarenfamilie nach. Er schildert die Entwicklung von Schul-, Versicherungs und Feuerwehrwesen oder beleuchtet die wirtschaftliche Entwicklung am heutigen Standort der Firma Codan mit ihren Vorläufern Wilag (Radios), einer Zigarettenfabrik und der Firma Opal (Strümpfe). Von einem bußfertigen Mörder ist in der Chronik zu lesen, von einem eigenen Krankenhaus und auch davon, wie das elektrische Licht seinen Einzug in das Dorf hielt. Auch die Zeit der NS-Herrschaft und Weltkriege und deren Auswirkungen auf das Dorf hat Stock bei seiner Recherche nicht ausgespart.

Ein dreiviertel Jahr hat der Lensahner Chronist an der Chronik gearbeitet. Im Rahmen einer Dorfversammlung hatte er die Sipsdorfer gebeten, ihre Schränke, Böden und Keller nach alten Fotoalben zu durchforsten. „Manchmal bekommt man auf diesem Wege wirklich gut und chronologisch geführte Fotoalben in die Hände“, freut sich Stock.

Auch die Schule und die Feuerwehr seien für ihn ein wichtiger Lieferant an Informationen gewesen. Hauptlieferant an Material war jedoch das von Stock seit über zwei Jahrzehnten geführte Archiv der Gemeinde. „Als ich mit der Arbeit angefangen habe, war das Archiv ein Haufen Altpapier in einer Ecke im Keller“, erinnert er sich. Die Gemeinde habe dann Regale und Archivkartons angeschafft, so dass Stock ein Archiv aufbauen konnte, das diesen Namen auch wirklich verdient.

Warum gerade Sipsdorf? Die Antwort liegt für Uwe Stock auf der Hand: „Ich habe bereits über Lensahn, Harmsdorf, Schwienkuhl und Kabelhorst Chroniken verfasst. Wie auch Sipsdorf alles Dörfer, die dem Herzogtum Oldenburg angehörten.“

Thomas Klatt

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