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Ostholstein Ein Paradies von oben: Graswarderwelt mit der Drohne gefilmt
Lokales Ostholstein Ein Paradies von oben: Graswarderwelt mit der Drohne gefilmt
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20:29 11.12.2015
Joachim Behnke und die Drohne, die mit einer Kamera bestückt ist.

Ohne ihn wäre Heiligenhafen womöglich irgendein schöner Ort an der Küste. Ohne ihn gäbe es für Investoren weniger Gründe, nach Heiligenhafen zu kommen. Er ist d a s Alleinstellungsmerkmal der Stadt und ein weltweit einzigartiges Naturschauspiel — die Rede vom Naturschutzgebiet Graswarder.

Die Schönheit dieser Landschaft ist fußläufig erlebbar. Oder auch im Buch „Küste im Wandel der Zeit“ von Naturschützer Klaus Dürkop erfahrbar. Und seit Neuesten ist er auch filmisch einzigartig in Szene gesetzt und somit am Monitor visualisierbar. Wundervolle Aufnahmen aus der Kormoran-Graugans-Möwen-Perspektive.

Der Heiligenhafener Joachim Behnke — Journalist, Mediator und Hobby-Filmer — hat den Film gedreht, besser gesagt mit einer Fernbedienung einen mit einer Kamera ausgerüsteten Quadrokopter gesteuert und beeindruckende Bilder produziert. „Ich habe über den Laptop die Ausrichtung der Kamera justiert“, erläutert Behnke, dessen kostspieliges „Spielzeug“ beinahe unsanft auf die Erde geholt wurde. Denn was Behnke nicht wusste, erzählt ein Anwohner des Graswarder, der Jäger ist. „Das Ding kreiste ständig über unserem Haus. Ich habe kurz mit den Gedanken gespielt, das Teil vom Himmel zu holen.“ Tat er aber nicht. Und das ist gut so.

Denn die 3:28 Minuten, die als musikalisch untermalter Zusammenschnitt des Materials herausgesprungen sind, zeigen den Graswarder von seiner schönsten Seite.

Die Drohne fliegt vom äußersten Zipfel der Amphibienlandschaft auf Heiligenhafen zu, wechselt Tempo, Höhe und Richtung, so dass immer neue Blickwinkel entstehen. Der Kameraflug wirkt wie von ruhiger Hand geführt. Es gibt kein unruhiges Ruckeln und Zuckeln. Schwerelos dahin, der Schönheit der Landschaft ergeben. Der Titel des Films „Ausflug in ein Paradies“ ist nicht zu hoch gegriffen.

Beeindruckend sind besonders die 90-Grad-Perspektiven des Kameraflugs. Von oben steil hinab. Die Vielfalt der Farben wirkt hier besonders eindrucksvoll.

Behnke hat während des Drehs den von ihm selbst gesteuerten Flug auch mit dem Fernglas in der Hand verfolgt. Bis zu zwei Kilometer war die Drohne von seinem Standort mitten auf dem Graswarder entfernt.

Gerade zehn Meter über den Köpfen der Graugänse, die mit dem Sound und dem Schatten des Fluggerätes nichts anzufangen wussten, flog die Drohne zu ihrem Basis-Standort heim. Die Bearbeitung des üppigen Filmmaterials konnte beginnen. Behnke: „Bild und Ton sollten zu einer Symbiose wachsen — so wie Flora und Fauna am Ende der einmaligen Landschaft, die neuerdings durchaus das Zeug hat, in die Liste des Weltnaturschutzerbes aufgenommen zu werden. Aber das ist eine andere Geschichte.“

Der Graswarder-Film, sagt die Youtube-Statistik, findet unterdessen seinen ganz eigenen Weg zur Popularität. Mehr als 1000 Klicks hat er bisher generiert. Auch im Ausland. Ob Schweden, Schweiz, Österreich, Spanien, USA, Kanada, Polen, Türkei, Bolivien, Großbritannien, Italien, Rumänien — der Graswarder wird wahrgenommen.

• Video auf www.graswarder.de

„Es gibt weltweit nicht viele Nehrungen, die mit dem Graswarder konkurrieren können.“
Joachim Behnke, Filmer

Peter Mantik

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