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Ein Prunkstück von Eutin

Eutin Ein Prunkstück von Eutin

Das ist eine einmalige Gelegenheit: Am kommenden Sonntag können sich alle Interessierten – nicht nur Mandanten der Anwaltskanzlei Am Rosengarten 13 – im Erdgeschoss des Hauses umsehen. Das 1868 erbaute Haus war einst Handelshaus, heute ist es Wohn- und Geschäftshaus.

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Eutin um 1890: Damals hieß die Straße noch Sackstraße. Das Ladengeschäft C.F.Janus hebt sich im dreigeschossigen prächtigen Bau deutlich von den Fachwerkhäusern in der Nachbarschaft ab.

Quelle: hfr

Eutin. Eigentümer Karsten Hinz und Architektin Inke Paulsen werden am Tag des offenen Denkmals durch die Räume führen, von der Geschichte des Hauses und seiner umfassenden Sanierung berichten.

LN-Bild

Das 1868 erbaute Haus Am Rosengarten 13 war einst Handelshaus, heute ist es Wohn- und Geschäftshaus.

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2014 hatten Rechtsanwalt Hinz und seine Frau Doris das Neustädter Architekturbüro Wegener mit den Arbeiten beauftragt. Mit im Boot: die freiberufliche Lübecker Architektin und in Eutin aufgewachsene Inke Paulsen, die die Projektleitung übernahm.

Einige Jahre zuvor wurden bereits das erste Obergeschoss des spätklassizistischen Gebäudes und schon in den 1990er-Jahren das eingeschossige Fachwerkhaus im Hof – das um 1860 errichtete ehemalige Kutscher- und Lagerhaus – wiederhergerichtet. Das Gebäude Am Rosengarten 13 war laut Unterlagen des Landesamtes für Denkmalpflege ein Ladengeschäft des Mitte des 19. Jahrhunderts florierenden Eutiner Handelshauses C. F. Janus. 1868 wurde es am nördlichen Ende der Sackstraße (früherer Name des Rosengartens) erbaut, 1869 eröffnet. Mit seinen drei Geschossen habe es sich neben den benachbarten Fachwerkhäusern wie „ein Protzbau“ ausgenommen, sagt Inke Paulsen schmunzelnd. Das Erdgeschoss ist fast fünf Meter hoch, bis zur Decke sollen Regale mit Stoffen gereicht haben. Eine Reihe eiserner Stützsäulen trug die Decke der Erdgeschosshalle, die hohen Schaufenster mit Rundbogen ermöglichten von der Straße aus den Blick hinein auf die Waren und nahmen sich aus wie Arkaden.

Das Entree wie im Originalbau wieder herzustellen, hatten sich Joachim Wegener und Inke Paulsen – in Absprache mit den Eigentümern und der Landesdenkmalpflege – zur Aufgabe gemacht. „Wir haben uns an alten Plänen orientieren können“, schildern die Architekten. Zerstört worden war das alte Raumgefüge 1955, als große Stahlträger eingebaut worden waren. 1992 war zudem ein Umbau in ein Einrichtungshaus mit Empore erfolgt.

„Wir mussten viel rausräumen“, um zur historischen Raumstruktur zurückzukehren“, so Joachim Wegener. Der jetzige Empfangsbereich der Anwaltskanzlei entspricht dem Original-Grundriss, vier Büros für die Rechtsanwälte und ein Besprechungsraum sind durch eingestellte Glaswände abgeteilt „und erfüllen alle Schallschutznormen“, versichert Wegener. Die großen Fenster – nur im unteren Drittel mit Folie versehen – gewähren Einblick von außen und lassen die Tiefe und den Raum erahnen. Die Rundfenster lassen sich jetzt öffnen, statt Einfach- gibt es nun eine Isolierverglasung. „Es sind aber noch die Originalfenster von 1869 aus Eichenholz, das war eine Auflage der Denkmalpflege“, berichtet Inke Paulsen.

Das Wohn- und Geschäftshaus Am Rosengarten 13 (im ersten Stock befindet sich eine Arztpraxis, im Obergeschoss eine Wohnung) ist 2015 nach der Novellierung des schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes in die Denkmalliste aufgenommen worden. Sowohl das Landesdenkmalamt als auch die Eigentümer hätten einen hohen gestalterischen Anspruch bei der Sanierung gehabt, betonen die Architekten. Die hohe Identifikation der Eigentümer mit ihrem Haus empfinde sie als sehr besonders, bemerkte Inke Paulsen, diese schlage sich sogar im Logo auf den Visitenkarten nieder.

Acht Monate hat die Sanierung des Gebäudes in Anspruch genommen, über die Kosten schweigt Karsten Hinz. Überraschungen blieben während der Arbeiten an dem alten Haus nicht aus: Die Fachwerkwand zum Nachbarhaus („Massur“) musste zum Leidwesen der Architekten entfernt werden. „Sie war ausgebeult, was bedeutet, dass sie zu viel Last trug.“ Die Decke wurde dort abgefangen, die Wand neu aufgebaut.

Wegen jahrzehntelang unbemerkt gebliebener Feuchtigkeitsschäden mussten zudem Deckenbalken im Eingangsbereich von unten saniert werden. Aber es gab auch eine Entdeckung, die die Architekten jubeln ließ: Verborgen hinter einer Hartfaserplatte und Mauerwerk im Treppenhaus (es entstand 1910 zusammen mit einem zweiachsigen Anbau an der Südseite des Hauses) entdeckten sie ein großes bleiverglastes Fenster in schlichtem geometrischen Jugendstil. „Es wurde beim Glaser aufgearbeitet und wieder im Treppenhaus eingesetzt“, sagt Inke Paulsen.

Führungen auch in Gedenkstätte und Kirchen

Das ehemalige Eutiner Handelshaus Am Rosengarten 13 ist am Sonntag, 11. September, von 11 bis 14 Uhr öffentlich zugänglich. Architektin Inke Paulsen und Eigentümer Karsten Hinz führen durch die Räume.

Die Gedenkstätte Ahrensbök (Flachsröste 16, an der B 432) beteiligt sich ebenfalls am Tag des offenen Denkmals. Das 1883 errichtete Direktorenwohnhaus der ehemaligen Zuckerfabrik Holstendorf – 1933 als frühes Konzentrationslager für Schutzhäftlinge genutzt, von 1941 bis 1945 wurden dort Zwangsarbeiter beschäftigt – wird am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Führungen finden um 11 und 15 Uhr statt.

In Altenkrempe gibt es um 12.30 Uhr eine Führung durch die 1197 erbaute Basilika, Milchstraße 18. Sie ist von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet.

In der Johanniskirche in Oldenburg , Wallstraße 3, werden stündlich Führungen angeboten. Öffnungszeiten am Sonntag: 13 bis 18 Uhr.

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ lautet das Schwerpunktthema am Tag des offenen Denkmals. Über 160 Kulturdenkmale im Land stehen am Sonntag offen.

 Ulrike Benthien

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