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Ostholstein Ein Schulvormittag im Dodauer Forst
Lokales Ostholstein Ein Schulvormittag im Dodauer Forst
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20:39 15.09.2016
Fünf Töne lassen sich auf dem Fürst-Pless-Horn blasen, demonstrierte Hans-Jürgen Napalowski Hutzfelder Viertklässlern. Quelle: Fotos: Benthien

Morgens um 8 Uhr ist an der Bräutigamseiche schon schwer was los, zumindest, wenn der Walderlebnistag ansteht. Rund 135 Kinder aus sechs Klassen der Eutiner und der Hutzfelder Grundschule hatten sich gestern dort eingefunden, um im Dodauer Forst praktischen Unterricht zu erleben. „Wir wollen euch zeigen, wie viel man in unserer Natur und im Wald erleben kann“, sagte Rudolf Stein von der Kreisjägerschaft Eutin, deren Bläsergruppe die Schüler zünftig mit dem Signal „Begrüßung“ willkommen geheißen hatte. Artig gaben die Kinder ein „Guten Morgen, ihr Jäger“

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Fünf Töne lassen sich auf dem Fürst-Pless-Horn blasen, demonstrierte Hans-Jürgen Napalowski Hutzfelder Viertklässlern.

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„Seid wachsam und geht mit offenen Augen durch die Gegend“, riet Rudolf Stein den Mädchen und Jungen noch, ehe Organisatorin Sonja Strube vom Verein „Erlebnis Natur“ („Erna“) übernahm. 15 Stationen sollten die Kinder im Dodauer Forst ansteuern, auf dem Weg von einer zur nächsten nicht rennen, aber auch nicht trödeln. „Sonst gerät der Zeitplan durcheinander.“ An der letzten Station, so Sonja Strube, gäbe es für jede Gruppe – die Klassen waren vorher geteilt worden – einen Fragebogen, mit dem das Wesentliche der Anlaufpunkte abgeklopft werde. „Also hört gut zu. Ihr arbeitet als Team, die Klassenergebnisse werden zusammengezählt“, erklärte sie und gab den Schülern mit auf den Weg: „Ihr müsst viel und regelmäßig trinken, heute ist ein warmer Tag.“

Rund zweieinhalb Stunden verbrachten die Viertklässler auf einem Rundparcours im Wald, die 15 Lern-Stationen wurden von der Kreisjägerschaft, von „Erna“, dem Forstamt Dodau, den Landfrauen, dem Verein Wasser-Otter-Mensch, dem Umweltschutztrupp der Polizei Eutin, der Gruppe Seeadlerschutz, dem Eutiner Imkerverein, Vertretern der Landwirtschaft und den Jagdhornbläsern betreut. Schnuppern, fühlen, lauschen, spielen: Der Wald bot für alle Sinne etwas.

Beim Verein Wasser-Otter-Mensch erfuhren die Schüler von Carsten Burggraf allerlei über das Leben des Fischotters, seine Gefährdung und wie man ihn entdecken kann. Dass das Jagdhorn dazu dient, sich in der Jägerei zu verständigen und jeder Wildart ein Signal zugeordnet ist, demonstrierte ihnen Hans-Jürgen Napalowski. Lustig fanden die Kinder das Signal „Schüsseltreiben“ – „das bedeutet für die Jagdgesellschaft: Es geht zum Essen“, so Napalowski.

Welche Spuren das Wild in Wald und Flur hinterlässt, vermittelte den Schülern Jan Hardop von der Kreisjägerschaft. Sie sahen an seiner Station nicht nur Pfoten-, Huf- und Fußabdrücke auf Papier, sondern auch im Gelände, das die Jäger vorher präpariert hatten. Auch das Gewölle eines Kauzes könne man beim Spaziergang im Wald entdecken, so Hardop. Die mitgebrachten Hasenköttel in einer Plastikschale veranlassten einen Schüler allerdings zu der erstaunten Bemerkung „Da ist doch sonst immer Zwiebelmett drin!“ und die Jäger zu einem Heiterkeitsausbruch. Fledermäuse, Seeadler und Hunde standen ebenfalls an Stationen im Mittelpunkt, genauso wie das „Verhalten im Walde“ und die „Geräusche des Waldes“. Vergnüglich geriet das Tannenzapfenwerfen.

Nach einem erlebnisreichen Vormittag im Wald gab es für die ausgepowerten Kinder auf der Festwiese hinter dem Forsthaus Stockbrot, Würstchen und Getränke. Alle Klassen bekamen zur Belohnung einen Baumsetzling, eine Linde. Im Wissenstest sicherte sich die 4a der Gustav-Peters-Schule den ersten Platz. Die Schüler dürfen demnächst mit den Jägern zum Abendansitz und das Wild vom Hochsitz aus beobachten. Platz 2 ging an die 4b der Gustav-Peters-Schule. Sie wird von „Erna“-Mitarbeitern im Unterricht Besuch bekommen, die ihnen von der Rückkehr des Wolfs berichten werden.

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