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Ostholstein Ein Schwabe gewinnt die „Lachmöwe“
Lokales Ostholstein Ein Schwabe gewinnt die „Lachmöwe“
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22:16 31.10.2016
Volles Haus: Etwa 60 Zuschauer kamen am Sonnabend in die Altdeutsche Bierstube. Quelle: Fotos: Hofmann

Da waren es nur noch drei: Beim sonnabendlichen Finale zum Heiligenhafener Kleinkunstpreis „Lachmöwe“ waren nur noch Olaf Bossi, Piero Masztalerz und Kristian Kokol im Rennen. Während die anderen drei Kabarettisten bereits am Freitagabend vom Publikum per Schulnoten herausgewählt wurden und ihre Sachen packen mussten (die LN berichteten), hatten die verbliebenen Künstler Gelegenheit, mit erweitertem Repertoire um die Gunst der Zuschauer zu buhlen.

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Stuttgarter Lieder-Kabarettist Olaf Bossi erhält Heiligenhafener Kleinkunstpreis – Das Publikum entschied über Sieg und Niederlage in der Altdeutschen Bierstube.

„Was sagt ein fahrradfahrender Vampir, wenn er von der Polizei gefragt wird, ob er etwas getrunken hat? Zwei Radler.“Kristian Kokol

Den Anfang machte Olaf Bossi. Er sorgte für Heiterkeit in der proppenvollen Altdeutschen Bierstube am Marktplatz. Gut 60 Heiligenhafener – die meisten von ihnen auch schon am Vorabend dabei – wollten ihre Favoriten noch einmal sehen. Mit der Frage „Hatten Sie schon mal die Handwerker im Haus?“ konnte der Schwabe schnell Mitfühlende für sich gewinnen. Gekonnt vertonte er Geschichten aus dem echten Leben, sang von Handwerkern, die ihn morgens um halb sieben aus dem Schlaf rissen. „Draußen steht der Statiker und traut sich nicht ins Haus“, und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

Gekonnt lotste er mit Sprüchen durch sein Programm: „Die 99 Banker versauen dem Ehrlichen den Ruf“, erntete herzliche Lacher, bevor es mit „Rosamunde Pilcher für die Ohren“ weiterging. Doch nur auf den ersten Blick handelte der „Urlaubssong unzensiert“ von einer Traumreise, das Publikum sang mit, folgte der Aufforderung denn, „Der Text ist egal, wirklich!“.

Während Bossi mit seinen komödiantisch vorgetragenen Liedern an Größen wie Ina Müller erinnerte, führte Piero Masztalerz in das noch junge Genre der „Cartoon Comedy ein“, begann seine Show in Zwiesprache mit einem etwas zerzaust wirkenden Zeichentrick-Hasen ohne Hose, bevor der gelernte Karikaturist ein Potpourri seiner Werke präsentierte. Bitterböse karikierte der Lübecker Politik und Religion, sorgte mit vielen anzüglichen Zeichnungen für Spannung an den Lachmuskeln. Erst zum Höhepunkt seines Auftritts streifte er ein goldenes Glitzer-Jackett über, fing zu Musik von Roland Kaiser und Wolfgang Petry an zu singen, während passende Cartoons die Musik untermalten.

Als letztes trat der Kölner Kristian Kokol auf die Bühne, vertraute einzig auf die Überzeugungskraft seiner Sketche. „Was sagt ein fahrradfahrender Vampir, wenn er von der Polizei gefragt wird, ob er etwas getrunken hat? Zwei Radler.“ Erzählte dem Publikum charmant von seiner Faulheit. „Man muss mehr Sachen lassen – arbeiten lassen, kochen lassen.“ Am besten schmecken ihm mit dem Glätteisen zubereitete Fischstäbchen. „Hartz-IV-Suschi eben“.

Zum Schluss reichte es für Masztalerz und Kokol nicht ganz, Olaf Bossi aus dem Süden war es, der das Heiligenhafener Publikum mit bekannter aber gekonnt vorgetragener Kost fest im Griff hatte. Er darf die „Lachmöwe 2016“ sein Eigen nennen und nahm 1000 Euro Preisgeld mit nach Hause.

Marc R. Hofmann

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