Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Ein Spielzimmer unter freiem Himmel
Lokales Ostholstein Ein Spielzimmer unter freiem Himmel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 30.09.2016
Manal und Tyler zeigen Marianne Unger (KSB, l.), Kita-Leiterin Sandra Kibbel und Bürgermeister Martin Voigt die gesammelten Schätze auf ihrem Baum-Tisch. Quelle: Fotos: Binder

Insgesamt sind 15 Plätze zu vergeben. Kita-Leiterin Sandra Kibbel – die Waldgruppe ist an den St.-Johannis-Kindergarten angegliedert – ist zuversichtlich, dass „die Nachfrage größer wird, wenn sich das neue Angebot erst herumspricht“.

Zur Galerie
Erste Kita im Nordkreis hat eine Waldgruppe eingerichtet – Kinder und Erzieherinnen bewegen sich vorrangig draußen auf dem Gelände des Oldenburger Wallmuseums – Für extreme Wetterlagen gibt es einen Rückzugsraum.

Noch Plätze frei

Weitere Infos zur Waldgruppe gibt es im St.-Johannis-Kindergarten unter Telefon 04361/8770. Noch sind freie Plätze zu vergeben.

„Die Gruppe wurde sehr kurzfristig eingerichtet“, sagt auch Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos), „die aktuelle Belegung stimmt uns hoffnungsvoll, dass wir im kommenden Jahr alle Plätze vergeben können.“ Im Mai hatte die Stadt grünes Licht für das Naturprojekt des Kinderschutzbundes (KSB) als Kita-Träger gegeben. Anfang 2017 sollen zudem zehn weitere Krippenplätze eingerichtet werden; das Deutsche Rote Kreuz (DRK) will dafür das Gebäude im Weidenkamp umbauen (die LN berichteten). Damit gibt es in Oldenburg dann nach Angaben der Stadtverwaltung 249 Betreuungsplätze für Drei- bis Sechsjährige und 65 Plätze für Kinder unter drei Jahren.

Die Waldgruppe sei aber nicht nur mit Blick auf den Bedarf an Betreuungsplätzen ein Plus für die Stadt, so Bürgermeister Voigt, sie erweitere auch die Angebots-Vielfalt. Die Gruppe soll sich fortan bei fast allen Wetterlagen draußen aufhalten. Die einzigen Ausnahmen sind laut Kita-Leiterin Kibbel Gewitter, Sturm oder extreme Minustemperaturen. In solchen Fällen steht ein Raum im Wallmuseum als Rückzugsort zur Verfügung.

Bisher gab es derlei Projekte nach Angaben der Kreisverwaltung nur im südlichen Bereich Ostholsteins. Insofern sei sie auch sehr froh, dass das Oldenburger Vorhaben geklappt habe, betont Marianne Unger vom KSB. „Kinder wechseln heutzutage von einer künstlichen Umgebung in die nächste – sie erfahren oft viel zu wenig Natur, obwohl das für die Entwicklung so wichtig ist“, sagt sie. Die Bewegung im Wald sei „ein guter Ausgleich zur Beschäftigung mit Computer und Fernseher“.

Die Kinder selbst haben sich jedenfalls gut eingelebt. Zusammen mit ihren Betreuerinnen Inke Müller und Andrea Hauschild haben Manal (2), Noah (4), Tyler (5), Bosse (5), Luca (5) und Jari (6) ihr Spielzimmer unter freiem Himmel schon zu großen Teilen eingerichtet: Es gibt eine Schaukel, einen Tisch und Stühle aus Baumstümpfen sowie ein großes Sonnensegel, das das Museum spendiert hat.

Außerdem stehen natürlich jede Menge Kletterbäume herum, die Kinder haben eine große Wurzel zum „Baum-Taxi“ ernannt, es gibt Bastelmaterial ohne Ende – und ab und zu gesellen sich sogar kleine Tiere als Spielkameraden hinzu. Wie die grüne Raupe, die die Kinder „Nimmersatt“ getauft haben und eifrig mit Blättern füttern. Ob ihnen der Alltag im Freien gefällt? „Ja klar“, sagt Bosse – und ist dann auch schon wieder unterwegs zum nächsten Abenteuer.

 Jennifer Binder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige