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Ostholstein Ein Stück Ostholstein in Kiel
Lokales Ostholstein Ein Stück Ostholstein in Kiel
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22:56 07.03.2018
Gemälde (links) und Paternoster, nur getrennt durch einen Falz.

Folgerichtig trägt die Ausstellung den Titel „Die Landschaft im Blick“. 28 Gemälde aus 160 Jahren repräsentieren nicht nur die Schönheit der Gegend zwischen Plön und Ostsee, sondern auch den sammlerischen Schwerpunkt des Ostholstein-Museums. „Wir wollen die Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit des Museums und unserer ostholsteinischen Landschaft zeigen“, sagte Hümme bei einem Rundgang.

Die Holsteinische Schweiz ist in das Kieler Landeshaus eingezogen. Dort ist jetzt eine Ausstellung mit Landschaftsbildern aus dem Eutiner Ostholstein-Museum eröffnet worden. Dafür hat Museumschefin Dr. Julia Hümme Darstellungen der hiesigen Landschaft ausgewählt.

Öffnungszeiten und Zugang

Die Ausstellung im Kieler Landeshaus, Düsternbrooker Weg 70, ist bis zum 25. April zu sehen. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Personalausweis sollte zum Besuch der Ausstellung mitgebracht werden, er muss am Eingang vorgezeigt werden. Zur Ausstellung geht es mit dem Paternoster.

Beim Hängen wurden die Bilder nach Motiven geordnet, nicht nach Alter. So hängen ungerahmte Bilder neben solchen mit dicken Goldrahmen, alte neben neuen, große neben kleinen.

Die Namen der Maler – etwa Friedrich Loos oder Hinrich Wrage – dürften nicht allen Besuchern geläufig sein. Alle Künstler aber haben aber eine Verbindung nach Ostholstein: Weil sie dort lebten oder dort malten oder beides. Und so kommt es, dass eine Darstellung einer Londoner Straße im Regen in der Ausstellung hängt. Ihr Maler Michael Art (1955–2013) ist in Eutin geboren und aufgewachsen.

Dass Ostholstein im Sonnenschein mindestens ebenso schön, wenn nicht sogar viel schöner ist als London im Regen, zeigen vor allem die älteren Bilder. Gewiss muss ihnen eine gewisse romantische Verklärung zugestanden werden. Aber selbst wenn der Betrachter die in Gedanken abzieht, wird er sehen, welch lieblicher Landstrich abgebildet ist. Ein Umstand, der bei den Ansprachen zur Ausstellungseröffnung im Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtages hier und da erwähnt wurde.

Die Ausstellung „Die Landschaft im Blick“ ist die zweite der aktuellen Ausstellungsreihe „Kulturland Schleswig-Holstein“, die der Landtag gemeinsam mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) organisiert. Diese neue Serie hat im November begonnen und sieht noch zwei weitere Ausstellungen in diesem Jahr vor. „Insgesamt gibt es diese Reihen seit fast 20 Jahren. Die letzte war sehr erfolgreich“, berichtete Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU).

Die Ausstellungen bieten den Museen des Landes die Möglichkeit, sich in Kiel an zentraler Stelle zu präsentieren. „Die Bandbreite des Landes wird nicht nur geografisch, sondern auch kulturell abgebildet“, sagte Schlie. Mit den Schauen würden die gesamte Kulturbreite und alle Ecken des Landes ausgeleuchtet. Im Gegenzug rücken die ausstellenden Museen ins Blickfeld und gewinnen neue Besucher.

Bei der Eröffnungsveranstaltung im Plenarsaal schlug Schlie den Bogen von der Landschaftsmalerei zur Politik, die dort gemacht wird. „Landschaftsmalerei kann man nicht als völlig unpolitisch abtun.“

Sie sei auch Ausdruck gesellschaftlicher und politischer Positionen und zeige, wie Menschen die Landschaft veränderten.

Die Veränderungen, die das Ostholstein-Museum durchgemacht hat, skizzierte Hümme. Das Museum feiert im kommenden Jahr sein 130-jähriges Bestehen. Es hat sich mittlerweile von einem Heimatmuseum zu einem Haus mit Schwerpunkt Kunst und Kultur gewandelt. „Ich bekomme aber immer noch Post an das Kreisheimatmuseum“, berichtete Hümme. Der Name wurde 1989 abgelegt. „Museen sind nicht staubig, statisch und langweilig, sondern sie verändern sich ständig“, sagte die Kunsthistorikerin.

Sie selbst ist mit ihren Ausstellungen sehr erfolgreich. Darauf verwies Landrat Reinhard Sager (CDU). Das Museum habe im vergangenen Jahr 25000 Besucher gehabt. „Eine Zahl für ein Kreismuseum, die ihresgleichen sucht.“ Wenn er auch nicht verschweigen wolle, dass ein schlechter Sommer und die Playmobil-Ausstellung dazu beigetragen hätten, sagte Sager.

Wer während der Kieler Ausstellung ins Ostholstein-Museum geht, muss auf die im Landeshaus gezeigten Gemälde nicht gänzlich verzichten. An ihrer Stelle hängen Fotos als Platzhalter.

Ulrike Plötz: Die Malerin der Gemälde

Es hat etwas vom Film im Film: Die Urban Sketcherin Ulrike Plötz aus Eutin kam ins Kieler Landeshaus, um die Gemälde zu malen. Mit Farbe, Pinseln und einem Skizzenbuch ausgestattet, hielt sie fest, was sie in der Halle im ersten Stock sah. Wobei sich Ulrike Plötz die künstlerische Freiheit nahm, den Raum optisch ein wenig zusammenzuziehen.

Plötz hatte es der herrlich nostalgische und in Regenbogenfarben bemalte Paternoster angetan, der am Rande der Ausstellung seine Runden durch die Stockwerke des Landeshauses dreht. Besonders sagte ihr die Kombination von buntem Aufzug und den Landschaftsgemälden zu. Deshalb verkürzte Plötz in ihrer schnell hingeworfenen und colorierten Zeichnung einfach den Abstand zwischen dem Paternoster und einem der Gemälde. Nun liegt nicht mehr als ein Falz dazwischen. sas

Susanne Peyronnet

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