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Ostholstein Ein Stück Straße und ein Auto: Bosau investiert ein bisschen
Lokales Ostholstein Ein Stück Straße und ein Auto: Bosau investiert ein bisschen
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21:19 19.04.2016
Von hier aus 250 Meter: So viel von der Straße zwischen Kleinneudorf und der K 53 wird in diesem Jahr saniert. Quelle: Fotos: Peyronnet

Die Anstrengung auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten hat sich gelohnt, obwohl doch ein Fehlbetrag bleibt. So ganz kommt die Gemeinde Bosau in diesem Jahr nicht ohne neue Kredite aus. Dafür dürfen sich die Bürger über ein paar wenige Investitionen in ihrer Gemeinde freuen.

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Haushalt 2016 konnte nicht ganz ausgeglichen werden — Neue Schulden in Höhe von 267000 Euro — Das Sparen geht Jahr für Jahr weiter.

267000 Euro neue Schulden müssen gemacht werden, um diese Investitionen in Höhe von insgesamt 363700 Euro bezahlen zu können. Auf der Anschaffungsliste steht als dickster Brocken das neue Feuerwehrfahrzeug für Hassendorf. Es kostet die Gemeinde 81600 Euro, weitere 28400 Euro steuert der Kreis als Zuschuss bei. Das Fahrzeug ersetzt den 52 Jahre alten Feuerwehr-Oldtimer der Wehr, der immer noch schnaufend und dunkle Auspuffwolken ausstoßend seinen Dienst verrichtet Was allen Bosauern — ob Feuerwehrleute oder nicht — schwer auf dem Magen liegt, ist der Zustand der Straßen. Um ein Teilstück von 250 Metern auf der völlig maroden Strecke von Kleinneudorf zur K

53 (Hutzfeld — Bosau) zu sanieren, gibt die Gemeinde in diesem Jahr 80000 Euro aus. Sobald der Haushalt genehmigt und die Ausschreibung beendet ist, sollen die Arbeiten beginnen, kündigte Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) an. Voraussichtlich im Sommer kommen die Baumaschinen.

Bleiben noch zwei Posten für größere Investitionen übrig. 35800 Euro gibt Bosau für den Beitritt zum Breitband-Zweckverband aus. Mit dieser ZVO-Sparte soll in absehbarer Zeit schnelles Internet in die Gemeinde kommen. 20000 Euro Zuschuss gehen an den Bosauer Sportverein, der sein Sportlerheim energetisch sanieren will. Im Gegenzug, erläutert Schmidt, entfällt ab 2017 die Pflicht, die laufenden Kosten, etwa für Strom und Abwasser, für das Heim zu bezahlen.

„Unser Ziel muss es sein, die Kreditaufnahme gering zu halten oder auf null zu senken“, gibt Schmidt die Marschroute vor. Jahr für Jahr bemühen sich Kommunalpolitik und Verwaltung, einen einigermaßen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen. Nachdem 2015 einige lukrative Immobilienverkäufe dabei mithalfen, war für den Haushalt 2016 die ganze Kreativität der Kommunalpolitiker gefragt. Zumal die Voraussetzungen nicht die besten waren, etwa durch die höhere Kreisumlage und gekürzte Schlüsselzuweisungen.

Ein Ergebnis der Suche nach Einsparmöglichkeiten war die Schließung des Jugendzentrums in Hassendorf. Das spart ab 2017 Personalkosten ein. Vor allem aber hat die Offene Ganztagsschule der Heinrich-Harms-Schule in Hutzfeld mittlerweile die Betreuung der Jugendlichen übernommen, sogar samt Mittagessen. „Es hat sich niemand beschwert, dass wir das Jugendzentrum schließen“, sagt Schmidt.

Probleme könnte der Gemeinde noch die Flüchtlingsunterbringung machen. Bosau hat, wie viele andere Kommunen auch, Wohnungen für ein bis vier Jahre gemietet, die nun, wo kaum noch Flüchtlinge in Deutschland ankommen, nicht mehr gebraucht, aber dennoch bezahlt werden müssen. Schmidt rechnet mit 10000 Euro nicht erstatteter Unterbringungskosten monatlich für alle zehn Gemeinden des Amtes Großer Plöner See, zu dem Bosau gehört. „Da müssen wir auf jeden Fall nachsteuern“, sagt der Bürgermeister voraus.

Egal, wie es mit den Kosten für die Flüchtlingsunterbringung weitergeht, eines ist sicher: In der zweiten Jahreshälfte rauchen in Bosau wieder die Köpfe der Kommunalpolitiker. Dann steht der Haushalt 2017 an, wieder einer, der ausgeglichen gestaltet werden soll. Ein paar Vorkehrungen dafür sind zumindest schon getroffen worden.

Der Haushalt in Zahlen

6,63 Millionen Euro gibt Bosau im Verwaltungshaushalt 2016 aus. Dem stehen Einnahmen von 6,45 Millionen Euro gegenüber.

363 700 Euro werden in diesem Jahr investiert. Der Vermögenshaushalt kann jedoch nur durch eine Kreditaufnahme von 267100 Euro ausgeglichen werden.

210 800 Euro beträgt der Fehlbedarf, den die Gemeinde seit zwei Jahren vor sich her schiebt.

1 Million Euro beträgt Ende des Jahres der Schuldenstand.

80 000 Euro hat die Gemeinde im Jahr 2015 getilgt.

Von Susanne Peyronnet

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