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Ostholstein Ein Stückchen Ewigkeit – gemalt mit Nadel und Faden
Lokales Ostholstein Ein Stückchen Ewigkeit – gemalt mit Nadel und Faden
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22:14 07.04.2017
Der Altarbehang in seiner Vitrine stieß bei den Gästen im Eutiner Schloss auf großes Interesse. Quelle: Foto: M. Boller
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Eutin

Es hat Kriege überstanden, wurde gefunden, versteckt und gerettet: Jetzt hat es im Eutiner Schloss einen ganzen Raum für sich. Am Donnerstagabend wurde das Antependium der Öffentlichkeit präsentiert. „Dankbarkeit zieht sich wie ein goldener Faden durch unsere Festwoche“, sagte Stiftungsvorstand Brigitta Herrmann in der Eutiner Schlosskirche, als vor illustren Gästen offiziell der neue Museumsbereich „Das Antependium von 1641 und die Fürstbischöfe von Lübeck“ eröffnet wurde. Ihr Dank galt allen Beteiligten: „Allein hätten wir diese Arbeit nie geschafft.“

Neben der detektivischen Recherche, die das Ehepaar Karin und Wolfdieter Schiecke auf sich genommen hatte, um die Herkunft des einzigartigen Altarbehanges größtenteils zu klären (die LN berichteten), sei es vor allem der Freundeskreis Schloss Eutin gewesen, der diese Neupräsentation ermöglicht habe. 34 000 Euro habe die Herrichtung des klimatisierten und abgedunkelten Raumes gekostet, in dem das 5,50 Meter mal 0,90 Meter große und reich bestickte Antependium in einer Vitrine zu sehen ist. 17 000 Euro habe die Stadt Eutin für die Einrichtung des Fürstbischofsraumes gegeben.

Der Eutiner Bürgervorsteher Dieter Holst würdigte, dass hier Geschichte erfahrbar gemacht werde. Die erste Vorsitzende des Freundeskreises, Monika Obieray, erzählte, warum der Verein sein gesamtes Vermögen in dieses Projekt gesteckt habe.

„Es ist ein religiöses und protestantisches Dokument, davon gibt es nicht so viele“, sagte sie. Es sei im 30-jährigen Krieg in Auftrag gegeben worden, wahrscheinlich von Fürstin Maria Elisabeth, die 1630 hierher verheiratet worden sei. Mit der medialen Lupe könne man es heute anders betrachten als die Menschen vor 376 Jahren. Jedes Medaillon sei gemalt mit Nadel und Faden.

Es gebe kein vergleichbares Stück in der Kunstgeschichte, erläuterte Dr. Wolfdieter Schiecke, als er die Suche nach der Herkunft dieses Schatzes Revue passieren ließ. In einem Punkt gab es dann Widerspruch. Kunsthistoriker Dr. Bernhard Heitmann erklärte, seiner Meinung nach habe nicht die Fürstin allein das Kunstwerk aus ihrer Privatschatulle gezahlt, sondern aus der gemeinsamen Kasse mit dem Gatten Friedrich. „Das Monogramm FME bedeutet nicht Frau Maria, sondern Friedrich Maria Elisabeth.“ Weiter führte er aus, dass der edle Samtstoff des Altarbehanges in Hamburg hergestellt worden sei.

Sein Fazit: „Das Antependium ist wahrscheinlich im letzten Moment gerettet worden. Die Generation der Geldgeber und Stiftungsgründer wird enden.“ Den anwesenden Christian Herzog von Oldenburg beglückwünschte Heitmann, dass ein Stück seiner Familiengeschichte so schön hergerichtet worden sei.

bol

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