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Ostholstein Ein Waran, zwei Boas, 49 Piranhas
Lokales Ostholstein Ein Waran, zwei Boas, 49 Piranhas
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09:54 07.01.2016
Stefan Tauscher hebt den Bindenwaran „Salvatore“ aus dem Terrarium. Die Echse wiegt knapp 15 Kilo.
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Timmendorfer Strand

Ja, Fische werden auch gezählt an diesem Mittwochvormittag im Sealife-Center Timmendorfer Strand — aber sie stehen bei der Inventur ausnahmsweise nicht im Vordergrund. Die Bewohner der Abteilung Regenwald stehlen ihnen die Show: Der Waran „Salvatore“ und die beiden Königsboas machen einfach einiges her und strahlen — im Gegensatz zu den flink umherhuschenden Fischen — Ruhe aus, das gibt schöne Bilder.

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Inventur im Sealife-Center Timmendorfer StrandJonas (9) und Jakob (6) zählen Piranhas.

Und um Bilder geht es natürlich beim werbewirksamen Inventur-Termin, weshalb sich mehrere Fernseh-Teams mit schweren Kameras und Puschel-Mikrofonen in den Gängen des Sealife-Centers drängen und fünf Kindern folgen — den „Jungen Umweltschützern“, die heute beim Zählen helfen und angesichts des Medienandrangs viel zu tun haben. Jonas (9) und Jakob (6) nehmen sich die Piranhas vor. 44 dieser südamerikanischen Fische seien im Becken, sagt Jonas knapp, „ich habe sehr schnell gezählt“. Vielleicht ein bisschen zu schnell, denn tatsächlich sind es 49. Ürek (9) und Finja (8) werden derweil auf ein Interview vorbereitet, denn der Radiosender NDR 1 — „Welle Nord“ schaltet heute zweimal live zur Inventur, und die beiden Mädchen sind ein wenig aufgeregt. „Ich hatte Angst, aber dann lief alles gut“, meint Ürek hinterher und läuft mit Finja zum Rochenbecken, um zuzugucken, wie die neugierigen Knorpelfische die Köpfe leicht aus dem Wasser heben.

Dann ist „Salvatore“ an der Reihe. „Ich trete seitlich an ihn heran“, erklärt Zootierpfleger und Aquarist Stefan Tauscher, „greife nach der Schwanzwurzel und dann unter den Körper.“ Gesagt, getan, Tauscher klettert ins Terrarium und hebt den 1,70 Meter langen Bindenwaran hoch. „Salvatore“ bleibt entspannt. „Mit diesem Tier haben wir Glück gehabt, er ist sehr friedlich“, sagt Chef-Biologe Jens Hirzig, „es gibt auch aggressivere Exemplare.“ „Salvatore“ zeigt einige Male seine lange Zunge, lässt sich wiegen — 14,76 Kilo — und hat dann keine Lust mehr, beginnt zu zappeln — Ende der Vorstellung.

„Diese Inventur ist für uns wichtig, um zu sehen, was in einem Jahr passiert ist“, berichtet Hirzig. Kontrolliert würden auch die eher versteckt lebenden Tiere wie die Welse. Andere Arten wie die Anemonen vermehrten sich fleißig, „da kann einiges hinzukommen“, wieder andere Arten würden weniger, wenn einzelne Tiere krank und/oder gefressen werden. Nicht jeder Meeresbewohner werde gewogen oder vermessen, so Hirzig: „Für den Lippfisch ,Napoleon‘ etwa wäre der Stress einfach zu groß.“

Eher gleichgültig reagiert hingegen eine der Königsboas auf die Prozedur. Tauscher überprüft die Haut der zwei Meter langen Schlange auf Parasiten: „Einwandfrei“ lautet das Ergebnis des Gesundheitschecks. Die Boa schlängelt sich um Tauschers Arm. „Sie ist ein einziger Muskel und stärker als ich“, erklärt er, „aber sie nimmt mich nicht als Beute wahr.“ Die Schlange wiegt 4,84 Kilo, das sei recht viel, so der Fachmann, aber noch im Rahmen. Und falls das schöne Reptil dicker werden sollte, wird das spätestens bei der nächsten Inventur festgestellt.

latz

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