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Ostholstein Ein Weihnachtsfest für alle Religionen
Lokales Ostholstein Ein Weihnachtsfest für alle Religionen
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18:19 24.12.2015
Jumaie hilft vor dem Fest beim Schmücken des Tannenbaums. Er freue sich, mit allen gemeinsam Weihnachten zu feiern, sagt er. Quelle: Fotos: Binder

„O Tannenbaum“ tönt es durch den Speisesaal in der Flüchtlingsunterkunft in Putlos. Das Weihnachtslied kennen auch viele Asylsuchende schon; die Kinder können größtenteils sogar mitsingen: Es wurde beim Schmücken gespielt und bei den Proben für den Tanz, den die Kinder eigens für die Weihnachtsfeier einstudiert haben.

„Bei Weihnachten geht es nicht nur ums Christentum“, sagt Julia Sembritzki vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), dessen Helfer die Feier für die Flüchtlinge organisiert haben, „es ist ein Friedensfest.“

Und so wird hier die Religion zur Nebensache: Alle Bewohner feiern am Morgen des 24. Dezember gemeinsam — ob sie dem Islam, dem Christentum oder noch einer anderen Religion angehören, ist egal.

Das sieht auch Jumaie aus dem Jemen so. Er hat schon am 23. Dezember fleißig mitgeholfen, den Saal zu schmücken. „Merry Christmas“, ruft er fröhlich und beginnt, zusammen mit den Kindern um einen Tannenbaum zu tanzen. Wie die weiteren Bewohner der Unterkunft freut er sich über die Geste der deutschen Gastgeber. Es sei schön, Weihnachten zu feiern, findet er, und mit freundlichen Menschen zusammen zu sein.

Sogar Geschenke gibt es für die Gäste: Insgesamt 700 Päckchen haben Freiwillige aus der Region in der Vorweihnachtszeit abgegeben. Schüler des Oldenburger Stein-Gymnasiums, Mitarbeiter der Kreisverwaltung und des Finanzamtes, die Landfrauen, die Gilde, viele Mitglieder weiterer Vereine und Privatpersonen — sie alle haben Präsente für die Asylsuchenden beigesteuert, sodass bei der Feier tatsächlich jeder Einzelne etwas auszupacken hat.

Doch auch die Flüchtlinge selbst waren vor dem Fest fleißig. Mehr als 100 Kinder haben drei Wochen lang mit DRK-Mitarbeiterin Nadja Nemitz Deko für die Tannenbäume gebastelt: Bunte Sterne, kleine Weihnachtsbäume aus Papier, Miniatur-Geschenkpäckchen und unzählige weitere Anhänger haben sie gefertigt. Sie wurden am Vortag der Feier gemeinsam mit diversen erwachsenen Helfern aufgehängt und schmücken nun die vielen großen Tannen, die im Speisesaal aufgestellt wurden.

Am Programm sind die Kinder ebenfalls beteiligt — und haben auch hier Kreativität bewiesen, wie Julia Sembritzki schmunzelnd verrät. Als sie in den vergangenen Tagen mit ihnen den großen Auftritt mit Tanz und Gesang geprobt habe, hätten die kleinen Darsteller schnell eigene Ideen für die Choreografie entwickelt. „Die haben wir dann mit eingearbeitet“, erzählt die DRKlerin, die sich über die Begeisterung der Kinder freut.

Am Ende des Tages steht eines fest: Ein gutes Miteinander hängt nicht von Dingen wie einer gemeinsamen Nationalität oder Religion ab. Das wird bei der Weihnachtsfeier mit ihrer bunt gemischten Teilnehmerschar noch einmal ganz deutlich.

„Bei Weihnachten geht es nicht nur ums Christentum. Es ist ein Fest des Friedens.“
Julia Sembritzki, Rotes Kreuz

Jennifer Binder

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