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Ein Wunsch-Standort für den Markt-Treff Gnissau ist gefunden

Gnissau Ein Wunsch-Standort für den Markt-Treff Gnissau ist gefunden

Derzeit laufen Gespräche mit Direktvermarktern als potenziellen Anbietern – Machbarkeitsstudie soll Ende des Jahres vorliegen.

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Bürgermeister Andreas Zimmermann (l.) und Dirk Häcker vom Dorfvorstand Gnissau mit einer groben Skizze für das Areal an der B 432.

Quelle: latz

Gnissau. Die Planungen für einen Markt-Treff in Gnissau in der Gemeinde Ahrensbök schreiten weiterhin mit großen Schritten voran. Initiatoren und Gemeinde haben bereits einen möglichen Standort für das neue Dorfzentrum ausgeguckt: ein Grundstück nahe der Bundesstraße 432, am Ortsrand im Kirchweg hinter einem alten Bauernhaus gelegen.

„Wichtig ist, dass sich

der Markt-Treff auf Dauer

von alleine trägt.“ Andreas Zimmermann, Bürgermeister

„Das Grundstück ist nahezu ideal“, befand Bürgermeister Andreas Zimmermann bei einem Treffen mit den Initiatoren, die sich seit über zwei Jahren für den Markt-Treff in Gnissau einsetzen. Wichtig sei die Lage an der Bundesstraße, mit der das Gelände über eine neue Zuwegung verbunden werden könnte – der Standort-Check hatte ergeben, dass die Nähe zur B 432 für ausreichend Nachfrage für einen potenziellen Nahversorger sorgen könnte.

In diesem Zusammenhang kontaktieren die Initiatoren derzeit diverse Direktvermarkter in der Region. Die Idee: „Ein Supermarkt-Betreiber könnte zusätzlich Produkte aus der Region zentral anbieten“, sagt Conny Christiansen von der Initiative. Die Palette könne von Fleisch und Eiern über Obst und Gemüse bis zu Kerzen und Seifen reichen – und würde auch Kunden auf der Durchreise von oder zur Ostsee anlocken. Das aber sollte nur ein Zusatzangebot innerhalb eines Grundsortiments auf 400 Quadratmetern sein.

36 Markt-Treffs gibt es in Schleswig-Holstein, 14 weitere sind in Vorbereitung. Nach dem Konzept der Landesregierung, das die Treffs mit 75 Prozent fördert, sollen sie die Nahversorgung im ländlichen Raum verbessern und beruhen als „Tante-Emma-Läden des 21. Jahrhunderts“ auf einem Drei-Säulen-Modell: Kerngeschäft, Dienstleister und Treffpunkt. Die Dienstleister, so die Idee, könnten je nach Bedarf einen multifunktionalen Raum abwechselnd nutzen. Gedacht ist an zahlreiche unterschiedliche Angebote: Fußpflege, Friseur, Physiotherapie oder auch Beratungen in einem „Co-Working-Space“, erklärt Dirk Häcker vom Gnissauer Dorfvorstand. Der dritte Baustein, der Treffpunkt für das soziale Miteinander, soll auch privat oder von Vereinen genutzt werden können.

„Wichtig ist, dass sich der Markt-Treff auf Dauer von alleine trägt“, betont Zimmermann. In Arbeit ist zur Zeit die Machbarkeitsstudie, die von der Aktiv-Region Innere Lübecker Bucht mit 16000

Euro gefördert wird, während die Gemeinde 19000 Euro dafür zahlt. Mit der Studie beauftragt worden ist die Glücksburg-Consulting AG (GLC). Die Ergebnisse der Studie sollen Ende dieses Jahres vorliegen, „und dann werden wohl die Würfel fallen“, meint der Bürgermeister.

Gnissau hat in den vergangenen Jahren unter einer Entwicklung gelitten, die für viele Dörfer typisch ist: Die Gaststätten vor Ort schlossen nach und nach, die letzte wurde 2007 aufgegeben. Das letzte Geschäft machte im Juni 2015 dicht, für die 800 Einwohner gibt es seither kein – erkennbares – Dorfzentrum mehr. Eine Projektgruppe begann jedoch, sich gegen diese Verödung zu stemmen: Die Gnissauer möbelten zunächst einen Bauwagen auf, der seit über zwei Jahren als grün-weiße „Wanderkneipe“ und „rollendes Dorfzentrum“ für Schwung sorgt. Aus dieser Aktion heraus ist der Wunsch nach einem Markt-Treff entstanden, für den sich die Gnissauer engagieren.

Sabine Latzel

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