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Ostholstein Ein halbes Jahrhundert Karl-Schütze-Heim
Lokales Ostholstein Ein halbes Jahrhundert Karl-Schütze-Heim
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18:29 02.07.2016
Dieses Bild entstand in den 1970er Jahren, als die heute noch stehenden Flachbauten hochgezogen wurden. Quelle: hfr

Fünf Kinder zogen am 20. April 1966 in das alte Herrenhaus in der Grömitzer Straße 4 ein. Es war der Auftakt der mittlerweile 50-jährigen Geschichte des Heims Merkendorf, des heutigen Karl- Schütze-Heims. Einer Geschichte, in der es um die Unterbringung von Menschen mit Behinderung geht. Denn eben diesen Jungen und Mädchen wollte Dr. Karl Schütze, ehemaliger Vorsitzender des Hamburger Landesverbands der Lebenshilfe, ein Leben in Würde bieten. Gestern wurde daran während der Jubiläumsfeier mit Live-Musik, Fotoausstellung und Kinder-Mitmachaktionen erinnert.

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Gestern wurde in dem Heim für Menschen mit Behinderung in Merkendorf gefeiert – Ein Rückblick auf die Historie.

Träger der Einrichtung ist das 1966 gegründete Hamburger Lebenshilfe-Werk. Es folgten zahlreiche bauliche Erweiterungen. Auch die alte Schule des Dorfes und das dazugehörige Lehrerhaus wurden erworben. 1974 bot das Heim schließlich Platz für 104 Kinder. 1976 wurde Schütze in den Vorstand der Stiftung berufen und erhielt die Zuständigkeit für Aufbau und Erweiterung des Heims.

„Die Förderung der Kinder war anfangs anthroposophisch geprägt. Morgen- und Abendsingen, Eurythmie, Farbentherapie, Homöopathie und biologisch dynamische Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehhaltung bestimmten den Alltag“, erläutert Einrichtungsleiterin Babett Ritzen. Als es 1976 zu einem Wechsel der Heimleitung kam, änderte sich die Philosophie. Fernsehen und Schallplatten waren nicht mehr tabu, die Zimmerverteilung nicht mehr so orthodox, erwachsene Paare durften zusammen wohnen und Sonderpädagogik stand im Mittelpunkt. Ende der 70er Jahre wurde es dringend notwendig, ein passendes Angebot für Schwerstbehinderte zu schaffen. Ein neues Haus des Heims Merkendorf konnte 1983 bezogen werden. Karl Schütze erlebte die Fertigstellung nicht mehr. Aber: Ihm zu Ehren wurde die Einrichtung 1983 in Karl-Schütze-Heim umbenannt.

Heute bietet dieses Platz für erwachsene Menschen mit Behinderung. Es gibt 134 Wohnplätze in fünf Häusern. „Die Einrichtung ist im Dorf integriert. Die nachbarschaftlichen Beziehungen sind freundlich zugewandt und respektvoll“, sagt Babett Ritzen.

In Zukunft dürfte sich einiges ändern. „Wir haben im Heim zurzeit noch deutlich mehr Doppelzimmer, als es im Selbstbestimmungs-Stärkungsgesetz des Landes vorgesehen ist“, sagt sie. „Da ist es manchmal nicht so einfach, die Privatsphäre jedes einzelnen zu schützen und jedem seinen individuellen Lebensstil zu ermöglichen. Da müssen wir ran.“ Eine Lösung wäre eine weitere Wohneinheit in Neustadt. Dort gäbe es zudem deutlich mehr Abwechslung für die Bewohner, die dies wünschten. ser

LN

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