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Ostholstein Ein lautes Stück vom Glück
Lokales Ostholstein Ein lautes Stück vom Glück
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22:20 18.08.2016
Das Ehepaar Frank und Birgit Indenkämpen mit ihrer Romaner Antikdogge „Betty“ (r.) und dem rumänischen Mischlingsrüden „Rooney“ fühlen sich wohl am Grömitzer Hundestrand. Für Halter und Tiere sehen sie dort optimale Bedingungen. Quelle: Fotos: Thomas Klatt
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Grömitz

Der kleine Hund kläfft in einer Frequenz, die dem Gehörgang einige Toleranz abverlangt. Das sich ins Fortissimo steigernde Gebell wird nur noch übertönt vom „Hat er hier“, „Hat er hier“, „Ja, hat er hier“ seines Herrchens. Was er hier hat, ist im Sand nicht ersichtlich. Vor Freude, „es“ gefunden zu haben, überschlägt sich der Hund mit seinem Gebell. Doch Herrchen gewinnt die Dezibel-Schlacht mit einem weit über den Strand hallenden „Jaaa, feiiiiiiiin“. Doch hier am Grömitzer Hundestrand stört sich niemand an diesem Szenario. Vierbeiner und ihre Halter genießen hier ihre Freiheit.

Hundehalter pflegen ihre ganz eigene Sprache mit ihren Lieblingen – Impressionen vom Grömitzer Hundestrand.

„Hat er hier, hat er hier, ja hat er hier.“ Aufgeregtes Herrchen am Hundestrand

Es ist schon eine ganz eigene Sprache, die Herrchen und Frauchen mit ihren Schützlingen pflegen. „Merkst Du eigentlich gar nicht, dass Du angeleint bist“, fragt eine Frau ihren Hund, der im Bemühen, dem frei umherstromernden Kollegen nachzueilen, am liebsten den Strandkorb hinter sich herziehen würde. Könnte der Hund sprechen, würde die korrekte Antwort vermutlich „Nööö“ lauten.

„Jetzt tu’ man nicht so, als wenn Du von nichts wüsstest“, ist aus einer anderen Ecke zu hören. „Ich weiß wirklich von nix“, scheint der Blick des Hundes zu sagen.

Wieder lautes Gebell. Ruhig „Alfi“, erklingt eine gleichermaßen monotone wie eintönige Männerstimme. „Alfi“ antwortet mit einem mehrfachen Bellen. „Gaanz ruhig, Alfi.“ Der Mann sollte es mit Hypnose versuchen. Beim Klang dieser Stimme werden die Augenlider unweigerlich schwer. Nur „Alfi“ macht den Eindruck, als wenn er gleich an seinem eigenen Gebell zu ersticken droht. Machen wir uns nichts vor: „Alfi“ ist heute nicht mehr ruhig.

Über die Dialoge einiger Hundehalter mit ihren Vierbeinern kann sich auch Michaela Rhotert amüsieren. Sie ist mit Mann und Tochter extra für einen Tag aus Hannover angereist, damit ihre drei Australien Shepherd Hunde am Grömitzer Strand tollen können. Tochter Lisa hat den Strand auf der Internetseite „Hundestrände.de“ ausfindig gemacht. Zum zweiten Mal ist die Familie hier und sichtlich begeistert: „Die Rahmenbedingungen für Halter und Tiere sind toll.“ Schwierigkeiten mit anderen Hunden oder deren Haltern habe es noch gar nicht gegeben. Ein, zwei Mal habe es kleinere Zwischenfälle mit Strandbesuchern gegeben, „die mit Hunden nicht gut können“. „Aber“, so fragt sich Michaela Rhotert nicht zu unrecht“, was haben die dann an einem Hundestrand zu suchen?“

Zu den   eingefleischten Fans des Grömitzer Hundestrands zählt auch die Familie Indenkämpen aus Lingen. „Ganz klar, das hier ist der schönste Hundestrand an der Ostseeküste“, ist Frank Indenkämpen voll des Lobes. Gute Rückmeldungen hat er auch für die Gastronomie im Ort. „Wir waren schon öfter mit unseren Hunden in Restaurants – da hat es noch nie Probleme gegeben.“ Dem ganzen Ort verleiht die Familie deshalb das Prädikat „sehr hundefreundlich.“

Jörg Welsch ist als Wachgänger der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Grömitz zum ersten Mal im Einsatz. Am Hundestrand, so hat er festgestellt, kämen die Strandbesucher aufgrund der Tiere sehr viel schneller in Kontakt. „Das dauert selten länger als zwei, drei Minuten“, hat Jörg Welsch beobachtet. Am Hauptbadestrand sei dagegen jeder mehr für sich. Und noch einen Unterschied hat er ausgemacht: „Es ist hier mit den Hunden vielleicht etwas lauter – aber die Leute sind auch irgendwie entspannter.“

Thomas Klatt

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