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Ostholstein Ein neuer Skatepark für die Scharbeutzer Jugend
Lokales Ostholstein Ein neuer Skatepark für die Scharbeutzer Jugend
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21:42 21.12.2017
Die Pläne für die Rampen sind schon fertig. Die Anlage richtet sich an Skater, Scooter-, BMX- und Rollstuhlfahrer. GRAFIK: RALF MAIER
Scharbeutz

Noah nimmt Fahrt auf. Mit seinem Scooter erklimmt der 14-Jährige eine Rampe, dreht sich einmal in der Luft und rollt in schnellem Tempo auf der anderen Seite abwärts bis zum nächsten Hindernis. Auf den ersten Blick sieht das ganz leicht aus. In Wahrheit steckt hinter den waghalsigen Kunststücken ein hartes Training. Jedes Wochenende fahren Noah und seine Kumpel zu einem Hamburger Skatepark.

Wann es mit dem Bau losgeht, ist noch unklar. Fest steht aber schon jetzt: Scharbeutz bekommt einen neuen Skatepark. Das Angebot richtet sich an Skateboard-, Scooter-, BMX- und Chair-Fahrer. Im Moment müssen viele von ihnen fürs Training bis Neustadt oder sogar Hamburg.

Denn in Scharbeutz und Umgebung gibt es so etwas nicht. Der nächste Skatepark Ostholsteins befindet sich in Neustadt. Doch der gefällt Scooterfahrer Noah nicht sonderlich, obwohl die Anlage modernsten Standards entspricht. „Das ist Geschmackssache“, erklärt er.

Sehen Sie hier ein Skate-Video von Noah:

Scharbeutz hatte zwar mal eine Anlage an der Strandallee nahe der Jugendherberge. Sie wurde 2004 gebaut. Doch die kam in die Jahre, war zu klein für die wachsende Skater-Szene in der Region und genügte den Ansprüchen neuer Trendsportarten nicht mehr. So beschreibt es Benjamin Schmidt, Kinder- und Jugendberater der Gemeinde. Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) bestätigt: „Die Skateanlage bestand aus mobilen Rampen, die im letzten Jahr abgebaut wurden, da sie stark sanierungsbedürftig waren. Übergangsweise wurden in diesem Jahr gemietete Rampen aufgestellt.“

Etwa 50 aktive Skater, BMX- und Scooterfahrer gebe es in Scharbeutz, schätzt Schmidt. Was fehlt, ist eine moderne Anlage fürs tägliche Training. „Die Nutzer müssen heute bis zu 100 Kilometer reisen, um ihren Hobbys nachgehen zu können.“ Gemeinsam mit Noah und weiteren aktiven Skatern aus Scharbeutz setzte sich der Jugendberater deshalb an einen Tisch und tüftelte in Workshops an Ideen für einen neuen Skatepark.

Das Ergebnis legte er vor einigen Monaten dem Tourismusausschuss vor – mit Erfolg. Die Gemeinde will den Neubau nun aus eigener Tasche finanzieren. 300000 Euro sieht der Haushalt für das kommende Jahr für den Skatepark vor – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreis. 15000 Euro flossen bereits 2017 in die Planung. Der Baubeginn ist noch unklar.

Standort für den Neubau ist das 1000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Skate-Anlage an der Strandallee. Die Anlage soll primär mit Betonelementen gebaut werden. Bei Regen trocknet dieser schneller und vermindert die Geräusche.

Drei Bereiche sehen die Pläne für eine vielfältige Nutzung vor. In der „Street-Area“ können sich Skateboarder und Anfänger ausprobieren, in einer „Pool-Area“ beispielsweise mit dem Stunt-Roller Fahrt aufnehmen und in einer „Jump-Line“ Kunststücke auf einer Rampe einüben. Die Vorteile: Statt früher drei, können in Zukunft bis zu acht Personen gleichzeitig trainieren. Es gebe auch genug Platz für größere Wettbewerbe, sagt Schmidt. Die Unfallgefahr verringere sich im Vergleich zur früheren Anlage. Auch für die sehr junge Sportart Chairskating eigne sich der neue Park, betont Schmidt. Dabei vollziehen Fahrer im Rollstuhl Sprünge und Tricks an Rampe und Bodenwelle.

Wenn der Park fertig ist, will Scooterfahrer Noah mit seinen Freunden jeden Tag neue Tricks und Kunststücke einüben – „auch, wenn es nur eine halbe Stunde ist“. Die Jugendlichen seien schon jetzt „ganz heiß auf den Platz“, sagt Benjamin Schmidt. Der neue Skatepark werde ein Ort, an dem sich Menschen begegnen können.

Von Saskia Bücker

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