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Ostholstein Ein neues Gewand für die Fürstin
Lokales Ostholstein Ein neues Gewand für die Fürstin
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20:27 29.05.2018
Museumsleiter Stephan Meinhardt freut sich über die Arbeit von Susanne Knees, die der Fürstin eine neues Kleid auf den Leib geschneidert hat. Quelle: Foto: Mb
Oldenburg

„Unsere Figuren waren bisher in den Leinengewändern nicht wirklich authentisch gekleidet“, erklärt Stephan Meinhardt, Leiter des Wallmuseums. Und da man nicht nur auf die Nachbildung der Häuser und des Handwerks Wert legt, sondern auf die gesamte Darstellung, haben sich Ehrenamtler aus der Truppe der Leute von Starigard im Winter ans Nähen gemacht.

„Als die Ausstellung damals konzipiert wurde, war noch wenig bekannt. Auch Ausarbeitungen aus Haithabu lagen noch nicht vor“, erläutert Meinhardt. Das Museum hat aber eine neue Marktszenerie entwickelt und die Fürstin ins Spiel gebracht. In vollem Festtagsornat – wie im 11. Jahrhundert üblich – geht sie nun mit ihrer Dienerin einkaufen.

Während Kathy Budler den Seidenbrokatstoff gefärbt und Schlosser Wolfgang Bergmann eine Gewandschließe hergestellt hat, kümmerte sich Susanne Knees um die Näharbeiten. „Das war gar nicht so einfach.

Der Stoff franst gerne aus und ich musste direkt am Objekt auf Figur schneidern“, erläutert Oldenburgs Bürgervorsteherin, die auch kleine Goldstickereien angebracht hat, während ihr Mann zugleich noch neue Schuhe für die Fürstin genäht hat. Die Fürstin stehe aber auch nur stellvertretend für das gesamte Projekt, bei dem die Ausstellungspuppen nach und nach Veränderungen erfahren haben oder diese noch anstehen, ergänzt Stephan Meinhardt.

Die einfachen Menschen vor 1000 Jahren haben eher Woll- als Leinengewänder getragen. Diese und noch andere kleine Details werden Schritt für Schritt umgesetzt.

Beispielsweise ist nun auch die schwangere Hirsestampferin als solche besser zu erkennen. „Und nicht nur ihr Bauch sticht jetzt deutlicher hervor“, sagt Susanne Knees und gibt das Wort weiter. „Die Besucher hielten den Bottich vorher für ein Butterfass. Daher haben wir jetzt dem kleinen Hirsebeutel Granulat in gelber Pigmentfarbe beigefügt“, sagt Meinhardt und verrät die kleinen Tricks, mit denen im Museum auch gearbeitet wird.

In den vergangenen Monaten wurde darüber hinaus im Außengelände des Wallmuseum kräftig gewerkelt. Eine ganze Brücke wurde in kurzer Zeit ausgetauscht, eine weitere wird derzeit instandgesetzt. „Es ist dem feuchten Moor geschuldet, dass das Holz schnell morsch wird“, erläutert Knees und der Museumsleiter fügt hinzu: „Keiner der Bohlenwege ist älter als vier Jahre, sie müssen regelmäßig ausgetauscht werden.“

Bauliche Maßnahmen im Kleinen wie im Großen finden fast an jeder Stelle statt. Der Schmid baut sich gerade einen offenen Unterstand, der Händler hat sein Haus ausgebaut und noch ein Detail sind die neuen, unauffälligen, selbst gebauten Mülltonnen. So wächst und entwickelt sich das Wallmuseum stetig weiter. Mittlerweile besteht auch ein Netzwerk von wendischen und slawischen Museen in ganz Deutschland, um so gegenseitig stärker auf sich aufmerksam zu machen.

Von Markus Billhardt

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