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Ostholstein Ein zweites Orchester für die Festspiele
Lokales Ostholstein Ein zweites Orchester für die Festspiele
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13:40 20.07.2016
Auf gute Zusammenarbeit: Leo Siberski (v. l.), Sabine Kuhnert, Dr. Martin Lüdiger und Dominique Caron. Quelle: Ulrike Benthien
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Eutin

 Ermöglicht wird durch den Einsatz der Sparkasse und ihrer Stiftung, ein zweites Festspielorchester in die im Juni startende Spielzeit einzubinden. Die neu gegründete „Kammerphilharmonie Lübeck“ wird unter Leitung von Leo Siberski am 8. Juli eine doppelte Premiere feiern: die der Oper „Carmen“ und ihren ersten öffentlichen Auftritt.

Spielzeit beginnt am 24.6.

„Der Freischütz“ wird zum Saisonauftakt am 24. Juni (20 Uhr) gegeben. Premiere für „Carmen“ ist am 8. Juli (20 Uhr), „Der Vogelhändler“ startet am 20. Juli um 19 Uhr.

Weitere Vorstellungen unter www.eutiner-festspiele.de.

„Kultur ist uns wichtig“, begründet Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, das erneute Engagement seines Hauses bei den Festspielen. Der Kontakt sei ohnehin nie abgerissen, und die Eigentümer-Frage sei ja nun ebenfalls geklärt — ein dezenter Hinweis auf die Auseinandersetzungen zwischen der Sparkasse Holstein als Hauptgläubiger der alten Festspiele und den Neuen Eutiner Festspielen, die im Sommer 2012 fast zu deren Rauswurf aus der Opernscheune geführt hatten. „Wir steigen für die nächsten Jahre wieder ein“, versichert Lüdiger und betont: „Frau Kuhnert macht ihre Sache hervorragend, sie und Frau Caron sind ein gutes Team.“

Warum die Festspiele in diesem Sommer zwei Orchester aufbieten, erklärt Intendantin Dominique Caron so: „Es geht uns um Vielfalt. Zwei Orchester sind keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung.“ Leo Siberski werde beim „Vogelhändler“ das Festspielorchester dirigieren, bei „Carmen“ die „Kammerphilharmonie Lübeck“, kurz „KaPhil!“. Die Festspiele hätten den Anspruch, sich weiterentwickeln zu wollen, auch mal Cross-Over-Projekte zu wagen und kleine ungewöhnliche Konzerte anzubieten. „,Carmen‘ ist für uns ein Pilotprojekt“, so Dominique Caron.

Leo Siberski ist dafür als Dirigent und Mitbegründer des „KaPhil!“ maßgeblich verantwortlich. Zeitgleich mit der Anfrage, ob er in Eutin am Pult stehen wolle, sei im vergangenen Herbst von Musikern aus Lübeck an ihn das Angebot herangetragen worden, als Chefdirigent eines neu zu gründenden Orchesters zu fungieren. „KaPhil!“ sei wie „KraWumm“, solle aufmerksam machen und zeigen, „dass wir modern, offensiv, in junger Sprache auf das Publikum zugehen wollen“. Jan Baruschke und Helge Tischler (Dozenten der Musikschule Lübeck) sowie Andy Limpio, freiberuflicher Musiker aus Hamburg, und Leo Siberski bilden den Kern des selbstverwalteten Orchesters. „Alle Musiker sollen beteiligt sein, es gibt verschiedene Gremien für die einzelnen Bereiche. Der Probenprozess wird demokratisch ausgelegt sein“, sagt Siberski.

Das „KaPhil!“ wolle mutig sein, „an Orten spielen, die man nicht mit Musik assoziiert, beispielsweise Fabrikhallen, Tunnel“. Der Pool — freie Musiker, größtenteils Absolventen aus Lübeck — beinhalte zwischen 70 und 80 Mitwirkende im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, in Eutin sollen 56 im Orchestergraben sitzen. Dass sie alle junge und jung gebliebene Menschen des 21. Jahrhunderts sind, werde sich auch im Äußeren abbilden, so Leo Siberski: „Kapuzenpulli und schwarzer Anzug gemeinsam sind erlaubt.“ Das neue Orchester wolle Hochkultur und Eventkultur bieten und zeigen, dass sie nicht im Widerspruch zueinanderstehen. Die Mitglieder seien auch mit Elektronischer Musik, Pop und Jazz vertraut. „Dadurch eröffnet sich ein anderer Blick auf Klassik. Wir werden ,Carmen‘ neu lesen und glauben, dass auch Georges Bizet es so gesehen hätte.“ Von der besonderen Spielfreude, den besonderen Farben, dem Enthusiasmus des „KaPhil!“ kann sich das Publikum ab 8. Juli überzeugen. Sabine Kuhnert, Dominique Caron und Martin Lüdiger hat schon „die Idee begeistert“. ben

LN

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