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Ostholstein Einbruch und Enkeltrick: So kann man sich schützen
Lokales Ostholstein Einbruch und Enkeltrick: So kann man sich schützen
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18:21 08.10.2016
„Der beste Schutz vor Einbrechern sind und bleiben aufmerksame Nachbarn.“Gernot Schneider, Sicherheitsberater

Einbruch und Enkeltrick – um diese beiden Themen soll es bei mehreren Info-Veranstaltungen im Lensahner Amtsgebiet gehen. Der pensionierte Kriminalhauptkommissar Gernot Schneider erklärt, wie man sich und sein Zuhause vor Kriminellen schützen kann. Der erste Termin ist am kommenden Mittwoch, 12. Oktober, in Lensahn; danach will Schneider auch die weiteren Gemeinden des Amtes besuchen.

„Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür – da möchten wir den Menschen gerne ein paar nützliche Tipps an die Hand geben“, sagt Lensahns Büroleiter Dieter van Bühren, der die Veranstaltungen zusammen mit Schneider initiiert hat. Ein Einbruch könne gerade ältere Menschen völlig aus der Bahn werfen, betont er. Denn das Schlimmste sei dabei in der Regel nicht der Verlust von Wertgegenständen, sondern das Gefühl, dass ein Fremder ins eigene Zuhause eingedrungen sei und persönliche Sachen durchwühlt habe. Der sogenannte Enkeltrick – bei dem älteren Menschen mit perfiden Behauptungen Geld abgeschwatzt wird – komme zudem auch im Bereich Lensahn leider immer wieder vor, so van Bühren.

Das weiß auch Gernot Schneider zu berichten. Nicht nur während seiner aktiven Dienstzeit bei der Polizei hat er viele solcher Fälle erlebt – auch seit seiner Pensionierung kommt er noch regelmäßig mit der Thematik in Berührung. Der Heringsdorfer engagiert sich als Sicherheitsberater für Senioren, ist einer von insgesamt fünf vom Landespolizeiamt ausgebildeten Ehrenamtler in Ostholstein und der einzige im Nordkreis. 15 bis 20 Prozent der Opfer fühlen sich nach einem Einbruch so unwohl und unsicher in den eigenen vier Wänden, dass sie es dort nicht mehr aushalten, berichtet der Experte. Sein Anliegen sei es daher, die Polizei bei der Prävention zu unterstützen, um es Einbrechern und anderen Kriminellen so schwer wie möglich zu machen.

„Zwei Drittel aller Wohnungseinbrüche passieren in der Zeit von November bis Februar“, berichtet Gernot Schneider, „und zwar zwischen 16 und 21 Uhr.“ In den meisten Fällen stiegen die Täter durch Fenster oder Fenstertüren ein. Die Entscheidung falle in der Regel spontan – frei nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“. Darum sei es wichtig, sein Haus immer so gut wie möglich zu sichern. Das beginne schon damit, stets alle Türen abzuschließend und keine Fenster offenzulassen, wenn man nicht zu Hause sei. Auch der Ersatzschlüssel unter der Fußmatte sei keine gute Idee, warnt Schneider.

Oft könne schon mit einfachen Mitteln viel erreicht werden, sagt Büroleiter van Bühren, „es muss nicht immer das teure Sicherheitssystem sein“. Er wolle gerade für ältere Menschen, die nicht viel Geld zur Verfügung haben, kostengünstige Lösungen präsentieren. Schon eine einfache Sicherheitskette an der Haustür könne viel bewirken, betont er.

Welche Möglichkeiten es konkret gibt, soll bei dem Info-Treffen auch praktisch vorgeführt werden. Die Tischlerei Rüsch und die Provinzial Versicherung würden Fenster als Anschauungsmaterial beisteuern. Daran soll demonstriert werden, wie schnell ein Fenster von einem Profi geöffnet werden kann – und wie man eben das verhindern kann. Der beste Schutz vor Einbrechern allerdings, so Schneider, „ist und bleibt eine aufmerksame Nachbarschaft“.

Die Termine

Die erste Info-Veranstaltung zu den Themen Einbruchschutz und Enkeltrick ist am 12. Oktober in Lensahn. Beginn ist um 19 Uhr im Haus der Begegnung. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Senioren, jüngere Menschen sind aber ebenfalls willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Treffen sind am 18. Oktober in Beschendorf (19.30 Uhr, Ole School) und am 26. Oktober in Damlos (19 Uhr, Bürgerbegegnungsstätte). Für die übrigen Gemeinden des Amtes werden noch Termine gesucht.

Jennifer Binder

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