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Ostholstein Einbruchserie in Heiligenhafen vorerst gestoppt?
Lokales Ostholstein Einbruchserie in Heiligenhafen vorerst gestoppt?
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22:09 30.10.2013

Der letzte Einbruch in Heiligenhafen liegt mittlerweile fünf Tage zurück. In der Nacht von vergangenem Freitag auf Sonnabend wurde in die Gaststätte am Yachthafen eingebrochen und eine geringe Menge Bargeld entwendet. Seitdem ist Ruhe. In der Warderstadt hoffen die Bürger nun, dass die Einbruchserie zu Ende ist.

Die Kripo Oldenburg ermittelt wie berichtet gegen eine Gruppe jungendlicher Tatverdächtiger, hat aber noch niemanden auf frischer Tat oder mit Diebesgut ertappt. Die LN sprachen mit dem Jugendsachbearbeiter Volker Schramke von der Polizei-Zentralstation Oldenburg über das Thema Jugendkriminalität. Eine Kernfrage lautet, welche Motivation die jungen Kriminellen für ihre Taten haben könnten. Schramke: „Die Motive sind vielschichtig. Langeweile, Geldbedarf, fehlende Anerkennung und Sozialisation. Keine Perspektiven für das weitere Leben zu sehen, begünstigt auch den Entschluss, straffällig zu werden.“ In Heiligenhafen kam es im Zuge der Einbrüche auch zu Vandalismus. Typisch für Taten Jugendlicher? „Nein, nur in Einzelfällen kommt es zu Vandalismus, weil die Täter kein Diebesgut erlangen konnten und auf diese Art und Weise ihre Frustration abbauen.“

Schramke betont, dass jugendliche Kriminelle aus allen sozialen Schichten kommen. Viele würden, wenn sie gefasst wurden, anschließend Hilfsangebote annehmen, einige gingen aber auch ihren kriminellen Weg weiter.

Die Polizei leistet natürlich auch Präventionsarbeit. Schramke erläutert: „Wir verfügen über ein eng verknüpftes Netz mit anderen Behörden, Institutionen, Hilfseinrichtungen und Vereinen und arbeiten sehr eng mit den Schulen zusammen, sind dort auch regelmäßig vor Ort. Des Weiteren finden Fallkonferenzen mit den Jugendlichen in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten statt, wo auch Hilfsmöglichkeiten unterbreitet werden.“

Wird ein Heranwachsender auf frischer Tat erwischt und ist auch geständig, kann ein Urteil im Idealfall binnen weniger Wochen vom Gericht erfolgen. Die Realität sieht aber laut Schramke oft anders aus. Er sagt: „Gewöhnlich sind zahlreiche Spuren zu sichern und auszuwerten und viele Personen wie Zeugen zu vernehmen. Da können bis zur Abgabe zur Staatsanwaltschaft schnell mehrere Wochen vergehen.“

In Heiligenhafen stehen einige dieser Schritte sogar noch aus.

pm

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