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Ostholstein Einbrüche im Nordkreis: Täter werden immer dreister
Lokales Ostholstein Einbrüche im Nordkreis: Täter werden immer dreister
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10:51 31.01.2016
Ein sogenannter Kuhfuß im Türspalt: Viele Diebe dringen durch Aufhebeln von Türen und Fenstern in Privatgebäude ein. Quelle: dpa

Einbrüche, 7. Januar 2012 + 29. Dezember 2015!! Wie oft denn noch???“ Ein DIN-A4-Zettel mit diesem Inhalt hängt an der Terrassentür eines Hauses in Heringsdorf. Und genau an dieser Tür sind die Spuren des jüngsten Einbruches noch gut erkennbar.

„Die Diebe haben bei uns Schmuck, Laptop und iPad sowie Digitalkameras gestohlen — einfach dreist. Denn ich war mit meinem Mann nur für zwei Stunden am frühen Abend weg und wir hatten sogar Festbeleuchtung im Haus angelassen. Als wir zurückkamen, waren wir geschockt“, berichtet die Dame des Hauses. Sie vermutet, dass die Diebe sie zuvor ausgekundschaftet haben. Auch seien im Dorf einige junge Männer aufgefallen, die von Haustür zu Haustür gegangen seien und sich als Messerschleifer ausgaben. Sie sagt: „Das kommt uns allen komisch vor.“ Sie hätte das auch der Kriminalpolizei gesagt.

Die Kripo ermittelt in mittlerweile Dutzenden Fälle. Allein in Heringsdorf gab es seit Oktober 2015 insgesamt drei Wohnungseinbrüche. Bei einer Tat kam es lediglich zu Hebelversuchen, bei einer weiteren Tat wurden der oder die Täter vermutlich gestört und mussten den Tatort ohne Beute verlassen. Dann wäre da noch die lange Einbruchserie in Dannau (seit März 2015 acht Fälle), die drei Einbrüche kurz vor Weihnachten in Heiligenhafen, jüngst ein versuchter Einbruch in der neuen Poststelle Heiligenhafens sowie laut Polizei weitere Einbrüche in Lensahn, Oldenburg und Burg auf Fehmarn.

Ganz vereinzelt waren auch mal kleinere Ortschaften oder Dörfer betroffen, wie Quals und Süssau. Schließlich wäre da noch der Tankstellen-Einbruch in Heiligenhafen. Zwei der drei Täter wurden gefasst (LN berichteten). Die Polizei bittet hier um Täterhinweise, da es einen Zusammenhang zu anderen Taten im Kreisnorden geben könnte.

Polizeisprecher Dierk Dürbrook erklärt grundsätzlich: „Im Vergleich zu den Vorjahren gab es in diesem Winter tatsächlich einen auffälligen Anstieg der Wohnungseinbrüche im nördlichen Ostholstein.“

Anfang Januar seien diese etwas zurückgegangen, was die Polizei auf vielversprechende Ermittlungsansätze zurückführte. Dieser positive Trend ist jedoch seit einigen Tagen wieder Geschichte — siehe Tankstelleneinbruch in Heiligenhafen. Aus ermittlungstaktischen Gründen lässt sich die Kriminalpolizei gegenwärtig nicht in die Karten schauen. Allerdings trennt sie die Serie in Dannau von den übrigen Einbrüchen. Dierk Dürbrook erläutert: „Die Serie in Dannau stellt sich etwas anders dar. Während im Gesamtbereich ein Anstieg der Taten seit Oktober zu beobachten war, verteilen sich die Einbrüche in Dannau zeitlich über das gesamte Jahr 2015.“

Aber nicht allein die Polizei im Kreis und auf Landesebene (siehe Beistück) befasst sich mit Kriminalität. Was viele Bürger nicht wissen: Beim Kreis Ostholstein gibt es einen Polizeibeirat.

Pressesprecherin Anja Sierks-Pfaff vom Kreis erläutert: „Nach Paragraf neun Polizeiorganisationsgesetz Schleswig-Holstein haben die Polizeibeiräte für eine enge Verbindung und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen der kommunalen Selbstverwaltung und der Polizei Sorge zu tragen und die Polizei bei der Durchführung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Sie sollen insbesondere Anregungen und Wünsche der Bevölkerung an die Polizeibehörden herantragen und mit diesen beraten.“

Der Polizeibeirat Ostholstein — unter anderem bestehend aus Mitgliedern des Hauptausschusses — tagt einmal pro Jahr. Nächster Termin ist der 19. April. Ob Einbruchskriminalität auf der Tagesordnung stehen wird, ist noch nicht klar.

Kriminalhauptkommissar informiert Senioren
Verbraucherschutz: Am Mittwoch, 10. Februar, lädt die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Grube alle Senioren zu einem Informationsnachmittag zum Thema „Verbraucherschutz für Senioren in Bezug auf Kriminalität“ ins Gemeindehaus Grube ein. Beginn ist um 15 Uhr. Bei Kaffee und Kuchen wird Kriminalhauptkommissar a. D. Gernot Schneider über Schutzmöglichkeiten vor Enkeltrick, Taschendiebstahl und Einbruch informieren. Weitere Informationen können bei Petra Fisler, Telefon 04364/8544, erfragt werden.
„Ich denke, dass wir ausgekundschaftet wurden. Wir waren nicht lange weg.“
Bürgerin aus Heringsdorf

Peter Mantik

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