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Ostholstein Eine Gedenkstätte „von überregionaler Bedeutung“
Lokales Ostholstein Eine Gedenkstätte „von überregionaler Bedeutung“
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21:21 25.09.2013
Die ehemalige Vorsitzende des Trägervereins der Gedenkstätte, Monika Metzner-Zinßmeister (l.) und die Vorsitzende Dr. Ingaburgh Klatt (r.) führten Bettina Hagedorn (SPD) und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) durch die Ausstellung. Quelle: Fotos: Lintschnig

„Welch ein Engagement — Dank an alle, die sich dem Vergessen entgegenstemmen“, schrieb Torsten Albig (SPD), Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, in das große Buch am Ausgang der KZ-Gedenkstätte in Ahrensbök. Er hatte sich gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) aus erster Hand über die neue Ausstellung in dem ehemaligen Konzentrationslager an der Bundesstraße 432 zwischen Ahrensbök und Pönitz informiert, die am kommenden Sonntag, 29. September, um 11 Uhr eröffnet wird. Die Ausstellung trägt den etwas sperrigen Titel „Das Konzentrationslager Eutin — Ahrensbök — Holstendorf mit den Außenlagern für ,Schutzhäftlinge‘ in Bad Schwartau, Nüchel und Neukirchen“ und wurde von dem Historiker und Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Wollenberg von der Universität Bremen in jahrelanger und intensiver Forschung erarbeitet.

Wollenberg bezeichnet das frühe Konzentrationslager in Ahrensbök als „Experimentierfeld der nationalsozialistischen Machteroberung“. Schließlich hat Johann Heinrich Böhmcker, der damalige Regierungspräsident des Landesteils Lübeck im Freistaat Oldenburg (Eutin und Ahrensbök gehörten damals dazu), die etwa hundert Häftlinge schon im Straßenbau arbeiten lassen, als die geltenden Gesetze es eigentlich noch verboten — „ein erster verhängnisvoller Schritt auf dem Weg zur späteren Vernichtung durch Arbeit“, so der geborene Ahrensböker Wollenberg. Allerdings war das KZ in Ahrensbök kein Vernichtungslager, die inhaftierten Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschafter wurden schwer misshandelt und mussten Zwangsarbeit verrichten, ermordet wurde keiner. 1934 wurde eine Realschule in dem Konzentrationslager untergebracht. Laut Wollenberg ist die Gedenkstätte in Ahrensbök von „überregionaler Bedeutung“, in der Zwangsarbeit und das nationalsozialistische Bildungssystem exemplarisch dargestellt werden könnten.

Die Ausstellung widmet Wollenberg dem kanadischen Historiker Lawrence D. Stokes, mit dem er den ersten Entwurf dieser Ausstellung erarbeitete. Stokes, der 2007 verstorben ist, hat unter anderem das Buch „Eutin, eine Kleinstadt im Nationalsozialismus“geschrieben.

Dr. Ingaburgh Klatt, die Vorsitzende des Trägervereins, betonte gegenüber Ministerpräsident Albig, dass die Gedenkstätte ausschließlich durch ehrenamtliche Helfer getragen und finanzielle Hilfe benötigt werde. Albig wolle sich persönlich dafür einsetzen, dass Klatts „nachvollziehbare Interessen Beachtung finden“.

„Welch ein Engagement — Dank an alle, die

sich dem Vergessen entgegenstemmen.“
Torsten Albig, Ministerpräsident

Hannes Lintschnig

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