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Ostholstein Eine Kunstgalerie, die aus dem Nichts auftaucht
Lokales Ostholstein Eine Kunstgalerie, die aus dem Nichts auftaucht
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20:10 13.06.2017
Die Schülerinnen werben mit einem von ihnen entworfenen Flyer für die Pop-up-Galerie. Unterstützung bekommen sie von Klaus Pietsch. Er stellt seinen leerstehenden Laden in der Hochtorstraße zur Verfügung. Quelle: Fotos: Rosenkötter
Neustadt

An der Scheibe des leerstehenden Ladens prangt der Schriftzug „zu vermieten“. Das Geschäft in der Neustädter Hochtorstraße 9 steht seit Januar leer. Die Suche nach einem Mieter gestaltet sich schwierig. Helfen soll eine Kunstaktion. Vom 3. bis 13. Juli richten neun Schülerinnen des Küstengymnasiums eine Pop-up-Galerie ein. Hinter dem englisch-deutschen Begriff steht ein Konzept, dass sich bislang vor allem in größeren Städten beobachten ließ. Für einen begrenzten Zeitraum werden leerstehende Geschäfte zu Ausstellungsräumen.

Neustädter Schüler zeigen Werke in Pop-up-Galerie – Aktion gegen Leerstand.

Dass Galerien aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden, liegt im Trend. Erkannt haben das auch die Sechst- bis Elftklässler um Marina Meißner. Die Lehrerin hat in Greifswald Kunstpädagogik studiert und die Erfahrung gemacht, dass das Ausstellen eigener Werke zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. „Wer Kunst zum Beruf machen möchte, der sollte schon einmal diese Luft geschnuppert haben. Ich möchte die Schüler frühzeitig rausholen und habe in Greifswald erlebt, wie Leerstand genutzt werden kann“, sagt Meißner.

Vor allem Porträts, die grafisch und malerisch realisiert wurden, sowie einige Fotografien sollen gezeigt werden. Das Thema der Ausstellung lautet „Menschenmeer“. Aaliyah Tirtar sagt, dass es auch Comic-Darstellungen geben werde. Diese seien ebenso wie manche der Porträts „semirealistisch“. Was genau zu sehen sein wird, soll noch nicht verraten werden. Schließlich entsteht eine Pop-up-Galerie normalerweise plötzlich und ohne viel Vorankündigung.

Kunstlehrerin Marina Meißner betont, dass die Schüler nicht nur die Werke beisteuern würden, sondern auch eine Vernissage planen (29. Juni, 18.30 Uhr). Sie hofft, dass möglichst viele Menschen vorbeikommen, um Kunst und Raum zu erleben.

Vorab kündigt sie Werke voller Leidenschaft und Herzblut an. Ihre Schülerinnen hätten eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Projekt hinter sich. „Sie waren Feuer und Flamme, Neues zu erarbeiten“, betont Meißner. Vorschusslorbeeren gibt es auch von Karsten Kilian. Der Leiter des Küstengymnasiums ist froh, dass seine Laptopschule etwas „für den analogen Teil der Welt macht“. „Die Schule gehört zu Neustadt, Neustadt gehört zur Schule. Hier schwappen die Strukturen ineinander“, sagt Kilian.

Den Schülerinnen ist jedoch bewusst, dass sie nun Liefern müssen. Schließlich ist es keine Ausstellung im geschützten Rahmen der Schule. Stattdessen gehen sie in die Öffentlichkeit, werden werktags täglich von 15 bis 17 in ihrer Galerie stehen, Fragen beantworten und auch das ein oder andere Werk zum Kauf anbieten. Auf möglichst viele Neugierige hofft Klaus Pietsch. Ihm gehört das Ladenlokal.

Es ist das erste Mal, dass er eine Pop-up-Galerie ermöglicht. Im besten Fall locke das Projekt einen Nachmieter an.

Die Pop-up-Galerie ist ebenfalls Teil der „Sommernacht der Kulturen“. Diese findet am 14. Juli statt. An dem Abend werden Dutzende Künstler in Neustadts Innenstadt sowie am Hafen ihre Werke vorstellen. Auch wird es Live-Musik, Lesungen und Aktionen geben.

Sebastian Rosenkötter

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