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Ostholstein Eine Kutterfahrt soll die Wende beim Angelverbot bringen
Lokales Ostholstein Eine Kutterfahrt soll die Wende beim Angelverbot bringen
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21:54 29.04.2016
Ob beim Angelverbot schon mal jemand an die Möwen gedacht hat, für die jede Angelfahrt ein gut gedeckter Tisch ist? Quelle: Mathias Otto

Eine Kutterfahrt von Burgstaaken nach Heiligenhafen soll Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth zum Einlenken beim Angelverbot im Fehmarnbelt bewegen, wenn er am 10. Juni nach Ostholstein kommt. „Wir müssen dem Umweltministerium nachdrücklich deutlich machen, welche katastrophalen Folgen das Angelverbot für die gesamte Region hätte“, erläuterte die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn. Sie hat den früheren BUND-Präsidenten und späteren Leiter des Umweltbundesamtes an die Küste eingeladen. Flasbarth hat maßgeblichen Einfluss auf die Politik des Ministeriums.

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Noch gibt es keine Bewegung — SPD-Bundestagsabgeordnete Hagedorn stimmt auf den Besuch von Umwelt-Staatssekretär Flasbarth an der Küste ein.

„Für dieses Verbot fehlt es an nachvollziehbaren Argumenten.“ Bettina Hagedorn, SPD-Abgeordnete

Bislang gibt es keine Anzeichen für Bewegung. „Noch habe ich nicht den Eindruck, dass das Umweltministerium die Segel streicht“, räumte Hagedorn ein. Die SPD-Politikerin setzt auf Überzeugungsarbeit. Intensive Gespräche insbesondere mit betroffenen Kutterbetreibern sollen Flasbarth dazu bringen, das Angelverbot fallen zu lassen. „Wir werden massiv deutlich machen, dass wir das so nicht akzeptieren können.“ Der Staatssekretär wird für mehrere Stunden nach Ostholstein kommen.

Die Ablehnung des Angelverbots wurde auch bei einem Treffen von acht SPD-Bundestagsabgeordneten mit Vertretern des Deutschen Fischereiverbandes und mit Angel- und Fischkuttervertretern bekräftigt. Eingeladen dazu hatte der ostfriesische Abgeordnete Johann Saathoff, Sprecher der „SPD-Küstengang“, einem Zusammenschluss von Bundestagabgeordneten aus den fünf norddeutschen Küstenländern. Mit dabei waren von der Insel Fehmarn Willi Lüdtke, Vorsitzender des Verbandes der Bäder- und Hochseeangelschiffe, und Thomas Deutsch für die Ostholsteiner Angelfreunde aus Heiligenhafen. Nach Darstellung von Hagedorn war sich die Runde einig in ihrem Engagement gegen das Angelverbot. Die SPD-Abgeordneten stellten nicht die Schutzziele in Frage, wohl aber das pauschale Angelverbot, für das es keine nachvollziehbaren Argumente gebe. Dass die jährlich rund 80 000 Gäste auf den Angelkuttern 2000 Tonnen Dorsch aus dem Wasser holen sollen, verdiene nicht einmal die Bezeichnung Anglerlatein, müsste doch jeder Angler im Schnitt 25 Kilo fangen.

Die SPD-Fraktion im Kreistag verwahrt sich unterdessen gegen eine Bemerkung des CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens. Der hatte erklärt, er hoffe, „dass auch die SPD in Ostholstein konstruktiv gegen das Angelverbot wirkt“. Fraktionschef Burkhard Klinke hält dem CDU-Politiker entgegen, die Sozialdemokraten hätten sofort nach Bekanntwerden des Problems reagiert und einen Protestantrag im Kreistag initiiert. pet

LN

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