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Ostholstein Eine Mediothek für Ratekau
Lokales Ostholstein Eine Mediothek für Ratekau
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22:14 29.03.2016
Christa Wefeler mit dem Buch Nummer „1“ in der Ratekauer Gemeindebücherei. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

Auf Leseratten in Ratekau kommen große Neuerungen zu. Erstens: Die Gemeindebücherei in der Grundschule wird aufgelöst und mit der Schulbibliothek in der Cesar-Klein-Schule zusammengefasst. Zweitens: Die langjährige Bibliotheksleiterin Christa Wefeler wird nach 37 Jahren ihre ehrenamtliche Tätigkeit aufgeben. Drittens: Bei einem großen Bücherflohmarkt können am Sonnabend, 16. April, 1962 Bücher gegen eine Spende die Besitzer wechseln.

Gemeindebücherei wird mit Bibliothek der Cesar-Klein-Schule zusammengelegt — Langjährige Leiterin Christa Wefeler geht — Großer Bücherflohmarkt am 16. April.

Erlös für Flüchtlinge

Romane, Sach- und Kinderbücher, Lexika und andere Lektüre mehr werden am Sonnabend, 16. April, von 10 bis 13 Uhr in der Gemeindebücherei, die in der Grundschule Ratekau untergebracht ist, angeboten.

Die Bücher werden nicht verkauft, sondern gegen eine Spende abgegeben.

Der Erlös soll der Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde Ratekau zugute kommen.

Aber der Reihe nach: Schon lange gab es den Wunsch nach einer so genannten Mediothek in der Cesar-Klein-Schule. Der kann jetzt mit dem Anbau erfüllt werden. Die Bibliotheksfläche wird von derzeit 127 auf dann 275 Quadratmeter erweitert, wird also mehr als verdoppelt. Geschaffen werden eine Kinderbibliothek, Leselounges, ein Mediotheksbereich sowie Plätze für konzentriertes Arbeiten. Ergänzt wird das Vorhaben durch die Umgestaltung eines Innenhofes zu einem „Lesehof“ für Freiraumveranstaltungen im Rahmen der Bibliotheksarbeiten. Ein zweiter Innenhof wird unter anderem für Theater- und Kinoveranstaltungen genutzt.

„Die Maßnahmen dienen der Vernetzung von Schule und Dorfgemeinschaft“, erläuterte dazu Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) und bezifferte die Kosten dafür mit etwa 185000 Euro. Dafür hat die Gemeinde eine Zuwendung aus Bundes- und Landesmitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) erhalten. Personell, so Keller, müsse noch „ein Paket geschnürt“

werden. Mit der Fertigstellung des Anbaus rechnen die Verantwortlichen für Juni 2016.

Bis dahin wird Christa Wefeler (76), frühere Verwaltungsangestellte im Ratekauer Rathaus, weiterhin dienstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr ihre großen und kleinen Leser betreuen. In den vergangenen Monaten hat sie Inventur gemacht. Es gibt 6583 Bücher, 316 Hörbücher und DVDs sowie 24 Spiele. Von denen hat sie 1962 Bücher aussortiert, die nicht mit in die Cesar-Klein-Schule wandern werden. „Manche sind schon seit 15 Jahren und mehr nicht ausgeliehen worden, andere waren bereits ein wenig zerfleddert“, berichtete sie. Die Lektüre mit großer Schrift hat sie bereits an Alten- und Pflegeheimen verteilt, andere ins Sozialkaufhaus gebracht. Der Rest wird auf einem Bücherflohmarkt angeboten.

Ein Buch hütet sie wie ihren Augapfel. Es ist ein Roman von Karen Aabye, trägt den Titel „Martine“und trägt die Nummer „1“, wurde also als erstes in der Ratekauer Bücherei registriert. Stempel im Buchdeckel zeigen: Erstmals wurde „Martine“ am 14. März 1958, zuletzt im Jahr 1992 und dazwischen 45 weitere Male ausgeliehen.

Eingeweiht wurde die Bücherei am 6. Februar 1958. Mehrmals wechselte sie ihren Standort, war beispielsweise auch mal im jetzigen Seniorentreff an der Bäderstraße untergebracht.

In den 37 Jahren, die Christa Wefeler als Büchereileiterin tätig war, hat sich auch das Leseverhalten geändert. „Kinder holen sich jetzt sehr oft Hörbücher oder DVDs“, beobachtet sie immer wieder.

Die Kleinen aber wissen ebenso wie die Erwachsenen: „DVDs gibt Frau Wefeler uns nur mit, wenn wir auch ein Buch ausleihen.“

Sie selber findet es einerseits schade, dass die Gemeindebücherei in Zukunft nicht mehr in der Nähe von Kindergarten und Grundschule angesiedelt ist und von den Kleinen problemlos besucht werden kann. Andererseits freut auch sie sich, dass das Angebot jetzt stark erweitert wird.

Von Christina Düvell-Veen

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