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Ostholstein Eine Schiffswerft im Mini-Maßstab
Lokales Ostholstein Eine Schiffswerft im Mini-Maßstab
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21:13 28.12.2017
Helles Licht, Lupe und filigrane Werkzeuge braucht Wolfgang Dreyer, um seine Miniaturschiffe unglaublich detailgetreu fertigzustellen. Quelle: Fotos: Eckhard Meier

Von Zeit zu Zeit zweckentfremdet der Bastler mit den Produktionsanlagen den Esstisch seines Hauses. Vor genau 22 Jahren haben die LN schon einmal über das ungewöhnliche Hobby des heute 64-Jährigen berichtet, was ihm begeisterte Kommentare einbrachte. Doch mittlerweile ist alles ganz anders: Damals baute er Papierschiffe im großen Maßstab 1 : 250, jetzt widmet er sich ausschließlich dem Mini-Maßstab 1 : 1250.

Das Hafenbecken passt in ein Schrankregal. Mitsamt all seinen Schiffen, Kränen und Containern. Die größten Dampfer sind so lang wie der Mittelfinger eines Erwachsenen – und faszinieren in ihrer Winzigkeit jeden Betrachter. Wolfgang Dreyer aus Süsel unterhält eine veritable Schiffswerft.

„Böse Zungen behaupten, wir hätten den Anbau an unser Haus nur gemacht, um Platz für meine Modelle zu bekommen," sagt Dreyer lächelnd, „aber das stimmt nur zum Teil. Es ist einfach noch spannender, sich mit den Kleinsten der Kleinen zu beschäftigen.“

Mit dem nassen Element hatte der Bastler schon immer zu tun. Als Kapitän befuhr er alle Ozeane der Welt, und vor nicht langer Zeit ging er als Leiter der Bundespolizeiinspektion See in Neustadt in den Ruhestand. Klar, dass er bei so viel maritimer Begeisterung schon als Kind Papierschiffe baute.

„Begonnen hat alles wie bei so vielen anderen mit den bekannten Wilhelmshavener Modellbaubögen“, berichtet Dreyer. „Das Problem war nur, dass es häufig genau jene Schiffe nicht im Sortiment gab, die ich unbedingt als Modell haben wollte. Also bin ich dazu übergegangen, meine eigene Flotte zusammenzustellen – von der Zeichnung des Bogens bis zum fertigen Papierschiff.“ Es dauerte nicht lange, da zierten seine Schöpfungen die Vitrinen des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven. Noch heute kann man dort das Kreuzfahrtschiff „Zenith“ und zwei Boote der Bundespolizei See bestaunen und einen Modellbaubogen aus seiner Fertigung erwerben. Für Freunde und Bekannte erfüllt Dreyer schon mal einschlägige Wünsche, erteilt offiziellen Aufträgen aber entschiedene Absagen: „Es ist ein Hobby, und so soll es auch bleiben.“

60 Prozent Arbeit am Computer

Mittlerweile sind die Glasschränke in seinem großzügigen Heim gefüllt mit den „großen“ Modellen, die einen faszinierenden Kontrast bilden zu den aktuellen Miniaturen im Maßstab 1:1250. Auch die Arbeitsweise hat sich gewandelt. Dreyer: „Heute entfällt nur 40 Prozent der Zeit auf das eigentliche Bauen, die anderen 60 Prozent sind Arbeiten am Computer.“ Am PC verkleinert er die Bauzeichnungen der richtigen Schiffe, bis der Maßstab stimmt. Dass dabei vom Tennisplatz am Oberdeck bis hin zum Swimmingpool alles penibel erhalten bleibt, versteht sich von selbst. Wie er es schafft, die winzigen Kreuzfahrer mit durchbrochenen Relings zu versehen, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben. Seine Frau Swantje hat stets großes Verständnis für das Hobby ihres Mannes gezeigt. Über den Wechsel der Maßstäbe ist sie nicht gerade böse: „So bleibt in unseren Schränken wenigstens noch ein bisschen Platz für meine Belange.“

Von Eckhard Meier

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