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Ostholstein Eine Zugfahrt, die ist schön . . . — Ostholstein auf der Schiene
Lokales Ostholstein Eine Zugfahrt, die ist schön . . . — Ostholstein auf der Schiene
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21:19 28.08.2013
5 Sonnenblumenfelder und Windrad auf der Sonneninsel. Die Fahrt dauert bis Puttgarden. Weiter geht es ab dort nur mit der Fähre.

Ausbrechen, Tempo rausnehmen, dem Berufsalltag einfach mal die kalte Schulter zeigen. Für einen halben Tag ist dies sogar mal bei einer Tageszeitung wie den Lübecker Nachrichten möglich, trotz digitaler Datenflut und täglicher Terminhatz. Die Hinterlandanbindung im Hinterkopf, die feste Fehmarnbeltquerung zumindest für Stunden gedanklich in der salzigen See versenkt, spuckt der Fahrkartenautomat mit wildem Getöse den Nahverkehrsbeleg aus.

Begleitet von der Seeluft und den ersten Sonnenstrahlen des Tages bahnt sich der Weg ins Abteil des Regionalexpress. Auf Wiedersehen Sierksdorf, von hier aus geht es auf der Landkarte nordwärts, immer an der Ostseeküste entlang, das LN-Land im Sucher der Kamera. Nach wenigen Minuten blendet die Sonnenspiegelung auf der See wie ein Blitzlichtgewitter. Die Felder verlieren sich wellenlinienförmig im angestrahlten Blau der See. Der Fotojournalist kneift die Augen zu.

Aus Neustadt geht es weiter in Richtung LN-Hauptquartier in Oldenburg. Durch das Land der Windmüller schlängelt sich die Schiene. Schatten der sich drehenden Windkraftrotoren wischen über die Gesichter der Fahrgäste hinweg, deren Blicke voller Morgenmüdigkeit ins Leere starren. Die Landschaft fliegt, bis linker Hand das Funkfeuer der Deutschen Flugsicherung die Nöte der Windmüller in Erinnerung ruft. Kaum haben die Neuronen im Gehirn diese Informationen verarbeitet, taucht ein Zeitzeuge des Kalten Krieges auf der gleichen Seite auf: der Klaustorfer Horchturm des Fernmeldesektors A. Inoffiziell, so erzählt man sich noch heute, habe man von dort aus jede Äußerung im Kreml dokumentiert. Lange vorbei. Von hier aus ist es nicht mehr weit, bis sich die Ostsee am Fehmarnsund majestätisch öffnet und sich die Regionalbahn vom Festland verabschiedet. Links mit Ausblick auf Heiligenhafen und rechts mit Sicht auf Großenbrode, präsentiert sich das Meer an diesem Vormittag als spätsommerliches Seglerparadies.

Auf Fehmarn zweigt die Deutsche Bahn kurz zur Hauptstadt Burg ab. Mit Blick auf den Hinterhof eines Skandinavien-Verkaufsriesen steigen weitere Fahrgäste zu. Immer weiter gen Norden, zur Fähre, die Deutschland mit Dänemark vernetzt. Dem Ziel entgegen. Eine malerische Sonnenblumenwiese, ein klappriges Windrad, ein Leuchtturm, der Deich. Möwen kreischen. Puttgarden.

Peter Mantik

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