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„Eine Zukunft für meine Kinder“

Oldenburg/Eutin „Eine Zukunft für meine Kinder“

Omar M. (42) ist mit seiner Familie aus Syrien geflohen, um seinen fünf Kindern die Chance auf ein gutes Leben zu geben — Der jüngste Sohn kam im Dezember in Eutin zur Welt — Er soll keinen Krieg kennenlernen.

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Glückliche Eltern: Muna (37) und Omar M. (42) mit ihrem jüngsten Sohn in der Eutiner Sana Klinik. Nahar kam am 3. Dezember zur Welt. Mutter und Vater wünschen sich für ihn eine Kindheit ohne Krieg.

Quelle: Fotos: Binder

Oldenburg. Für Nahar soll es anders werden. Sein Bruder Ibrahim hat schon Menschen sterben sehen. Er hat Kämpfe gesehen, Blut, und Leichen, die einfach auf der Straße liegen gelassen wurden. Ibrahim ist sechs Jahre alt. Er ist in Syrien aufgewachsen, zwischen Terror und Gewalt. Er durfte nicht draußen spielen, weil jederzeit irgendwo in der Nachbarschaft eine Bombe hochgehen konnte. Sein Leben spielte sich drinnen ab.

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Glückliche Eltern: Muna (37) und Omar M. (42) mit ihrem jüngsten Sohn in der Eutiner Sana Klinik. Nahar kam am 3. Dezember zur Welt. Mutter und Vater wünschen sich für ihn eine Kindheit ohne Krieg.

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Für Nahar soll es anders werden. Vor drei Monaten ist seine Familie nach Deutschland geflohen, am 3. Dezember kam Nahar als fünftes Geschwisterkind zur Welt. Mutter Muna (37) und Vater Omar M.

(42) wünschen sich für ihren Jüngsten vor allem eines: eine unbeschwerte Kindheit.

In der Flüchtlingsunterkunft auf dem Truppenübungsplatz in Putlos hat die Familie ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Dort warten der Papa und die vier älteren Kinder zwischen sechs und 17

Jahren zurzeit darauf, dass Mama und Baby zu ihnen stoßen. Noch sind die beiden in der Sana Klinik in Eutin, weil Nahar einige Wochen zu früh geboren wurde — Mutter und Kind sind aber wohlauf.

Jetzt hofft die Familie, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. „Hier haben unsere Kinder die Chance auf ein gutes Leben“, sagt Vater Omar M., „hier haben sie eine Zukunft“. Wie die aussehen wird, weiß er zwar nicht; noch ist unklar, wie es nach der Zeit in Putlos weitergehen wird. Bei aller Ungewissheit steht für Omar M. aber eines fest: „Es war richtig, Syrien zu verlassen“, sagt der 42-Jährige, „wir wissen nicht, was jetzt passieren wird — aber wären wir geblieben, wäre das unser sicherer Tod gewesen.“

Seine Tochter hat Freunde sterben sehen, als eine Bombe an ihrer Schule gezündet wurde. Er selbst wurde bei einer Explosion verletzt. Die Narbe am Hals erinnert ihn stets daran, „wie viel Glück wir haben, dass wir alle noch am Leben sind“. Nach dem Leben im Kriegsgebiet kam die Flucht, die wohl ebenso gefährlich war. Die Fahrt mit einem Boot, die „einige überstehen und andere nicht“. Um für die riskante Reise bezahlen zu können, habe er alles verkauft, was er hatte. „Ich wusste, dass es unsere einzige Möglichkeit war“, sagt der fünffache Vater.

Jetzt ist ihm anzusehen, wie glücklich es ihn macht, Ibrahim und seine neunjährige Schwester Ala miteinander herumalbern zu sehen. In Putlos dürfen sie sich endlich wie die Kinder verhalten, die sie sind. Sie wirken fröhlich; ihnen ist nicht anzumerken, was sie in ihrem kurzen Leben schon alles durchgemacht haben. „Kinder können eine Menge aushalten“, stellt Omar M. fest.

Er sei „so froh, dass wir jetzt hier sind“, sagt er, „alle gemeinsam“. Sein ältester Sohn, der 17-jährige Alaa, kam als Erster nach Deutschland. Es folgten der Papa und der sechsjährige Ibrahim. Die schwangere Muna M. und die zwei Töchter Ala (9) und Aya (15) hatte er zuvor ebenfalls schon außer Landes gebracht; nach einem Zwischenstopp reisten auch sie weiter nach Deutschland. In Ostholstein ist die Familie jetzt nach mehreren Monaten erstmals wieder vereint. Alaa war zunächst in München gelandet — es dauerte einige Zeit, bis die Behörden schließlich die Familienzusammenführung in die Wege leiteten und Alaa nach Putlos wechseln konnte.

Jetzt hoffen Eltern und Kinder darauf, bald in ein eigenes Heim ziehen zu können. „Ich wünsche mir ein Zuhause für meine Familie und ich möchte arbeiten“, sagt Omar M.. Was, das sei ihm egal: In Syrien habe er einen Schulbus gefahren — in Deutschland „würde ich jede Arbeit annehmen, die ich bekommen kann“. Um seine Familie zu versorgen. Und seinen Kindern eine Zukunft zu schenken.

Ein großer Wunsch der Eltern wäre ein Kinderwagen für das Baby. Falls jemand einen abzugeben hat, kann er sich per E-Mail in der LN-Redaktion Oldenburg melden. Die Adresse:

Redaktion.Oldenburg@LN-Luebeck.de.

Jennifer Binder

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