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Ostholstein Eine krampfhafte Sitzung
Lokales Ostholstein Eine krampfhafte Sitzung
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21:30 27.06.2017
„Ich muss nicht bei meiner Hinrichtung dabei sein.“ Max Plieske, Grüne
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Bosau

Max Plieske war schon wieder weg, bevor die Sitzung begann. Dafür war Charlotte Jurenz gerade erst angekommen, als der für die Grünen entscheidende Punkt am Ende der Tagesordnung aufgerufen wurde. Und selbst das hatte nur mit Hängen und Würgen geklappt.

In der Bosauer Gemeindevertretersitzung sollte Plieske als 1. stellvertretender Bürgervorsteher abgewählt werden. Das hatte seine eigene Fraktion beantragt. Sie hatte ihn ausgeschlossen, er hatte sich beim Verwaltungsgericht in Schleswig wieder in die Fraktion hineingeklagt. Jetzt wollte Plieske seine „Hinrichtung“, wie er es nannte, nicht miterleben, und verließ die Sitzung noch vor deren Beginn.

Zwischen ihm und der Fraktion herrscht ein tiefes Zerwürfnis, das bereits seit Monaten schwelt und seiner Meinung nach Ergebnis eines Rosenkriegs mit seiner Ex-Frau und Fraktionskollegin Charlotte Jurenz ist. Diese privaten Probleme strahlen offenbar in die Politik aus und gipfelten in dem Abwahlantrag. Ein laut Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) einmaliger Vorgang, dessen Grund parteiintern zu sehen sei. Plieske habe das Amt des 1. stellvertretenden Bürgervorstehers ohne irgendwelche Beanstandungen geführt.

Für die Abwahl war eine Zweidrittel-Mehrheit aller 18 Gemeindevertreter nötig. In einem ersten Anlauf im März hatte sich die CDU dem Wunsch der Grünen nach Abwahl Plieskes noch verweigert. Vielleicht deshalb wurde die Sitzung künstlich so sehr in die Länge gezogen, dass die zunächst verhinderte Charlotte Jurenz noch mit fliegenden Fahnen kurz vor der Abstimmung eintreffen konnte. Dafür waren die Tagesordnung umgestellt und eine Sitzungspause eingelegt worden. Ein Vorgehen, das Plieske nicht hinnehmen will. Gegenüber den LN kündigte er an, deshalb bei der Kommunalaufsicht zu intervenieren.

„Das ist nicht rechtmäßig, was da gelaufen ist.“

Am Ende wurde er in namentlicher Abstimmung aus dem Amt des 1. stellvertretenden Bürgervorstehers gewählt. Alle stimmten dafür, lediglich Wolf-Heinrich Schumacher und Manfred Wollschläger (CDU) enthielten sich. „Ob das ein erfreuliches Ergebnis ist, weiß ich nicht“, kommentierte Jeske die Abstimmung. Nachfolger Plieskes als 1. stellvertretender Bürgervorsteher ist Jürgen Storm (SPD).

sas

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