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Ostholstein Eine neue Heimat in Ostholstein
Lokales Ostholstein Eine neue Heimat in Ostholstein
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18:20 18.06.2016

Sicherheit, ein fester Arbeitsvertrag, eine Wohnung, neue Freunde: Für viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Terrorismus nach Europa kommen, liegen diese Dinge in weiter Ferne.

Gharibullah Karimi arbeitet seit dem vergangenen Jahr im „Markt 17“. Der Afghane kam vor über fünf Jahren nach Ostholstein. Quelle: kad

Oft braucht es Jahre, bis die Schutzsuchenden in ihren Zufluchtsländern einen feste Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Auch Gharibullah „Ghari“ Karimi wusste jahrelang nicht, ob er in seiner neuen Heimat Eutin langfristig bleiben kann. Vor über fünf Jahren floh der junge Mann – damals noch minderjährig – aus seiner Heimat Afghanistan nach Ostholstein. Jetzt hat er das erreicht, wovon viele Schutzsuchende noch träumen: Er hat einen festen Arbeitsvertrag.

Der Afghane arbeitet als Koch im Eutiner Restaurant „Markt 17“. Der Weg dorthin war mit vielen Anstrengungen verbunden, wie Sylvia Zanella-Foritto de Belmar berichtet. Sie hat Karimi zusammen mit anderen Helfern auf seinem Weg unterstützt. „Er war zunächst in der Obhut des Deutschen Kinderschutzbundes, in dieser Zeit besuchte er die Kreisberufsschule Eutin und schaffte dort seinen Hauptschulabschluss“, sagt sie. Es folgten die Gewerbeschule in Lübeck, und im Anschluss absolvierte Karimi verschiedene Praktika. Im vergangenen Jahr unterschrieb er dann seinen Arbeitsvertrag. „Das lange, geduldige Ausharren und die bemerkenswerten Anstrengungen für die Bereitschaft zur Integration haben heute einen fröhlichen jungen Mann aus ihm gemacht“, sagt Sylvia Zanella-Foritto de Belmar.

„Wir alle stehen mit Freude und Stolz an seiner Seite.“

Etwa 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Am Montag wird ihrer am internationaler Weltflüchtlingstag gedacht. Vor 15 Jahren wurde der Aktionstag, der jährlich am 20. Juni begangen wird, von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Auch in Eutin gibt es am morgigen Montag ein umfangreiches Programm rund um das Thema Flucht. Um 13 Uhr hat sich Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt für einen Besuch angekündigt.

Die meisten Veranstaltungen zum Weltflüchtlingstag finden in und vor der Kreisbibliothek, Schlossplatz 2, statt. Der Tag startet um 9.30 Uhr mit einer Begrüßung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Elgin Lohse und Sophia Schutte, Koordinatorin zur Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen der Stadt Eutin.

Um 10 Uhr folgt ein Vortrag über die „Arabische Kultur“ von Dr. Mohammad Khalifa von der Universität Hamburg. Im Anschluss, um 11 Uhr, liefert Stefan Schmidt, Flüchtlingsbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, „Fakten zur aktuellen Flüchtlingspolitik“.

Um 12.15 Uhr hält Abdul Wahab Al-Atabi, Dozent bei der GSM Training und Integration GmbH, Eutin, einen Vortrag zum Thema „Integration – Definition und Funktion“. Die Lübecker Autorin Frauke Kässbohrer liest um 13.20 Uhr aus ihrem Buch „Bloß nicht weinen, Akbar“. Sie erzählt die Fluchtgeschichte eines afghanischen Jungen.

Um 14 Uhr berichten die Eutiner Marie-Theres und Dr. Gotthard Bernegger über „Flüchtlingshilfe auf der griechischen Insel Lesbos im Januar 2016“. Auch Kurzfilme haben am Montag die Themen Flucht und Vertreibung zum Thema. Die Produktionen des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) werden um

15 Uhr gezeigt. Um 15.30 Uhr berichtet Daniela Averhoff, Lehrerin an der Wilhelm-Wisser-Schule und Kreisfachberatung für Deutsch als Fremdsprache (Daz) über die Arbeit in einem Daz-Zentrum. „Integration von anerkannten Flüchtlingen“ ist das Thema des Vortrages von Uwe Wille, Migrationsmanager des Kreises Ostholstein, um 16.15 Uhr. Der Tag endet um 17 Uhr

mit Musik: Der Eutiner Musiker Albrecht Gieseler spielt gemeinsam mit Kollegen aus Eritrea und Syrien.

kad

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