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Ostholstein Einkaufspassage vor ungewisser Zukunft
Lokales Ostholstein Einkaufspassage vor ungewisser Zukunft
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20:36 19.01.2016
Was wird aus dem Kuhtor-Center, der Oldenburger Einkaufspassage in der gleichnamigen Fußgängerzone? Quelle: Fotos: Gäbler, Binder

Die Betreffenden betreiben diverse Firmen, die untereinander immer neue Verträge schließen. Einer dieser Gesellschaften gehört auch das ehemalige „Hotel Günther“, dessen Mieter verzweifeln, weil niemand für die ausgefallene Heizung verantwortlich sein will (die LN berichteten). Auch in den Rechtsstreit um die Seniorenwohnanlage Wilhelmshöhe in Eutin sind die Betreffenden involviert.

Die Leidtragenden sind in allen Fällen die Mieter. Britta Schmahl, Inhaberin der Parfümeria Benthien im Kuhtor-Center, bezeichnet die Situation als „Katastrophe“. Weil die Mieten direkt von einer Gläubigerbank eingezogen würden, werde in der Passage „nichts gemacht — hier herrscht kompletter Stillstand“.

Andreas Dannenberg, Geschäftsführer aller jeweiligen Eigentümergesellschaften, gibt dem Zwangsverwalter die Schuld daran. Letzterer sei unzählige Male von Mietern und auch von seiner Firma aufgefordert worden, verschiedene Mängel zu beheben. Dannenberg präsentiert Ausdrucke diverser E-Mails an den Zwangsverwalter, in denen von ausgefallenen Heizungen die Rede ist, von kaputten Türklingeln und von Fenstern, die sich nicht schließen lassen.

Die Darstellung von Zwangsverwalter Peter Woidt sieht derweil anders aus. Er weist die Anschuldigungen zurück und fordert Andreas Dannenberg auf, Belege für seine Behauptungen vorzuweisen. Er habe sich nichts vorzuwerfen, so Woidt, es gebe „Gründe dafür, dass Herr Dannenberg mit keiner seiner Beschwerden gegen mich Erfolg hatte“.

Laut Dannenberg soll derweil auch die rechtliche Situation voraussichtlich bald geklärt sein. Bei der Wilhelmshöhe zum Beispiel „warten wir im Grunde genommen nur darauf, dass wir den Kaufpreis bezahlen dürfen“. Der Kaufvertrag wurde bereits 2013 geschlossen; vereinbart wurden 4,5 Millionen Euro. Aus Unterlagen des Amtsgerichts Eutin, die den LN vorliegen, geht allerdings hervor, dass die finanzielle Situation des Käufers diese Summe offenbar gar nicht hergeben würde. In einer Urteilsbegründung aus einem früheren Verfahren heißt es, es sei „unstreitig, dass er kein Barvermögen besitzt, sämtliches Grundvermögen belastet ist und dass diesbezüglich u.a. die Zwangsversteigerung oder -verwaltung angeordnet worden ist“. Weiter heißt es darin, Dannenberg sei bereits 2007 „aufgrund eines parallel gelagerten Sachverhalts“ wie jetzt bei der Wilhelmshöhe strafrechtlich verurteilt worden.

Nach LN-Informationen wird für Ende Januar ein Gerichtsurteil erwartet, nach dem der Kaufvertrag rückabgewickelt werden soll. Sobald das Urteil rechtskräftig ist, wäre der Weg frei für einen neuen Käufer, der schon in den Startlöchern steht. Sogar im Grundbuch ist er bereits vermerkt — allerdings „an zweiter Stelle“, sodass er sozusagen erst aufrücken kann, wenn der erste Name nach der Entscheidung des Gerichts entfernt wird.

Wie es mit den Oldenburger Immobilien weitergeht, ist derweil ungewiss. Nachdem für das ehemalige „Hotel Günther“ die Zwangsverwaltung aufgehoben wurde, ist dort wieder die Grundstücksgesellschaft Maßmann GbR offiziell als Vermieter zuständig. Andreas Dannenberg hat den LN gegenüber bereits angekündigt, dort nun sanieren zu wollen. Viele Betroffene halten das mittlerweile jedoch für unwahrscheinlich.

Ein Ende des Stillstands im nach wie vor zwangsverwalteten Kuhtor-Center scheint ebenfalls nicht absehbar. Parfümeria-Chefin Schmahl wünscht sich, „dass es endlich eine gerichtliche Entscheidung gibt und es vorangeht“. Zurzeit habe sie zwar noch nicht die Absicht, den Standort zu wechseln. Der jetzige Zustand sei aber „einfach nur furchtbar“.

„Der jetzige Zustand ist einfach nur furchtbar.“
Britta Schmahl,
Inhaberin der
Parfümeria Benthien

Jennifer Binder

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