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Ostholstein Einsätze Schlag auf Schlag: So kann Feuerwehr-Alltag sein
Lokales Ostholstein Einsätze Schlag auf Schlag: So kann Feuerwehr-Alltag sein
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18:16 03.06.2017
Qualm wabert aus dem Kirchenvorraum. Die Helfer rollen die Schläuche aus, Gruppenführerin Nele Weber (l.) gibt Kommandos. Quelle: Fotos: Benthien

Feuer an St. Laurentius: Qualm dringt unter der Tür zum Vorraum der Süseler Kirche hervor, die Küsterin hat die Feuerwehr verständigt. Die rückt mit dem Nachwuchs an, der sich unter Beobachtung von Süsels Ortswehrführer Dirk Martens an die Arbeit macht. Nur gucken, nicht eingreifen, heißt es für ihn an diesem Wochenende: Beim Berufsfeuerwehrtag sollen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr so selbstständig wie möglich agieren.

Test für Nachwuchskräfte beim Süseler Berufsfeuerwehrtag.

Ausklang mit geselligem Beisammensein

Die Abschlussübung des Berufsfeuerwehrtages findet heute ab 11 Uhr in und an der Sporthalle an der Grundschule statt. Zum Ausklang mit Grillwurst sind auch die Eltern der Kinder und Jugendlichen geladen. Über weitere Zuschauer freut sich die Jugendfeuerwehr.

Natürlich sind routinierte Kollegen von Martens aus der Ortswehr zur Stelle und vermitteln dem Nachwuchs Sicherheit, geben Tipps, wenn sie einem ratlosen Blick begegnen. Und natürlich sitzen sie am Steuer der Fahrzeuge, die die 16 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren zu ihren Einsatzorten bringen, und geben Unterstützung „aus der zweiten Reihe“.

Aus dem Vorraum von St. Laurentius hat die Jugendfeuerwehr drei Verletzte gerettet und an das DRK zur weiteren Versorgung übergeben. Das „Feuer“ ist rasch gelöscht, die Schläuche werden aufgerollt, alles Material wird wieder auf den Wagen verstaut. Den Einsatz an der Kirche hat Jugendgruppenleiter Tobias Rüting koordiniert. Dirk Martens ist zufrieden: „Für eine Jugendfeuerwehr ist das hier sehr erfreulich.“ Es sei wichtig, dass jeder seinen festen Platz und seine feste Aufgabe kenne.

Zum elften Mal gibt es den Süseler Berufsfeuerwehrtag jetzt. Jugendwartin Vanessa Martens, ihre Stellvertreter Christian Manara und André Schacht haben, unterstützt von Dirk Martens, für den Zeitraum von Sonnabend- bis Sonntagvormittag ein Programm zusammengestellt, bei dem es Schlag auf Schlag geht – so wie es an einem harten Arbeitstag bei der Berufsfeuerwehr Tagesgeschäft sein kann.

Nach dem abgeschlossenen Einsatz an der Kirche haben die Jugendfeuerwehrleute Theorieunterricht: Es geht um Gerätekunde, den Aufbau eines Löschangriffs, Taktiklehre. In die Essensvorbereitung (Dirk Martens: „Das müssen die Jugendlichen selbst übernehmen, wir sind hier ja nicht bei Muttern“) platzt der nächste Hilferuf. Eine Ölspur muss beseitigt werden. Am Nachmittag ist ein Scheunenbrand zu löschen, danach gilt es, zwei Personen aus dem Süseler See zu retten. Fischer Peter Liebe, selbst Feuerwehrmann, hilft wie immer mit einem Boot aus. Auch die DRK-Bereitschaft ist stets zur Stelle, „so können wir das Zusammenspiel mit dem Rettungsdienst üben“, sagt Martens. Die Kesdorfer Wehr stellt der Süseler übers Wochenende ihr TSF zur Verfügung.

Nachtruhe gibt es kaum. Die Jugendwehr wird zu einer Türöffnung gerufen, muss im Reiterpark nach Vermissten suchen und in aller Frühe technische Hilfe leisten. Es gilt, auslaufendes Benzin aufzunehmen, das von einem, gegen einen Baum geprallten Auto stammt. Die Fehler, die sie bei ihren insgesamt acht Einsätzen macht, findet der Ortswehrführer völlig in Ordnung: „Die Jugendlichen sollen Fehler machen, daraus lernen sie. Von denen werden wir an den Übungsabenden ein halbes Jahr zehren.“

ben

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