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Ostholstein Einzelhändler wollen Lust auf Eutin machen
Lokales Ostholstein Einzelhändler wollen Lust auf Eutin machen
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22:17 09.09.2013
Mit Herz und Hingabe für Eutin im Einsatz: Jan Hoffmann (v. l.), Stefan und Frauke Knorr sowie Martina Hoffmann. Fotografin Annika Loewe und Grafikerin Birte Marschall haben die Broschüre gestaltet. Quelle: Foto: ben

Den Klagerufen „In Eutin ist doch nichts los, so viele Leerstände!“ wollen sie entgegentreten. Mit einer Werbebroschüre, die sich in ihrer liebevollen Gestaltung von anderen abhebt und die zeigt: „Es lohnt sich sehr wohl, nach Eutin zu kommen. Hier gibt es viele kleine inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, die die Stadt sehenswert machen.“ So umreißt Stefan Knorr, was ihn und seine Frau Frauke (die beiden führen die Firma Weingeist), das Buchhändler-Ehepaar Martina und Jan Hoffmann sowie Christine und Klaus Jetter (Unikat) dazu brachte, die Initiative für diese spezielle Werbemaßnahme zu ergreifen.

21 weitere Händler haben sich ihnen angeschlossen, um zu zeigen, wie viele individuelle und besondere Fachgeschäfte es in Eutin zu entdecken gibt. Dass sie ihre Geschäfte „mit Leib und Seele und viel Engagement für die Region führen, ihren Kunden fachliche Kompetenz und auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Beratung in einem ansprechenden Ambiente“ bieten, haben sie unter dem Slogan „Wir handeln . . . mit Herz und Hingabe“ gebündelt.

Das Herzsymbol auf dem Titel der Broschüre, geformt aus zwei Händen, vor der Silhouette der Stadt mit Wasserturm, Schloss, Mühle und Michaeliskirche solle ihr Motto aufgreifen, ergänzt Jan Hoffmann. „Wir sind Menschen, die nicht jammern, sondern die Freude daran haben, etwas zu unternehmen. Wir möchten der negativen Wahrnehmung positive Energie entgegensetzen“, beschreibt Frauke Knorr ihre Motivation. Wenn sie andere Kleinstädte betrachte, falle ihr auf, dass es in Eutin vergleichsweise viele kleine inhabergeführte Geschäfte gebe, die durch Individualität, ausgedrückt durch ihr Warenangebot oder ihre Ladengestaltung, punkteten, sagt Martina Hoffmann.

Für die Broschüre haben sich die Initiatoren von Anfang an vorgenommen, dass sie aus einem Guss sein solle. Daher haben sie die Fotografin Annika Loewe und die Grafikerin Birte Marschall verpflichtet. Jedes der 24 Firmenporträts setzt sich aus einem Textbeitrag und Bild der Teilnehmer sowie mehreren Detailfotos ihres Warenangebotes zusammen. Unter 300 Euro habe jedes Geschäft für die Erstellung des Heftes bezahlt, „das ist ein Werbebudget, das sich auch kleine Betriebe leisten können“, findet Martina Hoffmann.

15 000 Broschüren sind gedruckt worden, sie liegen ab sofort in der Tourist-Info Eutin und den mitwirkenden Geschäften aus. „Wir möchten sie auch an der Ostseeküste verteilen lassen, um bei Urlaubern Lust auf einen Ausflug nach Eutin zu machen“, sagt Stefan Knorr. Rund die Hälfte der Teilnehmer sei übrigens auch Mitglied der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE). „Wir verstehen uns als Ergänzung. Dies ist kein spalterischer Ansatz“, beteuert Stefan Knorr. Die Broschüre könne die Attraktivität Eutins nur erhöhen, er sei sich sicher, dass weitere Auflagen folgen werden. Weitere Interessenten dürften sich gern melden.

„Wir möchten der negativen Wahrnehmung positive Energie entgegensetzen.“
Frauke Knorr, Weingeist
Stadtmanagerin will alle Kräfte bündeln
Viel Lob gibt es von Eutins Stadtmanagerin Kerstin Stein- Schmidt für die neue, gestern vorgestellte Broschüre (siehe Text oben). „Eine tolle Idee. Sie ist schön und sehr hochwertig.“

Für die Zukunft wünsche sie sich allerdings eine Broschüre, an der noch viel mehr Geschäftsinhaber, am liebsten alle, teilnähmen. „An einem Standort wie Eutin haben wir nur gemeinsam eine Chance. Wir müssen alle Kräfte bündeln“, argumentiert sie.

In der Königstraße sind jetzt wieder alle Läden besetzt, das Sorgenkind der Innenstadt ist nach wie vor die Peterstraße. Zu den Dauerleerständen im oberen Bereich kann Kerstin Stein-Schmidt immerhin vermelden: „Wir haben diese Ladenlokale bereits gemeinsam mit Interessenten besichtigt. Allerdings ist es an den Vermietern, die Bedingungen zu verbessern.“ In den Räumen der ehemaligen Tchibo-Filiale wird in wenigen Tagen Eröffnung gefeiert: Dort richtet sich der Telefonanbieter Base ein. „Hilda Möhler“ wird zum zweiten Mal und diesmal endgültig schließen, „noch vier Tage“

verkündet ein Schild im Schaufenster. Allerdings steht ein Nachmieter schon in den Startlöchern: „Wohnen und Textil aus dem skandinavischen Bereich“, umreißt die Stadtmanagerin das Angebot.

Neue Lücken werden zum Jahresbeginn 2014 Am Rosengarten entstehen: Aus Altersgründen gibt Innenarchitekt Jochen Spindler sein „Wohnstudio“ auf (der Räumungsverkauf läuft bereits), auch Helmut Rühmann geht in den Ruhestand und schließt seine Buchhandlung. Kerstin Stein-Schmidt setzt darauf, rasch Nachfolger zu finden: „Ich bin mit den Vermietern im Gespräch.“ ben

Ulrike Benthien

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