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Ostholstein Eiskaltes Training - bei sieben Grad und Windstärke fünf
Lokales Ostholstein Eiskaltes Training - bei sieben Grad und Windstärke fünf
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21:10 19.04.2017
Wasserrettung als Familienaufgabe (v. r.): Felix Wolf (18), Schwester Katja (16), Vater Thomas, Mutter Heike und „Nachbarskind“ Lara Althaus (19) aus dem Schwarzwald am Strand von Burgtiefe. FOTOS (2): MARC HOFMANN

Für Felix Wolf wird es jetzt nass und kalt. Nur von einem Neoprenanzug geschützt, gleitet er von einem der Schlauchboote, in Fachsprache Inflatable Rescue Boat (IRB) genannt, in das sieben Grad Celsius kalte Wasser am Strand von Burgtiefe. Die Arme nach oben gestreckt, hält er den Kopf über den Wellen, deren Gischt ihm ins Gesicht schlägt. Trainer Philipp Martschei und Vereinsfreund Christian Schröter jagen mit ihrem Boot heran, um den 18-Jährigen während der Fahrt aus dem Wasser ziehen und rücklings in die Mitte des IRB zu legen. Manöver geglückt.

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DLRG-Mitglieder aus ganz Deutschland trainierten vor Burgtiefe.

Mitglieder gesucht

Alle DLRG-Retter arbeiten ehrenamtlich. Die Gesellschaft sucht deswegen ständig nach neuen Mitgliedern, die sich für die Sicherheit am Wasser engagieren wollen.

Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite des Kreisverbandes Ostholstein: www.kreis-ostholstein.dlrg.de.

19 Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus ganz Deutschland sind für ein langes Wochenende nach Fehmarn gekommen, um ihre Fähigkeiten in der Wasserrettung zu verbessern. So auch Familie Wolf aus dem Schwarzwald. Neben Sohn Felix sind Tochter Katja (16), Mutter Heike, Vater Thomas und „Nachbarskind“ Lara Althaus (19) mit von der Partie. Während der Saison fahren sie regelmäßig nach Norddeutschland, um die hiesigen Retter zu unterstützen. „Vergangenes Jahr haben wir drei Wochen Wache auf einem Campingplatz auf Fehmarn geschoben“, sagt Thomas Wolf. In ihrer Region gehe es sonst eher um die Rettung aus Flüssen wie der Nagold und dem Neckar oder die Unterstützung des Katastrophenschutzes, erklärt Mutter Heike ihr abwechslungsreiches Aufgabenspektrum.

Um die Unterstützung aus der ganzen Republik möglich zu machen, wird die Wasserrettung in Sichtweite des Strandes unter Leitung von Philipp Martschei aus Hamburg und Hans-Peter Lafrentz von der Fehmaraner Ortsgruppe nach einheitlichen Standards trainiert.

„Wir üben genau das, was während der Saison auch unsere Aufgabe ist“, so Martschei. Der bundesweit ausgeschriebene Kursus wird in diesem Jahr zum ersten Mal auf Fehmarn angeboten und fordert den Teilnehmern bei Windstärke fünf und ordentlich Wellengang gleich viel ab. Für eine erfolgreiche Rettung habe das richtige Handling der leichten und schnellen Schlauchboote deswegen oberste Priorität, sagt Martschei:„Steuermann und Rettungsschwimmer müssen harmonieren, um die Boote nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.“

Das scheint bereits am ersten Tag gut zu klappen, viele der Teilnehmer haben schon mehrere Lehrgänge hinter sich, sind entsprechend erfahren. So wie Heike Sönnichsen. Die 19-Jährige engagiert sich bereits seit zehn Jahren bei der DLRG. „Am Anfang wollte ich nur ein Schwimmabzeichen machen und bin dann dabei geblieben“, sagt die Lübeckerin über den guten Zusammenhalt, wie er unter Lebensrettern selbstverständlich ist.

Für Lara Althaus aus dem Schwarzwald war er der Grund, zum Studium zu DLRG-Freunden nach Hamburg zu ziehen.

 Marc R. Hofmann

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