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Ostholstein Eklat in Dahme: Bürgermeister tritt zurück
Lokales Ostholstein Eklat in Dahme: Bürgermeister tritt zurück
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20:13 22.09.2017
Harald Behrens hat im Strandspa einiges bewegt, trotz des Minus’ in der Bilanz. ARCHIVFOTO: MANTIK

Interims-Bürgermeister ist jetzt Michael Olandt (CDU). Er wird seinen ersten offiziellen Einsatz für das Ostseebad zur Bundestagswahl an diesem Sonntag haben. Laut Behrens sei das Strandspa derzeit handlungsunfähig, da es keinen Geschäftsführer gebe. Behrens war seit 2009 übrigens der elfte Geschäftsführer.

Im voll besetzten Gemeindehaus erlebten circa 150 Dahmer eine Sitzung, die in die Geschichte des Ortes eingehen könnte. Ausgangspunkt für den Rücktritt des Bürgermeisters war ein Antrag der CDU. Die Christdemokraten wollten diesen Punkt eigentlich nicht öffentlich abhandeln. Hierfür fehlte ihnen aber die Mehrheit. Gemeindevertreter Michael Krebs: „Es geht uns um eine hauptamtliche Lösung, deshalb wollen wir die Stelle neu ausschreiben.“ Daraufhin drückte die CDU den Beschluss für eine Ausschreibung des Geschäftsführer-Postens unter Buh-Rufen durch. Was Krebs nicht sagte: Die CDU wirft Behrens eine negative Haltung zum Strandspa-Bad sowie kritische Äußerungen in der Zeitung vor. Behrens: „Ich habe nur die Fakten benannt. Das Bad ist marode.“ Er sei nicht gewillt, die Wahrheit zu verschweigen. Hierfür gab es lauten Applaus.

Das Strandspa hat sowohl 2016 als auch 2017 ein Bilanz-Minus von knapp einer Million Euro. Ähnlich war es auch in den Vorjahren. Behrens: „Das Bad wird von Jahr zu Jahr teurer.“ Geplatzte Wasserleitungen führten zu teuren Reparaturen sowie zu langen Schließungszeiten. Allein für die Instandhaltung müsse kurzfristig eine Million Euro investiert werden. Die CDU habe laut Behrens eine Entscheidung, was mit dem Bad passieren soll, bisher verweigert (LN berichteten). „Auch einen Bürgerentscheid will die CDU nicht“, führt Behrens weiter aus. Sein Dilemma: Er hat mit der Dahmer Wählergemeinschaft (DWG) keine politische Mehrheit. Daher habe er den Bürgermeister-Job als Nachfolge von Heinrich Plön (CDU) nur unter der Prämisse übernommen, dass die CDU, die selber keinen Kandidaten fand, ihn unterstütze. Behrens: „Das war aber nie der Fall.“

Nächster Streitpunkt: Was passiert mit dem Haus des Gastes? Behrens hatte einen Investor, der das Gebäude kaufen und neu entwickeln wollte. Die CDU vertagte den Verkauf, da es noch Fragen zu klären gebe. Das aktuell erstellte Brandschutzgutachten für das Gebäude besagt nun: Auflagen mit Kosten in Höhe von 714000 Euro (O-Ton Behrens) netto seien zu erfüllen, wenn es weiterhin genutzt werden soll. Momentan ist das Obergeschoss bereits gesperrt. Michael Krebs (CDU): „Hätte man sich nicht vorab einen eigenen Gutachter holen können?“ Den Kreis einzuschalten sei die harte Keule, so Krebs.

Kopfschütteln im Saal.

Das gab es auch noch: Die CDU möchte das südliche Kampland entwickeln. Es sollen eine Ferienhaussiedlung sowie ein Hotel entstehen. Möglicherweise sogar eine Marina. Investoren und Betreiber gibt es noch keine. Da ist Nachbar Kellenhusen (Bürgermeister Carsten Nebel war im Saal) mit einem vergleichbaren Projekt einen halben Schritt voraus. Darüber hinaus gab es noch einen Grundsatzbeschluss zum Thema bezahlbarer Wohnraum. Und: Der „Hamburger Hof“ wird abgerissen. Nicht schön: Im Strandspa gab es einen Vandalismus-Fall.

Um 22.51 Uhr war der öffentliche Teil beendet, nach fast vierstündiger Sitzung. Harald Behrens sauer: „Bürgermeister werde ich nur noch mit einer politischen Mehrheit.“

Von Peter Mantik

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