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Ostholstein Eltern fordern flexiblere Betreuungszeiten in Kitas
Lokales Ostholstein Eltern fordern flexiblere Betreuungszeiten in Kitas
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21:10 28.07.2018
Ostholstein

In den Kitas am Universitätsklinikum (UKSH) in Lübeck und Kiel können die Kinder sogar übernachten (die LN berichteten). Auch im Kreis Ostholstein wünschen sich viele Eltern ein flexibleres Betreuungsangebot abseits der Kernzeiten. Das zeigt das Ergebnis einer Elternbefragung zu Betreuungszeiten in Ostholstein.

Knapp ein Drittel der Familien im Kreis hält laut einer Umfrage Kita-Zeiten von 7 bis 17 Uhr für nicht ausreichend.

Im Herbst 2017 hatte der Kreis im Rahmen des Bundesförderprogramms „Netzwerkstelle KitaPlus“ eine Online-Elternumfrage gestartet, um den gewünschten Bedarf für erweiterte Öffnungszeiten in Kindergärten und Krippen zu ermitteln. Das Ergebnis zeigt: 70 Prozent der Familien, die mit ihren Kindern im Kreisgebiet wohnen, sind mit dem Angebot in Kitas zufrieden, 30 Prozent von ihnen wünschen sich jedoch eine Betreuung auch abseits der „üblichen“ Zeiten von 7 bis 17 Uhr.

In der Neustädter Kita „Am Kaiserholz“ mit ihrer Außenstelle „Am Kiebitzberg“ gibt es seit zehn Jahren einen Frühdienst, der um 5.45 Uhr beginnt und um 7.30 Uhr endet. „Er ist hoch frequentiert und wird angenommen“, sagt René Lange, stellvertretender Leiter der städtischen Einrichtung mit insgesamt 100 Kindern. In Neustadt gebe es viele Krankenschwestern, die im Schichtdienst arbeiteten und den Frühdienst benötigten. Der Spätdienst zwischen 16 und 17 Uhr sei dagegen nicht so gefragt, berichtet Lange.

Etwa ein Drittel der Kinder wird zum Frühdienst gebracht. Auch Dajana Luchmann, die im Hansapark Sierksdorf im Frühdienst arbeitet, bringt um 6.30 Uhr Johanna (4) in den Kindergarten und Julius (18 Monate) in die Krippen-Gruppe für Kinder unter drei Jahren. „Ich muss um 7 Uhr anfangen zu arbeiten“, erklärt sie. Auch ihr Mann ist berufstätig. Anders ginge es nicht. „Man möchte arbeiten und muss auch.“ Sie ist froh, dass sie ihren Nachwuchs so früh abgeben kann. „Wir haben auch mehr vom Nachmittag.“

Bedarf der Eltern hat sich in den vergangenen Jahren erhöht

René Lange sagt: „Die Eltern wünschen sich eher flexible Betreuungszeiten.“ In der Neustädter Einrichtung können Eltern bestimmte Zeitkontingente buchen, wie beispielsweise Frühdienst, dann bei der Betreuung der über drei Jahre alten Kinder von 7.30 bis 12.30, bis 13.30, 14.30 oder 16 Uhr und Spätdienst.

Im Quieselhaus in Timmendorfer Strand zahlen Eltern dagegen für einen bestimmten Stundenpool. „Eltern können diese Stunden im Rahmen der Gruppenzeiten nach ihren Bedürfnissen in Anspruch nehmen“, erklärt Leiterin Birgit Faßbender. Auch in den Sommerferien, in denen das Haus durchgehend geöffnet hat. „Gerade hier in der Gemeinde haben die Eltern die Möglichkeit, in der Saison zu arbeiten“, sagt Faßbender mit Blick auf die besonders im Sommer beruflich eingespannten Eltern.

In den vergangenen Jahren habe sich der Bedarf der Eltern erhöht. „Die Zeiten haben sich verlängert“, sagt Faßbender. Besonders Krippenplätze würden gebraucht, sagt Lange. Im Umfrage-Ergebnisbericht des Kreises heißt es: Das Betreuungsangebot werde fortwährend bedarfsgerecht ausgebaut und regional würden weitere Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen. Die Kindertagesstättenbedarfsplanung des Kreises sowie die Städte und Gemeinden stünden vor der Herausforderung, passgenaue Betreuungsplätze für die jährlich wechselnden Bedarfe der Familien vorzuhalten.

Der Fokus der „Netzwerkstelle KitaPlus“ liege auf der Unterstützung von Trägern, damit diese passende und bedarfsgerechte Angebote entwickeln und in der Praxis umsetzen können.

Die Kita-Leiter sind skeptisch, wie der Bedarf gedeckt werden soll. „Da muss auch das entsprechende Fachpersonal vorgehalten werden“, sagt Faßbender. Lange meint, dass man auch an die Wirtschaftlichkeit denke müsse. Bei aller Diskussion betont Faßbender: „Es muss kindgerecht sein.“

Beke Zill

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