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Ostholstein Ende Juni ist Schluss: Anrufbus vor der letzten Fahrt
Lokales Ostholstein Ende Juni ist Schluss: Anrufbus vor der letzten Fahrt
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20:48 15.05.2018
Noch anderthalb Monate fährt der Anrufbus, dann ist Schluss. Quelle: Foto: Jen
Oldenburg/Heiligenhafen

Bereits im vergangenen Sommer hatte der Kreis das Aus für den bisherigen Anrufbus verkündet. Der Grund: zu wenige Fahrgäste. Im Juli soll es stattdessen sogenannte Anruf-Linien-Fahrten (kurz ALFA) geben, wie sie im Süden Ostholsteins schon an diversen Orten eingerichtet wurden. Bei diesem Modell sind Routen und Zeitpläne festgelegt – die Busse müssen aber nach wie vor telefonisch bestellt werden, sonst fahren sie nicht.

Neue Fahrpläne werden Ende Mai vorgestellt

Die neuen Fahrpläne sollen nach Angaben der Kreisverwaltung voraussichtlich Ende Mai veröffentlicht werden. Nach einer ersten Testphase könnten sie bei Bedarf noch angepasst werden, heißt es. Die Gemeinde Wangels etwa hatte bereits einen ersten Fahrplan-Entwurf kritisiert, weil sie die Dörfer zu wenig angebunden sah (die LN berichteten). Bei einer ausreichenden Nachfrage soll sich das ändern.

Fest steht allerdings schon: Können die Anrufbusse bisher wie ein Taxi an einen beliebigen Ort bestellt werden, werden einige Orte künftig gar nicht mehr bedient. Noch verkehren die Busse in Oldenburg, Heiligenhafen, den Gemeinden des Amtes Oldenburg-Land und Dahme. Großenbrode wird künftig nicht mehr angefahren; laut Kreis ist das Gemeindegebiet durch öffentliche Verkehrsmittel ausreichend versorgt. Auch Dahme zählt künftig nicht mehr zum ALFA-Gebiet: Für den Raum Grömitz soll ein eigenes Konzept erstellt werden.

„Lohnt sich nicht“: Einzelne Kommunen steigen aus

Entsprechend haben beide Gemeinden auch eine finanzielle Beteiligung am sogenannten „Dorfbus-Konzept“ abgelehnt. Auch Göhl steigt aus dem Verbund aus: „Wir haben jahrelang den Anrufbus mitfinanziert, obwohl er von unseren Einwohnern kaum genutzt wurde“, erklärt Bürgermeister Thomas Bauer (BGG). Das neue Konzept bringe wegen der geringeren Flexibilität nun sogar eine Verschlechterung mit sich.

Göhl sei durch den ÖPNV gut angebunden; unterm Strich gehe es um zwei zusätzliche Fahrten am Tag. Dafür 7000 Euro im Jahr zu bezahlen, „wäre unverhältnismäßig“.

Die finanziellen Anteile von Göhl und Großenbrode von insgesamt rund 15000 Euro jährlich übernimmt in Zukunft der Kreis. Die übrigen Kommunen haben sich bereit erklärt, für das neue Angebot mit zu zahlen – wenngleich auch dort schon der „geringere Service“ bemängelt wurde.

 Von Jennifer Binder

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